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Fonds bewerten: Diese Kennzahl hilft auch bei Vergleichen

Wenn Investments Erträge bringen sollen, so geht das nicht ohne Risiko, und sei es nur die Tatsache, dass man sein Geld aus den Händen gibt. Hinzu kommt, dass sich Wertpapiere anders als gewünscht entwickeln können.

Mit den Ertragschancen steigen die Risiken. Wer dies mit Aktien oder Anleihen nicht selbst steuern will, vertraut sein Kapital einem Fonds an, in der Hoffnung, mit hohen Renditen belohnt zu werden.

Treynor Ratio: Beispiel für Performance-Kennzahl

Wie gut ein Fonds tatsächlich wirtschaftet, lässt sich an einigen Kennziffern ablesen: das Alpha, das Beta, die Sharpe-Ratio oder die Treynor Ratio zum Beispiel dienen als Wegweiser bei der Fondsauswahl.

Sie alle zeigen, inwieweit etwa das höhere Risiko einer Aktienanlage in bare Münze verwandelt wird und Mehrrendite bringt. Unterschiedlich ist, was als Vergleich hergenommen wird. Das kann eine idealtypische risikolose Anlage wie der Geldmarkt, ein Vergleichsindex oder die Konkurrenz sein.

Das betrachtete Risiko ist teils das Gesamtrisiko der Volatilität, das sich durch Risikostreuung reduzieren lässt. Teils ist es das Marktrisiko, bei dem das nicht so einfach geht, zum Beispiel Zinsänderungen, politische Entscheidungen oder typische Kursschwankungen. Die Marktrisiken sind bei Anleihen anders als bei Aktien oder anderen Anlageklassen.


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Anlageklassen im Vergleich zum Portfolio

Die Treynor Ratio ist eine Kennzahl, die das Marktrisiko betrachtet. Mit ihr lassen sich bestimmte Märkte bzw. Schwerpunktfonds, etwa mit Automobilaktien, zum Rest abgleichen. Sie gibt Aufschluss darüber, wie sich einzelne Anlageklassen im Vergleich zum gesamten Fondsportfolio bewährt haben.

Hauptsache, der betrachtete Fonds ist breit gestreut. Dann nämlich ist das Gesamtrisiko reduziert, womit das Marktrisiko deutlich wird, zum Beispiel bei einem Portfolio, das einen ganzen Index abbildet.

Eine hohe Treynor Ratio kann zum Beispiel zeigen, ob sich ein Aktieninvestment unter ansonsten gleichen Rahmenbedingungen besser entwickelt hat als der Rest. Die typischen Risiken der Aktien sind mit einbezogen. Bei der Berechnung kommt erneut der Aspekt der Marktrisiken ins Spiel. Die Treynor Ratio ergibt sich aus dem Verhältnis zweier anderer Kennzahlen, der Überrendite und dem Betafaktor.

Überrendite und Schwankungsanfälligkeit des Portfolios

Die Überrendite ist das Alpha. Hier geht es nicht nur darum, ob der Fonds einen Vergleichsindex wie den Dax geschlagen hat. Es wird auch das Beta berücksichtigt, das den Abhängigkeitsgrad der Investition vom Marktrisiko misst. Als Benchmark zum Abgleich kann ebenfalls der Dax, der CDax herhalten.

Damit lässt sich die Anfälligkeit des Fonds gegen typische Marktschwankungen darstellen, was dann zeigt, ob er sich in dem Umfeld bewährt hat. Je höher der Betafaktor, desto stärker schwankt der Aktienfonds im Vergleich zum Dax.

Zur Berechnung der Treynor Ratio wird also die Überrendite ins Verhältnis zum Beta des Fondsportfolios gesetzt. Je kleiner das Beta, desto weniger reagiert das Portfolio auf Marktschwankungen und desto höher ist entsprechend die Treynor Ratio. Die positive risikobezogene Wertentwicklung des Fonds zeigt, dass er kaum anfällig gegenüber Marktschwankungen und somit das Risiko der Anlage gering ist.

Treynor Ratio Zahlenbeispiel: Welcher Spezialfonds bringt mehr?

Als Anleger kann man damit etwa zwei Fonds auf je einen speziellen Index vergleichen. Wenn beispielsweise der eine Fonds mit Schwerpunkt Automobilaktien eine Treynor Ratio von 1,2 % und der andere mit Pharmawerten 1,28 % aufweist, dann bringt der letztgenannte die bessere Risikoprämie, kurz Performance.

Bei der ganzen Sache ist jedoch zu berücksichtigen, welche Benchmark zur Berechnung des Beta verwendet wird. Fondsmanager wählen mitunter gezielt Marktindizes aus, die zu einem kleineren Beta und damit zur höheren Treynor Ratio führen.

Ähnlich wie die Sharpe Ratio

Im Prinzip ähnelt die Treynor Ratio der bekannteren Sharpe Ratio. Der Unterschied: die Treynor Ratio berücksichtigt das Marktrisiko, die Sharpe Ratio dagegen das Gesamtrisiko. Letztere eignet sich somit besser für den generellen Vergleich unterschiedlicher Portfolien.

Anders als die Treynor Ratio hilft sie zum Beispiel bei der Wahl zwischen zwei Fonds mit unterschiedlicher Schwankungsanfälligkeit. Je höher die Sharpe Ratio, desto besser der Fonds. In dem Fall ist entweder die Überrendite größer oder eben die Volatilität geringer, also das Risiko.

Bei diesen Performance-Kennziffern muss man aber immer berücksichtigen, dass sie sich auf Werte aus der Vergangenheit beziehen. Schon ein Wechsel im Fondsmanagement kann einiges verändern. Daher ist es ratsam, parallel die Bewertungen unabhängiger Rating-Agenturen wie Morningstar, Feri oder Standard & Poors anzuschauen.

19. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.