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Franken-Euro-Bindung: die direkten Folgen der Aufhebung für Anleger

Der 15. Januar dieses Jahres hatte es in sich. Als an diesem Tag die Schweizer Nationalbank die Franken-Euro-Bindung aufhob, standen zahlreiche Anleger schlagartig vor gravierenden Problemen.

Kunden, die auf Kredite in Franken gesetzt hatten, waren genauso betroffen wie Anleger im Devisengeschäft.

Sicherheitsforderungen für verteuerte Frankenkredite

Viele Kreditnehmer hatten das das feste Wechselkursverhältnis genutzt, um ein günstiges Darlehen auf Basis des stabilen Schweizer Franken aufzunehmen.

Durch die massive Aufwertung nach Auflösung der Franken-Euro-Bindung aber haben sich die Kredite über Nacht um mehr als 30% verteuert – häufig geht es um 5-stellige Beträge. Doch damit nicht genug. Hinzu kommt, dass die Banken deshalb nun zusätzliche Sicherheiten fordern.

Frankenkreditnehmer, die in Bedrängnis gerieten müssen Folgendes beachten. Grundsätzlich kann eine Bank immer Nachbesicherungen fordern. Sollte ein Kunde etwa feststellen, dass im Vertrag keine Widerrufsbelehrung vorliegt, so könnte er den Vertrag kündigen. Doch dann müsste er das Geld zum jetzt gestiegenen Kurs zurückzahlen.


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Anders hingegen, wenn die Bank nicht ausreichend über die Risiken des Fremdwährungskredits aufgeklärt hat. Inwieweit dies der Fall war, ist im Einzelfall mitunter nicht leicht zu beurteilen. Genügt schon der generelle Hinweis der Bank in einem Halbsatz?

Etliche Juristen sehen im Fall der Franken-Euro-Bindung die Notwendigkeit einer gesteigerten Aufklärung. Besonders wenn die Währungskoppelung ein Hauptargument für die vermeintliche Sicherheit des Kredits war.

Wenn Stopp-Kurse zur Kreditsicherung versagt haben

Nun gab es aber auch zahlreiche Kreditnehmer, die mit ihrer Bank oder Sparkasse eine zusätzliche Währungsabsicherung vereinbart hatten: Beim Unterschreiten eines bestimmten Kurslimits sollte der Frankenkredit in Euro umgewandelt werden.

Dabei wird die Bank mit einer Stopp-Loss-Order beauftragt. Bei den Kreditfällen lag das Limit in der Regel knapp unter dem bis dahin gängigen Kurs von 1,20. Doch dieser Stopp-Kurs nach unten löst lediglich eine Umwandlung aus. Was die meisten nicht wussten: Der nächstmögliche Umstiegskurs lag bei 1:1.

Die Frankenkredite wurden also rund 20% unter den Erwartungen der Kreditnehmer konvertiert. Die vermeintliche Sicherung war nicht nur ohne Wirkung, sie ging sogar nach hintern los. Die Kunden mussten erhebliche Verluste hinnehmen.

Zur Absicherung hätte es statt einer Stopp-Loss-Order einer Stopp-Loss-Limit-Order bedurft, bei der die Untergrenze festgelegt ist. Sollte dies nachweisbar sein, könnte es sich um einen gravierenden Beratungsfehler der Bank handeln, der unter Umständen Anspruch auf Schadensersatz gewährt.

Herbe Verluste und Margin-Calls bei Devisengeschäften

Zu unerwünschten Verlusten kam entsprechend auch bei Anlegern im Devisengeschäft. Häufig haben Stopp-Loss-Kurse nicht funktioniert und Broker die Devisenpositionen der Anleger mit Verzögerung geschlossen.

Erwartete Orderausführungen bzw. Gutschriften wurden teilweise im Nachhinein zu Lasten der Anleger geändert. Damit ging nicht nur Kapital verloren, die Anleger wurden zudem zum Nachschuss (Margin Call) aufgefordert, und das meist in kürzester Zeit. Anleger, denen noch am Morgen des 15. Januar die Orderausführung zum gesetzten Stopp-Loss bestätigt wurde, sahen sich am Abend mit erheblichen Nachforderungen konfrontiert.

Mit Blick auf Schadensersatzforderungen kommen hier zwei Gedanken zum Tragen. Ein Broker sollte gewährleisten, dass Stopp-Loss-Kurse auch in turbulenten Krisensituationen greifen. Denn dafür sind sie schließlich gedacht. Die Broker hatten die Reißleine nicht rechtzeitig gezogen.

Abgesehen davon wurde im Zusammenhang mit Warentermingeschäften bereits gerichtlich entschieden: Anleger müssen in Bezug auf Stopp-Loss-Kurse darauf hingewiesen werden, dass eine Stopp-Loss-Order bei Kursstürzen versagen kann.

Juristischer Rat zwecks Schadensersatz

Da die Turbulenzen nach der Aufhebung der Franken-Euro-Bindung zu teils erheblichen finanziellen Verlusten geführt haben, sollten sich Anleger auf jeden Fall von einem Juristen beraten lassen. In der Regel stellt sich bereits im ersten Beratungsgespräch schnell heraus, wie es um die Chancen auf Schadensersatz steht.

2. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.