In den nächsten Wochen wird es an den Finanzmärkten erneut rund gehen.
Beleg dafür ist die neue Schwierigkeit, in die der Euroraum hineingeraten ist.
Konkret droht jetzt Frankreich die Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Das würde die Zinsen nochmals erhöhen und die Märkte durchschütteln. Vor allem aber ist die nächste Anleihenrunde damit gefährdet.
Italien und Spanien konnten ihre Titel jüngst verkaufen, Frankreich aber läutet Schwierigkeiten für die folgenden Auktionen etwa Deutschlands oder gar Griechenlands ein.
Die Zinsen für diese Anleihen werden nach der Rating-Abstufung von Frankreich entweder steigen – oder die EZB (europäische Zentralbank) greift massiv ein. Beides würde sich an den Märkten mit fallenden Kursen bei Aktien oder Anleihen zumindest zwischenzeitlich bemerkbar machen.
Freitagnachmittag: Probleme am Markt
Beachten Sie: Die neue Bewertung an den Märkten setzte am Freitagnachmittag bereits ein, als die Schwierigkeiten Frankreichs bekannt geworden sind. Das bedeutet auch, dass damit signalisiert wurde, wohin die Reise in den nächsten Tagen und möglicherweise Wochen gehen wird.
Fundamental brauchen Sie bei Investitionen in den Dax oder andere ausgesuchte Aktien keine Sorgen zu haben. Denn: Aktien sind als Gegengewicht zu Anleihen ein hervorragendes Investment. Allerdings sind die Bewertungen gewohnt schwankungsanfällig, so dass rationale Überlegungen keine Rolle spielen.
- Steigen die Zinsen, kann dies Aktien dauerhaft schaden, da Unternehmen mehr Geld für die Kredite aufwenden müssen. Nur: die Zinsen sind derzeit so niedrig, dass höhere Zinsen Unternehmen derzeit kaum belasten würden.
- Andersherum: Leicht steigende Zinsen, mit denen wir zunächst rechnen, helfen immer noch nicht, das Misstrauen in den Euro zu beseitigen. Damit rückt zum einen die Krisenwährung Gold in den Mittelpunkt von Investments, zum Anderen aber Aktien. Denn: Sachwerte mit soliden Bilanzen werden die kommende Krise im Euroraum überstehen.
- Staatsanleihen, die jetzt bereits am Markt sind, werden im Kurs sinken. Das bedeutet für Investoren zweierlei:
- Wer solche Staatsanleihen hat, muss Verluste in Kauf nehmen, die sich an der Börse nicht mehr ohne weiteres reduzieren werden – denn: die Zinsen für bestehende Staatsanleihen sind bei den neuen Risiken zu gering.
- Zudem: Versicherungen und Banken werden bei sinkenden Staatsanleihe-Kursen höhere Risiken in Kauf nehmen müssen. Das bedeutet: deren Kurse drohen zu fallen.
Die Krise geht weiter
Bedingt durch die neuen Entwicklungen wird die Krise im Euroraum daher weiter gehen und vor allem die Depots großer institutioneller Investoren wie Versicherungen und Banken betreffen. Rechnen Sie mit sinkenden Kursen bei ausländischen Instituten, deren Wertentwicklung sich hier gar nicht kontrollieren lässt.
GeVestor meint: Vorsicht vor allem bei spanischen und französischen Banken. Diese haben in den nächsten Wochen Schwierigkeiten, die sich nicht mehr schnell werden lösen lassen. Rechnen Sie zudem mit Problemen in Italien beziehungsweise deren Bankensystem.
Schließlich wird auch für den EuroStoxx 50 die Luft dünner. Das bedeutet: Bleiben Sie, wenn Sie in Europa investieren wollen, vor allem in Deutschland. Der Dax etwa hat weniger Finanztitel im Depot. Gut in der akutellen Euro-Krise.


