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Finanztransaktionssteuer: Pro und Contra

In der Union mehren sich seit Jahren die Stimmen für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Pro und Contra dieses Planes sollten jedoch genau abgewägt werden.

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise, die im Herbst 2007 begonnen hat, wurde eine solche Steuer in mehreren Ländern eingeführt, darunter beispielsweise in Frankreich. Ziel dieser Steuer soll es sein, den bisher unkontrollierten Handel mit Finanzinstrumenten unter staatliche Mitaufsicht zu stellen.

Mehr zum Thema: Alles, was Sie über die Steuer wissen müssen

Finanztransaktionssteuer: Kontrolle als Pro-Argument

Beim Pro und Contra der Finanztransaktionssteuer muss dabei positiv vermerkt werden, dass diese Steuer sämtliche Aspekte des Marktes betreffen würde.

Dies gilt nicht nur für den Handel mit Aktien oder Devisen, sondern vor allem für die als besonders riskant eingestuften Hedgefonds. Letztere wurden beispielsweise für die letzte Krise mitverantwortlich gemacht – und sollen jetzt dafür zur Kasse gebeten werden.

Besonders betroffen sind dabei diejenigen Spekulanten, die mit schnellen Kapitalumschichtungen arbeiten. Die Höhe der geplanten Steuer soll genau diese risikoreichen Transaktionen teurer und somit unattraktiver machen.

Nachteile der Realwirtschaft eliminiert

Dennoch richtet sich die Steuer nicht nur gegen diese Art von Spekulanten, sondern auch gegen Banken, Versicherungen und sonstige institutionelle Anleger.

Damit würden die Vorteile der Finanzgeschäfte gegenüber der Realwirtschaft schlussendlich eliminiert. Während aktuell ein Händler sowohl für den Einkauf (durch die Mehrwertsteuer) als auch für seine Gewinne steuerlich belangt wird, müssen bei Finanzgeschäften aktuell nur die Gewinne versteuert werden.

Die Höhe der Finanztransaktionssteuer

Zur Debatte stand dabei bereits seit Anfang der 1970er Jahre ein Steuersatz von 0,5% des Vorgangswertes. Inzwischen wurde dieser auf 0,01 bis 0,1 Prozent nach unten korrigiert.

Selbst der Minimalwert würde dabei für volle Kassen sorgen. Würden sämtliche Finanztransaktionen mit 0,01% besteuert, würde dies weltweite Einnahmen von mehr als 200 Milliarden Euro bedeuten – im Jahr.

Finanztransaktionssteuer: Negative Folgen für den Arbeitsmarkt

Dennoch kann beim Pro und Contra der Finanztransaktionssteuer nicht nur positive Aspekte in Betracht gezogen werden.

Kritiker sind der Meinung, dass die steigenden Kosten, die durch die Steuer entstehen würden, einfach an die Kunden weiter gegeben würden. Banken und andere Finanzdienstleister wären dann deutlich weniger betroffen als der normale Anleger.

Diese hätten hingegen deutliche Einbußen bei ihren Anlagen und Sparkonten zu erwarten. Dies würde negative Auswirkungen auf das gesamte Wirtschaftssystem haben, da der Konsumwille deutlich getrübt würde – mit negativen Folgen auch für den Arbeitsmarkt.

Weltweite Uneinigkeit trübt Chancen

Ein weiteres Problem stellt die weltweite Skepsis gegenüber der Steuer dar. Die USA hat sich bereits vor mehreren Jahren gegen eine Einführung entschieden, Großbritannien folgte wenig später.

Würde Deutschland oder die gesamte Eurozone nun eine Finanztransaktionssteuer einführen, würden sich Banken und andere Finanzservices in andere Länder orientieren. Deutsche Arbeitsplätze gingen damit verloren.

Mehr zum Thema: Video zur Finanztransaktionssteuer

Der Internationale Währungsfonds hat sich daher gegen die Einführung ausgesprochen. Diese sei nicht geeignet, die gewünschten Ziele zu erreichen.

Die Pläne der Union dürften daher vorerst wieder in einer Schublade verschwinden.

24. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.