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Flughafenbetreiber: Aktien mit Turbulenzen

Eigentlich sind die Aussichten für die Luftfahrtbranche recht gut. Nach Prognosen des Luftverkehr-Dachverbands IATA wird mit Zuwächsen von jährlich rund 5% gerechnet. Gerade im Raum Asien-Pazifik erwarten etwa Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus gut 40% aller Neubestellungen – deren Papiere haben Potenzial.

Flughafenbetreiber-Aktien: im Sog der Airlines

Doch wie steht es mit den Aktien der Flughafenbetreiber? Schließlich werden auch die Airports vom Trend zunehmender Fluggastzahlen profitieren. Um es vorwegzunehmen: Deutschland schneidet im internationalen Vergleich schlechter ab. Die Wachstumslokomotive Europas kommt auf Zuwächse von etwa 3%, in Belgien beispielsweise sind es über 9%.

Abgesehen davon gibt es hierzulande nur eine nennenswerte Flughafen-AG, nämlich Fraport. Deutschlands größtes Drehkreuz in Frankfurt fertigte letztes Jahr 61 Mio. Passagiere ab, ein Rekordwert, der zeigt, dass ein neues Terminal nötig wäre. Auch der Luftfrachtbereich kommt an seine Grenzen.

Die Attraktivität von Airports steht und fällt nicht nur mit Service und zuverlässiger technischer Abwicklung, sondern auch mit den Kapazitäten. Sie müssen in der Lage sein, bei Bedarf auch räumlich zu wachsen, was jedoch vielerorts auf politischen Widerstand stößt. Hinzu kommen verschiedene Flugbeschränkungen während der Nachtzeiten.


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Weitere Aspekte sind möglichst wenige Streiks und Sicherheit. Die jüngeren Terroranschläge haben ihre Spuren hinterlassen. Flughafenbetreiber sind weltweit letztlich Erfüllungsgehilfen der Airlines. Die für Deutschland wichtigen Lufthansa, Air-Berlin-Gruppe sowie Tuifly und Condor wuchsen aber nur halb so stark wie der Durchschnitt der europäischen Luftlinien. Diese unterdurchschnittliche Entwicklung macht sich ebenfalls bemerkbar.

Fraport profitiert von Auslandsgeschäften

Unter den Flughafenbetreiber-Aktien Europas ist das Fraport-Papier aus dem MDax mit einem Minus von fast 18% seit 12 Monaten das Sorgenkind. Dabei konnte der nach London Heathrow und Paris Charles de Gaulle drittgrößte Airport für 2015 passable Zahlen präsentieren. Aufgrund eines strikten Kostenmanagements wurde beim auf 2,58 Mrd. € gestiegenen Umsatz (+8,5%) ein Ergebnis von 297 Mio. € erzielt – ein Plus von 18%.

Bemerkenswert dabei ist der Bereich Handel. Besonders Passagiere aus Fernost gaben für Einkäufe, Parken etc. deutlich mehr Geld aus. Erfreulich war auch das Auslandsgeschäft. Fraport ist, teils über Konsortien, an 10 Flughäfen weltweit beteiligt. Darunter Hannover, Ljubljana, Lima, Neu-Delhi oder Xi`an in China. Dort waren die Zuwächse zweistellig. Um nur 2% jedoch wuchs in Frankfurt selbst das Kerngeschäft Luftfahrt. Die Luftfracht indes nahm um ca. denselben Wert ab, was auf die Schwäche des Welthandels zurückgeführt wird.

Aéroports de Paris – drei Flughäfen in einem Papier

Leichte Einbußen bei den Passagierzahlen zeigen sich bei den Pariser Flughäfen Paris-Orly, Paris-Charles de Gaulle und Paris-Le Bourget, die 2015 im Vorjahresvergleich nur ca. 2% mehr Gäste begrüßten, insgesamt über 95 Mio. Die drei Airports laufen alle unter einer Flughafenbetreiber-Aktie bzw. einem Konzern: Aéroports de Paris.

ADP ist einer der größten Flughafenbetreiber weltweit und ebenfalls bei etlichen anderen Anbietern engagiert. So besteht eine Überkreuzbeteiligung mit dem Flughafen Amsterdam-Schipohl, sowie eine 38%-Beteiligung an der TAV, welche die Airports Istanbul und Ankara betreibt. Hinzu kommen Beteiligungen unter anderem in Mexiko, Amman in Jordanien oder Dschidda in Saudi-Arabien, wo die Zuwächse exorbitant sind.

Außerdem ist ADP über eine Tochtergesellschaft mit der Planung neuer Flughäfen bzw. Erweiterungen in Chengdu, Hongkong, Shanghai, und Südkorea beauftragt. Die Umsätze konnten um 4,48% auf 2,916 Mrd. € zulegen, der Gewinn auf 430 Mio. €. Die Aktie lag zwar in den letzten 12 Monaten mit fast 7% im Minus, brachte aber auf 5 Jahre ein Plus von 58%.

Wien: überschaubar und krisenfest

Über fast 200% Plus in dem Zeitraum konnten sich Inhaber der Flughafen Wien-Aktie freuen. Nach einem deutlichen Umsatz- und noch größeren Gewinnzuwachs auf über 85 Mio. € hebt der solide Betreiber zugleich die Dividenden kräftig an. Fürs laufende Jahr wird mit weiteren Zuwächsen und einem Gewinn von über 105 Mio. € gerechnet.

Ob dies tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten, die Aussichten für 2016 sind eher verhalten. Fraport etwa sieht die Branche aufgrund vieler Unwägbarkeiten und der Entwicklung in der Türkei in „rauerem Fahrwasser“. Als Hemmschuh für die Entwicklung des deutschen Luftverkehrs wird weiterhin etwa die Luftverkehrssteuer bemängelt, die letztes Jahr 526 Mio. € verschlang.

Auch das Nachtflugverbot sei ein Nachteil im internationalen Wettbewerb. Andererseits gibt es auch in anderen europäischen Ländern eine Beschränkung. Viel entscheidender wird die Entwicklung der Airlines sein. Und die sind europaweit unter Druck.

8. August 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.