Achten Sie bei einem Vergleich vor allem darauf, daß die beim Kauf von Fonds anfallenden Ausgabeaufschläge darin eingerechnet sind. Viele Direktanlagebanken bieten Ihnen beim Kauf von Fonds einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, der durchaus bis 50% und im Einzelfall mehr betragen kann.
Allerdings bieten die Direktbanken bislang noch keine Auszahlungspläne an, so daß Sie hier gezwungen wären, den monatlichen Verkauf von Fondsanteilen selbst vorzunehmen, was wegen der krummen Anteilspreise allerdings problematisch sein kann.
Es ist nach unserer Einschätzung aber nur noch eine Frage der Zeit, wann die Direktbanken Auszahlungspläne als interessantes, umsatzträchtiges Geschäftsfeld entdecken werden
Bevorzugen Sie Fonds mit vergleichsweise geringer Volatilität
Grundsätzlich sind Fonds, die eine geringe Schwankungsbreite in den Erträgen haben, also eine stetige Wertentwicklung erkennen lassen, am besten für einen Auszahlungsplan geeignet, wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen.
Eine sehr geringe Volatilität haben offene Immobilienfonds, deren Ertragsaussichten wegen der Krise am deutschen Immobilienmarkt derzeit allerdings sehr gering sind.
Die zweitgeringste Volatilität weisen Rentenfonds auf, die größte dagegen Aktienfonds. Im „Fondsreport“ des „GeldanlageBeraters“ ist diese Volatilität als Risikokennziffer in der letzten Spalte ausgewiesen.
Je höher diese Kennziffer, desto größer war die in den vergangenen 3 Jahren festgestellte Schwankungsbreite der Fonds.
Mischen Sie Ihrem Auszahlungsdepot Aktienfonds bei
Bei den Auszahlungsplänen mit Fonds sollten Sie wieder die Zinsabschlagsteuer beachten, falls Ihre Erträge nicht unter den Sparerfreibeträgen bleiben. Vor allem, wenn Sie diese bereits ausgeschöpft haben, sollten Sie Ihre mögliche Steuerbelastung aus dem Auszahlungsplan durch die Beimischung von Aktienfonds drücken.
Als Faustregel können Sie davon ausgehen, daß die Wertentwicklung dieser Fonds zu 80% aus steuerfreien Kursgewinnen resultiert und der Rest aus steuerpflichtigen Dividendenerträgen.
Allerdings gehen Sie mit diesem Aktienfondsanteil das Risiko starker Ertragsschwankungen ein, das über einen langen Auszahlungszeitraum von 10, 20 oder gar noch mehr Jahren allerdings erheblich gemildert ist. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen bei langen Anlagezeiträumen einen Aktienfondsanteil von wenigstens 30%.
Versicherungsangebote: lebenslange Renten mit oder ohne Garantiezeiten
Neben den Auszahlungsplänen bei Banken und Investmentgesellschaften haben Sie schließlich auch noch die Möglichkeit, einen angesammelten Sparbetrag in eine private Rentenversicherung einzuzahlen und daraus eine monatliche Rente zu erzielen.
Auch hier stehen Ihnen unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Aber der wichtigste Unterschied zu den anderen Angeboten: Sie können zwischen Zeitrente und Leibrente wählen. Bei der Zeitrente wird der Rentenbetrag nur für eine bestimmte von Ihnen festgelegte Zeit gezahlt, bei der Leibrente bis zu Ihrem Tod.
Versicherungen bieten vor allem die Leibrente an
Die Zeitrente ähnelt am ehesten den Auszahlungs oder Entnahmeplänen der Kreditinstitute und Investmentgesell schaften, spielt aber bei den Versicherungen praktisch keine Rolle.
Üblich ist die Leibrente, die ein Leben lang bis zum Tod des Versicherungsnehmers gezahlt wird. Damit unterscheidet sich das Angebot der Versicherungsunternehmen ganz erheblich von dem der Banken und Kapitalanlagegesellschaften.
Und darauf legen sie auch besonderen Wert. Denn sie – und nur sie – bieten Ihnen die Gewähr, daß der monatliche Betrag lebenslänglich gezahlt wird.
Ihr Eintrittsalter bestimmt die Höhe der zu erwartenden Auszahlungen
Weil Sie durch Ihre Einmalzahlung bei der Lebensversicherung einen Anspruch auf eine monatliche Rentenzahlung auf Lebenszeit erwerben können, ist für die Höhe der monatlichen Zahlung Ihr Alter von entscheidender Bedeutung.
In der oben abgebildeten Übersicht, die wir für Sie aktuell von der VictoriaVersicherung haben anfertigen lassen, wurde von einem Lebensalter von 60 Jahren ausgegangen. Dafür wurden die verschiedenen Varianten bei einer Einmalzahlung von 100.000 € durchgerechnet.
Weil aber Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, erhalten weibliche Versicherungsnehmer eine geringere Rente als männliche.
Der männliche Versicherungsnehmer bekommt im 1. Jahr nach Zahlung des Einmalbetrags bei der Wahl der Zusatzrente und bei 5 Jahren Garantiezeit 526 €, eine Frau unter sonst gleichen Bedingungen 479 €.
Lebensversicherung gibt es mit oder ohne Garantie
Auch bei Lebensversicherungen gibt es viele Varianten. Eine ist die Garantiezeit. Eine solche von 5 Jahren bedeutet:
Die Versicherungsgesellschaft garantiert, daß – unabhängig vom Zeitpunkt des Todes des Versicherungsnehmers – die Rente einschließlich der Gewinnbeteiligung 5 Jahre nach Rentenbeginn weitergezahlt wird oder ein Ausgleich durch eine entsprechende Kapitalabfindung erfolgt.
Damit wird sichergestellt, daß nicht die Lebensversicherung der Nutznießer von einem frühen Ableben des Versicherungsnehmers wird, sondern dessen Erben. Im allgemeinen können Sie zwischen den Varianten: keine Garantie und 5, 10 oder 15 Jahre Garantie wählen.
Der Unterschied in der monatlichen Rente ist aber nicht sehr hoch. Es macht bei männlichen Versicherungsnehmern im 1. Jahr gerade einmal 21 € Differenz (526 minus 505) aus, ob Sie eine Garantiezeit von 5 oder 15 Jahren wählen. Sie können also durch die Option für eine längere Garantiezeit etwas für Ihre Erben tun, wenn Sie dies wünschen.


