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Flüge online buchen: Anbieter muss Ihnen den vollen Preis nennen

Das haben Sie bei der Urlaubsplanung bestimmt auch schon erlebt:

Da glaubt man, im Netz ein Schnäppchen gemacht zu haben, und erst am Schluss offenbart sich der wahre Preis, der deutlich höher liegt als das Anfangsangebot.

Gerade beim Buchen von Flügen via Internet war das bisher die Regel.

Auf den Schnäppchenpreis von z. B. 69 € wurden dann noch Flughafengebühren, Kerosinzuschläge, Servicepauschalen, Steuern sowie ein Entgelt für Kreditkartenzahlung erhoben – und schon lag der Preis 50 oder 100 € höher.

Das geht nicht, hat inzwischen der Europäische Gerichtshof entschieden. Als Verbraucher haben Sie ein Recht darauf, gleich von Anfang an über den vollen Flugpreis informiert zu werden.

Für welche Flüge diese neuen Regeln gelten

Der Europäische Gerichtshof kann selbstverständlich nicht die Regeln für den weltweiten Flugbetrieb festlegen.

Seine Rechtsprechung bezieht sich aber zum Glück nicht nur auf europäische Fluggesellschaften. Vielmehr gilt das Gebot transparenter Preisangaben für alle Flüge, die vom Flughafen eines EU-Landes aus starten.

Die Vorgaben der Richter sind dabei eindeutig: Sie als potenzieller Fluggast müssen schon beim Buchen in der Lage sein, die Endpreise eines Fluges mit anderen Flügen zu vergleichen. Das gelingt Ihnen nicht, wenn der wahre Preis anfangs verschleiert bleibt.

Was das Fliegen dennoch teurer machen kann

„Aufgepasst!“ heißt es aber auch künftig. Denn teurer als ursprünglich gedacht kann ein Flug trotzdem werden.

Nicht verboten hat der Europäische Gerichtshof nämlich Preisaufschläge für den Verkauf von Zusatzleistungen, also beispielsweise:

  • einen Aufpreis für jedes zusätzliche Gepäckstück
  • zusätzliche Entgelte für eine Reiserücktritts-Versicherung
  • zusätzliche Entgelte für eine Reisegepäck-Versicherung
  • einen Aufpreis für flexibles Umbuchen

Deshalb sind auch Sie als Verbraucher dazu aufgerufen, bei der Suche nach dem günstigsten Flug nicht etwa Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Endpreise sind auch bei anderen Produkten und Leistungen Pflicht

Übrigens können sie als Verbraucher nicht nur bei Flügen darauf bestehen, von Anfang an den vollen Preis zu erfahren.

Das gilt auch bei anderen Produkten und Leistungen, ob sie diese nun im Internet, aus einem Katalog oder im Ladengeschäft kaufen.

So darf ein Ladengeschäft beispielsweise nicht die Nettopreise ohne Mehrwertsteuer nennen, sondern muss stets den Bruttopreis angeben. Auch Mindermengen-Zuschläge müssen ausgewiesen sein.

Das schreibt hier in Deutschland die Preisangaben-Verordnung für alle Unternehmen vor, die ihre Produkte und Leistungen an private Verbraucher verkaufen.

Sie können also sicher sein, dass anderswo mit irreführenden Preisangaben keine Augenwischerei betrieben wird.

19. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.