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Fiscal Cliff: Warum die Fiskal-Klippe so gefährlich für die USA ist

Die Fiscal Cliff, also die fiskalische Klippe – oder einfacher gesprochen: die Haushaltsklippe –  in den USA war Ende 2012 erreicht.

Experten befürchteten, dass die weltgrößte und wichtigste Volkswirtschaft von dieser Klippe hätte stürzen können, was wohl das Abrutschen der USA in eine Rezession bedeutet hätte.

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Was ist die Fiscal Cliff?

Die Fiskalische Klippe bestand aus einer unguten Mischung aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die ab Januar 2013 in Kraft treten sollten.

Genau genommen ging es aber nicht um Steuererhöhungen, sondern das Auslaufen von Steuervergünstigungen.

Höhere Steuern also und Ausgabenkürzungen machten diese Klippe gefährlich. Um die Wirtschaft in Gang zu halten gab es nämlich bis 2012 steuerliche Vergünstigungen, die aber mit dem 31. Dezember ausliefen.

Das hätte Wirtschaft und Unternehmen in ökonomisch nicht einfachen Zeiten also belastet. Zudem musste der Staat, um seinen Schuldenberg annähernd im Griff zu halten, seine Ausgaben senken.

Wäre beides wie vorgesehen gekommen, hätte das gravierende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft gehabt. Denn höhere Steuern belasten Unternehmen und Verbraucher und bremsen den Konsum; sinkende Staatsausgaben drücken die Investitionen.

Wenn die USA den drohenden Sturz von der Klippe nicht abgefedert hätten, wäre Amerika wohl in die Rezession gerutscht, das hatten zumindest Ökonomen befürchtet.

Daher musste der wiedergewählte US-Präsident Barak Obama praktisch als erste seiner Handlungen nach seiner Wiederwahl sofort das Problem der Schuldengrenze und der fiskalischen Klippe angehen.

Letztlich einigte sich die Regierung mit der Opposition auf kurzfristige Maßnahmen, die Auswirkungen der fiskalische Klippe zu verringern, letztlich also die Erhöhungen der Steuern milder und die Sparmaßnahmen niedriger anzusetzen.

Damit ist der Fall von der Klippe weicher ausgefallen und das abrupte Abwürgen der Konjunktur verhindert worden – zumindest bist zur nächsten Verhandlungsrunde.

Mehr dazu: US-Banken: Vorbereitung auf Staatsbankrott

US-Schuldenprobleme sind älter

Die brenzlige Haushalts- und Schuldensituation der weltgrößten Volkswirtschaft allerdings ist nichts Neues und trat als Problem nicht erst 2012 auf.

Bereits 2011 etwa hatte der amerikanische Kongress lange darum gestritten, die Verschuldungsobergrenze in den USA zu erhöhen. Das war nötig, weil der drückende Schuldenberg das Land sonst teilweise zahlungsunfähig gemacht hätte.

Der Schuldenstand der USA ist in der Tat schwindelerregend hoch. Mit rund 16 Billionen US-Dollar steht die mächtigste Volkswirtschaft bei Ihren Schuldnern in der Kreide.

Vergleichbar mit der Schuldensituation in Italien – das 2012 als eines der Problemländer in der Euro-Schuldenkrise galt – entspricht das 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA.

Mehr dazu: Diesen Branchen kann eine Rezession weltweit nichts anhaben

Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit

Die USA haben eine Schuldenobergrenze gezogen, über die sie sich nicht verschulden dürfen.

Die ist zwar insofern flexibel, als dass der Kongress sie mehrheitlich nach oben oder unten setzen kann, allerdings wären die USA beim Überschreiten der Schuldengrenze praktisch zahlungsunfähig.

Nach wie vor würden die USA ihre ausstehenden Schulden zwar begleichen und durch neue Schulden ablösen. Allerdings müsste die US-Regierung bei feststehender Schuldengrenze sofort die Ausgaben spürbar senken, also Sparmaßnahmen vornehmen.

Sie könnte dann also bestimmte Zahlungen, Gehälter für Staatsbedienstete etwa kürzen oder einfrieren.

Oder andere innerpolitische oder innerfiskalische Maßnahmen ergreifen, um die Grenze einzuhalten.

27. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.