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Finanztransaktionssteuer: Die Abgabe unter der Lupe

Die Finanztransaktionssteuer ist laut Definition eine Abgabe auf Transaktionen und zählt zu den sogenannten Verkehrssteuern. Es geht dabei sowohl um börsliche als auch um außerbörsliche Finanztransaktionen, die besteuert werden.

Finanztransaktionssteuer: Hintergrund

Es wird derzeit diskutiert, in welcher Form man EU-weit eine Finanztransaktionssteuer einführen kann. Ein weltweiter Konsens wäre in dem Fall sinnvoll, allerdings sträuben sich vor allem die USA und Großbritannien dagegen.

Bereits 1694, also vor über 300 Jahren, gab es eine Form der Finanztransaktionssteuer. Damals nannte sie sich „Stempelabgabe“ und wurde an der Londoner Börse eingeführt. Wer damals eine Transaktion durchführen wollte und Käufer war, musste für den offiziellen Stempel einen Betrag zahlen, damit der Kauf rechtsgültig bestätigt wurde.

In Deutschland gab es etwas in ähnlicher Form, allerdings erst knapp 200 Jahre später. Unter dem Titel „Gesetz über die Reichsstempelabgabe“ wurde am 1. Juli 1881 ein Gesetz erlassen, bei dem man ebenfalls für den Stempel zahlen musste. Damals ging es insbesondere um Wertpapiere und Urkunden.

Seit dem 1. Januar 1992 ist dieses Gesetz aufgehoben. Das neue Gesetz nennt sich Finanzmarktförderungsgesetz und erspart einem bei Transaktionen eine zusätzliche Steuer. Doch das soll sich nun wieder ändern.

Keynes zur Finanztransaktionssteuer

Der US-amerikanische Ökonom John Maynard Keynes hat sich bereits 1936 bei der „Great Depression“ (Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren in den USA) zu dem Thema geäußert. Er sah eine zusätzliche Steuer damals positiv.

Keynes war der Meinung, dass sich die Unternehmen nach Einführung einer Finanztransaktionssteuer wieder besser auf eine nachhaltige und langfristige Gewinnmaximierung konzentrieren könnten. Er war sich aber durchaus bewusst, dass eine derartige Steuer zu weniger Handelsvolumen führen kann und damit zu weniger Liquidität am Markt.

Tobin zur Finanztransaktionssteuer

James Tobin, ein Schüler von Keynes, veröffentliche ebenfalls eine Theorie zu diesem Thema. Er konzentrierte sich dabei auf eine Steuer, die speziell für Devisengeschäfte angedacht war. Sie wurde nach seinem Erfinder „Tobin-Steuer“ genannt. Tobin ging es darum, den Effekt von Devisengeschäften in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Kosten der jeweiligen Volkswirtschaften zu setzen.

Seiner Ansicht nach würde eine solche Steuer sich auf die realen wirtschaftlichen Kosten relativ wenig auswirken. Sein empfohlener Steuersatz deckte einen relativ großen Bereich ab, sah er doch den möglichen Steuersatz zwischen 0,05% und 0,1%.

Finanztransaktionssteuer: Definition

Die Finanztransaktionssteuer-Definition besagt, dass man bei börslichen und außerbörslichen Geschäften eine Abgabe zahlen muss. Im Gespräch sind derzeit Steuersätze im Bereich von 0,01% und 0,1%. Für Kleinanleger, die selten ihr Depot umschichten, fallen diese Beträge nicht ins Gewicht.

Es geht primär um den Hochfrequenzhandel, der darunter zu leiden hätte. Dieser könnte nun nicht mehr innerhalb von wenigen Millisekunden seinen Handel wie gehabt fortsetzen. Selbst 0,01% ist dafür schon zu teuer und würde das Geschäftsmodell zerstören.

2. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.