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Fiskalpolitik und Geldpolitik: Die Unterschiede auf einen Blick

Oft hört man die Begriffe Fiskalpolitik und Geldpolitik im gleichen Zusammenhang.

Das liegt daran, dass in Theorie und Praxis eine bis heute nicht beendete Diskussion über den Wirkungsgrad der Geldpolitik im Vergleich zur Fiskalpolitik geführt wird.

Die Unterschiede zwischen der Geldpolitik und der Fiskalpolitik werden klar, wenn man sich die Definitionen beider Grundpositionen genauer ansieht.

Geldpolitik: Definition und Erklärung

Als Geldpolitik oder auch Geldmarktpolitik bezeichnet man alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die eine Zentralbank ergreift, um gewissen Ziele zu erreichen.

Durch diese geldpolitischen Maßnahmen beeinflussen Zentralbanken wesentliche wirtschaftliche Entscheidungen für das jeweilige Währungsgebiet.

Das vorrangigste Ziel der Zentralbanken ist die Preisstabilität.

Nur von den Zentralbanken kann das Geld, das man täglich verwendet und benötigt, geschaffen werden.

Man unterscheidet allgemein zwischen einer restriktiven oder auch kontraktiven und einer expansiven Geldpolitik.

Das wichtigste Instrument der Geldpolitik ist der Leitzins für das Zentralbankgeld.

Am Anfang der Geldpolitik steht also immer ein Zinsbeschluss.

Bei einer restriktiven Geldpolitik wir so zum Beispiel der Leitzins erhöht. Das führt dazu, dass die Kreditaufnahme verteuert wird und soll die Konjunktur dämpfen.

Um die Konjunktur anzuregen und zu beleben, kann die Zentralbank den Leitzins senken, um die Kredite zu verbilligen.

Außerdem kann die Zentralbank die Geldmenge reduzieren oder erhöhen. Die Verknappung der Geldmenge zählt ebenfalle zur restriktiven Geldpolitik, während die Erhöhung der Geldmenge eine expansive Geldpolitik darstellt.

Grundsätzlich kann eine Zentralbank die Preise nicht direkt beeinflussen oder direkten Einfluss auf die Kapitalmarktzinsen nehmen, da diese von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.

Daher geht die Zentralbank sozusagen einen Umweg, in dem sie die Leihmöglichkeiten der Banken bei der Zentralbank steuert.

Geschäftsbanken können sich bei der Zentralbank zum Leitzins wöchentlich Geld leihen.

Eine Änderung des Leitzinses bedeutet dann, dass sich die Geldaufnahme der Banken verteuert oder verbilligt.

Die wichtigste Voraussetzung für die Wirkung der Maßnahmen der Zentralbank ist das Monopol der Zentralbank auf Banknoten.

Die Wirkungskette der Geldpolitik reicht von der Leitzinsentscheidung einer Zentralbank über das Finanz- und Bankensystem bis hin zur Auswirkung auf Unternehmen und Konsumenten.

Fiskalpolitik: Das Wichtigste im Überblick

Unter Fiskalpolitik werden alle Maßnahmen eines Staates zusammengefasst, mit denen die konjunkturelle Entwicklung gelenkt werden soll.

Mit der Fiskalpolitik will der Staat vor allem die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflussen, um dadurch die Konjunktur in eine bestimmte Richtung zu leiten.

Die Fiskalpolitik dient in erster Linie dazu, konjunkturelle Schwankungen auszugleichen und ein stabiles Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.

Meistens wird Fiskalpolitik antizyklisch, also entgegen dem Konjunkturverlauf, betrieben.

In einer Rezession muss der Staat die Konjunktur durch eine Erhöhung der öffentlichen Ausgaben wieder beleben.

In einem konjunkturellen Hoch kann der Staat seine Ausgaben verringern und seine Einnahmen steigern, um die wirtschaftliche Entwicklung zu drosseln.

Mittel des Staates im Sinne der Fiskalpolitik sind zum Beispiel die Erhöhung bzw. Regulierung der Steuern und Sozialleistungen.

Die antizyklische Fiskalpolitik ist vielfacher Kritik ausgesetzt.

So wird oft in Frage gestellt, ob die Fiskalpolitik überhaupt in der Lage ist, die Konjunktur einer Volkswirtschaft zu beeinflussen.

Aber auch die Geldpolitik wird oft kritisiert. Seit der Finanzkrise muss sich vor allem die Europäische Zentralbank immer wieder massiver Kritik an ihrer Geldpolitik aussetzen.

12. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.