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Fondsrenten – Angebots-Vergleich tut not

Eine Fondsrente ist eine fondsgebundene Rentenversicherung und damit eine Fondspolice als Fondssparplan im Versicherungsmantel. Der Name verheißt Sicherheit und Chancen. Doch ein sorgfältiger Vergleich der Angebote tut not.

Fondsrenten werden gerne als Renditebringer verkauft. Zentrales Verkaufsargument: Fondsrenten kombinieren die Vorteile einer privaten Rentenversicherung mit den Wertsteigerungsperspektiven an den Kapitalmärkten. Eine gute Fondspolice kann dies auch leisten.

Fondsrenten – erhebliche Unterschiede im Vergleich

Aber nicht alle bieten die Sicherheitskomponente einer Rente und die Freiheit eines Fondssparplans. Im Vergleich zeigt sich, dass längst nicht jede angebotene Fondsrente für jeden geeignet ist. Und die Leistungen unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Auch wenn ein Angebot zunächst verlockend erscheint – ein Vergleich unter den Anbietern kann beträchtliche Summen sparen.

Wichtig beim Vergleich sind die Flexibilität einer Fondsrente, die Qualität und Anzahl der Fonds sowie die Kosten. Und nicht zuletzt die Transparenz der Informationen.

Fondsrente: Kosten auf zwei Seiten

Entscheidend sind gerade die Kosten. Je nach Höhe und Struktur profitieren häufig vor allem die Beteiligten im provisionsgetriebenen System von Banken und Versicherern. Alle Ausgaben, die an der Rendite fressen, gehen zu Lasten des Kunden.

Die Mischung aus Fondssparplan und Versicherung verursacht entsprechend Kosten auf beiden Seiten. Ein Teil der monatlichen Beiträge geht für Abschluss- und Verwaltungskosten, Todesfallschutz.und Provisionen drauf.

Der Hauptteil der Kundengelder geht in Investmentfonds: Aktien, Anleihen oder Immobilien. Bei festgelegten und nur wenigen Fonds kann der Kunde nur hoffen, dass der Anbieter aufs richtige Pferd setzt und der Fondsmanager seine Sache gut macht.

Das Risiko liegt beim Versicherten. Wegen der Unwägbarkeiten gibt es natürlich keine garantierte Rentenhöhe.

Faustregel: Je höher die Kosten für die Versicherung, desto weniger Geld steht für die Fonds zur Verfügung. Und je länger die Laufzeiten, desto höher die Provisionskosten. Insgesamt können die Kosten anfänglich bis zu 20% und mehr ausmachen.

Fondsrenten – Gebühren fressen Ertrag

Auch bei den Fonds summieren sich die Ausgaben. Gebühren für Verwaltung, Depot, Bank, Kosten für Transaktionen oder Berichterstattung sowie Erfolgsvergütungen nagen zusätzlich an der Rendite.

All das muss erst einmal an der Börse verdient werden und kann auch die Freude am Steuervorteil einer Fondsrente trüben.

Eine weitere Auswirkung der gerade zu Anfang hohen Kosten: Wer vorzeitig aussteigt, bekommt nur einen Teil seiner Beiträge zurück. Je früher, desto weniger.

Fondsrenten im Vergleich: Auf Flexibilität und Qualität achten

Die Anlagemöglichkeiten bestimmen letztlich den Erfolg einer Fondsrente. Ideal sind Fondsrenten, bei denen der Kunde sein Geld auf möglichst viele Fonds verteilen kann, die er sich aussucht. Wer sich auskennt, sollte auch das Fondsmanagement selbst in die Hand nehmen.

Viele Versicherer haben daran jedoch kein Interesse. In der Regel geben die Berater die Marschrichtung vor. Gerne wird in wenige „ausgewählte“ Fonds investiert, die zum Konzern gehören oder von ihm kräftig profitieren. Häufig sind diese Fonds aber vergleichsweise schwach.

Genau an dieser Stelle kommt es auch zu den in die Kritik geratenen „Kickbacks“: Der Fonds bedankt sich mit Rückvergütungen bei der Versicherung.

Derartige verdeckte Provisionen müssen aber laut Bundesgerichtshof mittlerweile offengelegt werden. Ob der Kunde sie im Kleingedruckten versteht, ist eine andere Sache.

Insgesamt sollte man auf ein gutes Fondsangebot mit überdurchschnittlicher Performance achten.Bei einigen Anbietern kann man bei Bedarf die Fonds wechseln. Doch auch das ist mit Extrakosten verbunden.

Keine echte Garantie bei Fondsrenten

Wer  beim Vergleich der Angebote auf etwas Sicherheit aus ist, der mag sich für Fondsrenten mit Garantie interessieren.

Doch Vorsicht: Das heißt nicht mehr, als dass wenigstens die Einzahlungen zurückgezahlt werden. Fondsrenten mit sogenannter Garantie bringen dafür aber weniger Rendite.

Vorsicht ist auch bei Angeboten mit eingebauter Beitragsdynamik geboten – auch wenn die Aussicht auf höhere Enderträge lockt. Wer sich verpflichtet, jedes Jahr beispielsweise 10% mehr zu zahlen, muss wissen, dass er das langfristig auch kann.

Fazit: Bei Fondsrenten muss der Sparer genau wissen, auf was er sich einlässt. Wie Tests der Stiftung Warentest immer wieder zeigen, ist die Mehrheit nicht unbedingt zu empfehlen. Und laut Studien der Ratingagentur Feri überzeugen die meisten der eingesetzten Aktienfonds nicht wirklich.

Gerade Unerfahrene sollten sich nicht von Aussagen wie „Garantie“ oder „sichere Rente“ blenden lassen. Ein Versicherter weiß in der Regel bis zum Ruhestand nicht genau, ob und auf welche Rentenzahlungen er sich einstellen kann. Eine Garantieverzinsung wie bei klassischen Lebensversicherungen gibt es nicht.

Stichwort Vergleich: Wer die Chancen am Aktienmarkt mit den Vorteilen einer Versicherung verbinden will, der sollte sich eine Alternative anschauen: ETFs im Versicherungsmantel. Die bieten eine Reihe von Vorteilen und sind wesentlich günstiger. Hier nagen kaum Kosten am Ertrag.

29. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.