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Fixe und variable Kosten – entscheidende Größen für Unternehmen

Fixe und variable Kosten ergeben in ihrer Summe die Gesamtkosten, die ein Unternehmen aufwenden muss, um eine Einheit eines Produkts zu fertigen. Dabei kann ein zu großer Anteil an Fixkosten dazu führen, dass ein Unternehmen in Krisenzeiten schnell in eine finanzielle Schieflage gerät. Im schlimmsten Fall kann dies zur Pleite führen.

Deshalb sind fixe und variable Kosten ein bedeutender Teil einer betriebswirtschaftlichen Gesamtrechnung und entscheidend für den möglichen Gewinn oder Verlust einer Firma. Häufig sind es Startups, die aufgrund von zu hohen Fixkosten in Schwierigkeiten geraten. Als Anleger sollte man diese Größen deshalb vor allem bei einem möglichen Investment in junge Unternehmen im Blick behalten.

Fixe und variable Kosten bei Unternehmen

Die fixen Kosten eines Unternehmens fallen stets unabhängig von seiner Auslastung an. Ein Beispiel: Hat der Uhrenhersteller Tick-Tack nur wenige Aufträge, so muss er dennoch die volle Miete oder die Löhne der Festangestellten zahlen. Auch Kredite müssen unabhängig von der Auftragslage bedient werden. Dies sind die fixen Kosten.

Verbessert sich nun die Auftragslage des Uhrenherstellers, so gibt es variable Kosten, die davon beeinflusst werden. So muss die Firma Tick-Tack aufgrund der höheren Anzahl an zu produzierenden Uhren auch mehr Leder für die Armbänder oder mehr Batterien für die Uhren einkaufen. Diese Kosten verändern sich also und werden variable Kosten genannt.

Beispiel für die Bedeutung von fixen und variablen Kosten

Welche Bedeutung die fixen und variablen Kosten haben, wird schnell deutlich, wenn man das oben genannte Beispiel mit konkreten Zahlen durchrechnet: die fixen Kosten der Firma Tick-Tack belaufen sich auf 30.000 € pro Monat und setzen sich überwiegend aus Gehältern für die Festangestellten, Miete für die Produktionsstätte und Abschreibungen für die Maschinen zusammen.

Die variablen Kosten der Firma sind in diesem Beispiel ausschließlich die Kosten für das Material, welches für die Uhrenherstellung benötigt wird. Pro Uhr werden 30 € an Materialkosten fällig. Die Gesamtsumme dieser Größe wird deshalb variabel genannt, weil sie abhängig von der Auslastung ist. Werden 100 Uhren gefertigt, so belaufen sich die variablen Kosten auf 3.000 €. Bei 1.000 Uhren sind es schon 30.000 €.

Unterstellt man nun, dass eine fertige Uhr für 100 € verkauft wird, kann man mit Hilfe von unterschiedlichen Stückzahlen veranschaulichen, wie stark der Unternehmenserfolg von den fixen und variablen Kosten abhängt.

Je höher die Produktionsmenge, desto lukrativer das Geschäft

Produziert die Firma Tick-Tack 100 Uhren, so belaufen sich die variablen Kosten auf 3.000 €. Zu den Gesamtkosten kommen noch die Fixkosten (30.000 €) hinzu, so dass sich eine Summe von 33.000 € ergibt. Die Einnahmen aus 100 Uhren belaufen sich jedoch nur auf 10.000 €, so dass das Unternehmen tiefrote Zahlen schreibt. Doch was passiert, wenn sich der Uhrenverkauf ankurbeln lässt?

Werden 1.000 Uhren produziert, so kommen zu den Fixkosten von 30.000 € noch variable Kosten von ebenfalls 30.000 € hinzu. Die 1.000 Uhren können für insgesamt 100.000 € verkauft werden. So stehen den 60.000 € Gesamtkosten die 100.000 € an Einnahmen gegenüber, es wird also ein deutlicher Gewinn erzielt.

Der Grund dafür ist einfach: die feststehende Summe von 30.000 € Fixkosten verteilt sich bei zunehmender Produktionsmenge auf eine größere Anzahl an Einheiten (hier: Uhren). Dies nennt man fixe Stückkosten. Bei 100 produzierten Uhren fallen pro Uhr 300 € fixe Kosten an (30.000 € / 100). Bei einem Verkaufspreis von 100 Euro pro Uhr kann das schlichtweg kein gutes Geschäft sein.

Bei einer Produktionsmenge von 1.000 Uhren betragen die fixen Stückkosten nur noch 30 € (30.000 € Fixkosten / 1.000). Zu diesen 30 € fixen Stückkosten kommen noch die Materialkosten von 30 € hinzu. Bei dieser Produktionsmenge müssen somit 60 € pro Uhr aufgewendet werden, um 100 € aus dem Verkauf zu erzielen.

Fixe und variable Kosten: großer Einfluss auf Unternehmenserfolg

So wird deutlich, dass die fixen und variablen Kosten einen großen Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Sinkt der Uhrenabsatz, so hat die Firma Tick-Tack nur 2 Möglichkeiten: die fixen und variablen Kosten senken, oder den Verkauf wieder ankurbeln.

Privatanleger sollten vor allem bei jungen aufstrebenden Unternehmen darauf achten, dass diese nicht in die (Fix-)Kostenfalle tappen. Gerade für Startups ist eine seriöse Finanzplanung und eine gute Kostenstruktur unabdingbar – und für Anleger ist das ein Grundstein für den Erfolg.

8. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.