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Floater als Alternative zu klassischen Anleihen

Aktuell sind die Zinsen niedrig. Aber eines Tages werden sie wieder steigen. Dann gewinnen Floating Rate Notes, kurz Floater, für Sie an Attraktivität gegenüber den konventionellen Anleihen mit fester Verzinsung.

Floater = variabel verzinste Anleihen

Bei Floatern handelt es sich um variabel verzinste Anleihen, deren Verzinsung in regelmäßigen Abständen – meist sind es 6, bei einigen Papieren auch 3 oder 12 Monate – an das Marktzinsniveau angepasst wird.

Die Verzinsung orientiert sich in der Regel am Euribor (European Interbank Offered Rate; Geldmarktsatz zwischen Banken für einwöchiges, Monats- und Zwölf-Monats-Geld) oder am Libor (London Interbank Offered Rate).

Beide Zinssätze werden jeden Tag von in Frankfurt bzw. London ansässigen Banken neu festgelegt, sind ansonsten aber direkt vergleichbar. Ähnliche Referenzzinsätze werden auch für andere Währungen wie z.B. den US Dollar oder das britische Pfund festgelegt.

Der Zinsaufschlag, den Sie erhalten, richtet sich nach der Bonität des Emittenten. Die Zinsvereinbarung kann z.B. so lauten: 6 Monats Euribor plus 0,75 %.

Achtung: grundsätzlich kann auch ein Zinsabschlag vereinbart sein.

Normale Anleihen: Steigende Zinsen bedeuten fallende Kurse

Normalerweise sind steigende Zinsen Gift für Ihr Anleihen-Depot. Die meisten Anleihen-Emittenten zahlen Ihnen einen festen Zinssatz. Hebt die Zentralbank nun die Zinsen an, so sind die am Markt befindlichen Anleihen nicht mehr so interessant.


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Folge: Um die gleiche Rendite wie neue Anleihen bietet zu können, fallen bei den „alten“ Anleihen (mit niedriger Nominalverzinsung) die Kurse. Dieses Zusammenspiel ist wichtig, weil sie die Rendite beeinflussen, die sich aus Anleihezins und Anleihekurs ergibt.

Fallen die Kurse, so steigt (!)die Rendite. Ruhig schlafen können dann nur die Anleger, die Anleihen von Emittenten mit hoher Bonität und sie bis zum Ende der regulären Laufzeit halten wollen, um dann ihr Geld zu 100% zurück zu erhalten.

Wenn Sie Ihre Anleihen vor Laufzeitende verkaufen wollen, kann es passieren, dass Sie weniger als den Nominalwert bzw. weniger als Ihren ursprünglichen Kaufpreis zurück erhalten. Der Grund kann das allgemeine Zinsniveau sein, welches sich erhöht hat, oder eine Verschlechterung der Bonität des Anleiheschuldners.

Doch Sie können das Zusammenspiel von Zinsen und Anleihenkursen aushebeln, indem Sie auf Floater setzen. Denn durch die häufige Anpassung des Kupons begrenzen Sie Ihr Zinsrisiko deutlich. Allerdings machen Sie in Zeiten fallender Zinsen auch die Abwärtsbewegung der Verzinsung mit.

Sonderformen von Floatern

Neben den “klassischen Floatern” begeben Unternehmen, allen voran die Banken, immer komplexere Anleihen mit variablem Zins. Zu den wichtigsten Sonderformen zählen:

Reverse Floater

Diese entwickeln sich gegenläufig zum Marktzins und dienen daher als Absicherung fürs Depot. Auch hier gibt es den Referenzzins, der allerdings von einem bestimmten Basiszins abgezogen wird. So lautet der Kupon etwa auf “5% – Drei-Monats-Libor”.

Die Folge dieser Konstruktion: Je niedriger der Referenzsatz sinkt, desto höher ist der Auszahlungsbetrag. Damit eignet sich ein Investment vor allem dann, wenn die Zentralbank mit Zinssenkungen winkt. Das ist in nächster Zeit aber nicht zu erwarten.

Capped Floater

Bei diesen Anleihen ist die Zinszahlung nach oben durch ein Limit, das Cap, begrenzt. Bei solchen Produkten fällt der Aufschlag auf den Referenzzins gegenüber klassischen Anleihen vergleichsweise hoch aus, da Sie als Anleger an starken Zinssteigerungen nicht voll teilhaben können.

Diesen Nachteil bezahlt Ihnen der Emittent mit höheren Ausschüttungen. Capped Floater sind in erster Linie in Hochzinsphasen interessant, wenn Sie Zinsen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel weiter steigen.

Floor Floater

Floor Floater haben eine Sicherung nach unten, die Auszahlungen können nicht unter ein bestimmtes Niveau fallen. Diesen “Fallschirm” müssen Sie sich durch einen Abschlag oder zumindest durch einen für die Bonität niedrigeren Aufschlag erkaufen. Floor Floater eignen sich für Sie, wenn Sie steigende Zinsen erwarten, sich aber gleichzeitig vor fallenden Zinsen schützen wollen.

Bitte bedenken Sie: alle Ausgestaltungen von variablen Anleihen, die von Standardfloatern abweichen, sind sehr komplexe Finanzinstrumente. Kaufen Sie diese nur dann, wenn Sie wirklich die jeweils spezielle Konstruktion genau verstanden haben. Lassen Sie sich nicht durch vermeintlich hohe Zinssätze blenden. Niemand hat an der Börse etwas zu verschenken.

Darauf müssen Sie achten

Wenn Sie von steigenden Zinsen ausgehen, dann sind Floater die richtige Alternative für Sie. Erwarten Sie dagegen fallende Zinsen, dann sollten Sie auf fixe Zinskupons setzen. Nur dann können Sie von der Marktentwicklung fallender Zinsen und Renditen und damit verbunden steigender Kurse für Ihre Anleihen profizieren.

Verändert sich die Bonität eines Emittenten nicht, so wird der aktuelle Kurs von normalen Floatern immer um die 100 % schwanken, ohne größere Abweichungen. Die Abweichungen sind umso geringer, je kürzer die Fixingzeiträume sind (3, 6 oder 12 Monate in der Regel).

30. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.