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Folgen Sie dem Trend

Das Grundprinzip, um an der Börse dauerhaft erfolgreich zu sein, lautet für mich: Stelle Dich nie gegen den Markt.

Gerade langfristig orientierte Anleger tun sich auf Dauer keinen Gefallen damit, wenn sie sich gegen den übergeordneten Trend stellen.

Einfacher und lukrativer ist es, in Richtung des vorherrschenden Trends zu handeln.

Trendbestimmung mit der 200-Tage-Linie

Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie Sie auf einfache Weise die Trendrichtung eines Marktes oder einer Aktie bestimmen können. Möglichkeiten dazu gibt es viele. Eine davon, vielleicht die gebräuchlichste, ist die Trendbestimmung mit Hilfe der 200-Tage-Linie.

Diese Linie ergibt sich aus dem Durchschnitt der Kurse – in der Regel der Schlusskurse – der letzten 200 Handelstage.

Gefahr von Fehlsignalen

Das Prinzip ist einfach: Bewegt sich der Kurs über der Linie, liegt ein Aufwärtstrend vor. Liegt der Kurs darunter, zeigt der Trend nach unten. Die 200-Tage-Linie, die von vielen Börsianern beobachtet wird, zeigt die langfristige Trendrichtung meist gut an.


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Sie hat aber einen Nachteil. Bewegt sich der Kurs in der Nähe des Gleitenden Durchschnitts, kann es zu häufigen Ein- und Ausstiegssignalen – unter Umständen auch zu Fehlsignalen – kommen.

Diesem Problem kann man begegnen, indem man ein Verkaufssignal nur dann umsetzt, wenn die gesamte Tagesspanne unter der 200-Tage-Linie liegt.

Eine andere Möglichkeit ist es, gleichzeitig auch die Richtung der Durchschnittslinie zu beachten. Steigt die 200-Tage-Linie, liegt ein Aufwärtstrend vor. Fällt sie, befindet sich der jeweilige Wert in einem Abwärtstrend.

Trendbestimmung mit zwei Gleitenden Durchschnitten

Ich möchte Ihnen heute noch eine andere Methode vorstellen, die ich selbst zur Trendbestimmung anwende, nämlich eine Kombination von zwei Gleitenden Durchschnitten. Dabei verwende ich Wochencharts. Jeder Balken im Chart stellt also die Handelsspanne einer Woche dar.

Hier blende ich nun zwei exponentielle Gleitende Durchschnitte ein, einen kürzeren über 13 Wochen sowie einen längerfristigen über 34 Wochen.

Liegt der kürzere über dem längeren Durchschnitt, liegt ein Aufwärtstrend vor, im umgekehrten Fall ein Abwärtstrend.

Langfristige Trends werden gut angezeigt

Der Vorteil dieser Methode: Es gibt nur relativ wenige Signale, langfristige Trendbewegungen werden sehr schön angezeigt.

Damit eignet sich diese Vorgehensweise besonders gut für langfristig orientierte Anleger.

Diese Methode ist ein einfaches, aber effektives Mittel zur Trendbestimmung. Sie erleichtert es Ihnen, sich trotz aller Unsicherheiten und kurzfristiger Kursausschläge auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf den übergeordneten Trend.

Die breite Masse der Aktien ist im Abwärtstrend

Indem ich schaue, wie hoch der Anteil der Aktien ist, die einen Aufwärtstrend aufweisen, kann ich mir darüber hinaus einen guten Überblick über den Zustand des Aktienmarktes verschaffen.

Von den 160 Aktien der deutschen Auswahlindizes (DAX, MDAX, TecDAX und SDAX) befinden sich aktuell gerade einmal 26 im Aufwärtstrend, also nur rund 16%.

Diese Zahl kann Ihnen einen Anhaltspunkt geben, wie stark Sie in der jeweiligen Situation investiert sein sollten. Im Augenblick ist es also ratsam, einen relativ hohen Cashanteil zu halten.

Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass die Aktien, in die Sie investieren, einen intakten Aufwärtstrend aufweisen.

24. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.