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Fondsrenten: Nur als Riester/Rürup steuerlich absetzbar

Fondsrenten werden gerne als Renditebringer verkauft. Zentrales Verkaufsargument: Fondsrenten kombinieren die Vorteile einer privaten Rentenversicherung mit den Wertsteigerungsperspektiven an den Kapitalmärkten.

Bei den Vorteilen einer Rentenversicherung geht es vor allem um die steuerliche Behandlung der Renten. Bei einer Fondsrente greift die Abgeltungssteuer erst bei Auszahlung – nach mindestens 12 Jahren Laufzeit.

Ist man zu diesem Zeitpunkt 63, wird nur die Hälfte der Erträge versteuert, auch wenn der Betrag auf einmal gezahlt wird. Wer aber seine Fondspolice vorzeitig kündigt, muss auf diesen Vorteil verzichten.

Handelt es sich um fortlaufende Rentenzahlungen, so wird nur der Ertragsanteil versteuert. Zu Rentenbeginn beträgt der 18%.

Von100 € sind also nur 18 zu versteuern.

Reguläre Fondsrente nicht steuerlich absetzbar

Soweit der generelle Steuervorteil von fondsgebundenen Rentenversicherungen. Doch wie sieht es mit der Frage aus, ob eine Fondsrente steuerlich absetzbar ist um die Einkommenssteuer zu reduzieren?

Die Beiträge für reguläre Fondsrenten sind nicht steuerlich absetzbar.

Um Missverständnisse auszuräumen: Sie waren es auch bis 2005 nicht. Damals wurde die komplette Steuerbefreiung für Lebensversicherungen aufgehoben. Fondsrenten hatten davon aber sowieso nicht profitiert.

Wer auf eine Fondsrente setzt und die Vorsorgebeiträge als Sonderausgaben absetzen will, der hat nur zwei Möglichkeiten.

Fondsrente – als Riester-Rente steuerlich absetzbar

Die eine ist eine Fondsrente als Riester-Rente. Die andere in Form einer Rüruprente bzw. Basisrente.

Bei der Riester-Rente gibt es eine Mischung aus staatlichen Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage) und der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge.

Während Familien eher Zulagen ins Anspruch nehmen, ist ab einem bestimmten Einkommen die steuerliche Absetzbarkeit interessant. Der Abzug für Sonderausgaben in der Steuererklärung wird bis zu 2.100€ anerkannt.

Zulage oder Steuerabzug? Das Finanzamt wendet automatisch die günstigere Lösung an – im Sinne des Steuerzahlers. Eventuelle Förderbeiträge werden beim Abzug mitgezählt. Ist der Steuervorteil größer als eine Förderung, so wird diese dann zurückverlangt.

Voraussetzung ist, dass es sich um einen zertifizierten Vertrag für eine Riester-Fondsrente handelt.

Fondsrente – als Rürup-Rente steuerlich absetzbar

Für Selbständige und Besserverdienende eignet sich die Rürup-Rente. Von ihr können auch Angestellte und Beamte profitieren. Sie geht auf den Ökonomen Bert Rürup zurück und wird zunehmend auch Basis-Rente genannt.

Das Finanzamt erkennt pro Jahr Beiträge bis zu 20.000 Euro von Alleinstehenden und 40.000 Euro von Verheirateten an.

Davon zieht die Behörde seit 2012 74% Prozent als Sonderausgaben ab. Stufenweise steigt dieser  Satz jährlich um 2 Prozentpunkte bis 2025 auf 100% an.

Entsprechend steigt der Höchstbetrag jedes Jahr um 400 € bzw. 800 €.

Im Gegenzug werden die späteren Renten immer höher besteuert – die sogenannte nachgelagerte Besteuerung.

Im Jahr 2010 waren es 60%. Bis 2020 steigt auch dieser Satz um jährlich 2%. Ab 2020 geht es in 1%-Schritten weiter bis 2040 die vollen 100% erreicht sind.

Voraussetzungen:  Es muss eine lebenslange Rente sein. Die Renten dürfen frühestens ab 60 gezahlt werden. Für Neuverträge ab 2012 ab 63 Jahren. Die Fondsrente darf nicht beleihbar, vererblich, veräußerbar, übertragbar und nicht kapitalisierbar sein.

Es kommen nur zertifizierte Rürup-Fondsrenten in den Genuss der steuerlichen Absetzbarkeit, die die strengen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

29. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.