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Frauenquote – mit mehr Frauen bessere Ergebnisse?

Eine Frauenquote verpflichtet dazu, einen festen Anteil an Stellen oder Ämtern in Organisationen oder Unternehmen an Frauen zu vergeben.

Die Frauenquote, die man auch Geschlechter- oder Genderquote nennt, soll zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft beitragen.

Frauen sind die Hälfte der Talentreserve

Die Idee dahinter: Frauen stellen rund die Hälfte der Bevölkerung und somit die Hälfte der Talentreserve dar.

Länder sind daher wettbewerbsfähiger, so die Theorie, wenn sie auch ihre Frauen besser ausbilden und ihnen gleiche berufliche Chancen bieten.

Absolute und relative Frauenquote

Dabei gibt es absolute und relative Frauenquoten.

Bei einer absoluten Frauenquote besetzt man einen festgelegten Anteil der Positionen mit Frauen – bei einer 50%-Regelung und 10 zu besetzenden Stellen stellt man also 5 Frauen ein.

Harte und weiche Frauenquoten

Handelt es sich dabei um eine sogenannte harte Quote, darf man pro Bewerbungsrunde nicht mehr Männer als Frauen einstellen.

Gibt es also jeweils bei 5 zu vergebenden Stellen nur 4 weibliche Bewerber, kann man in dieser ersten Runde auch nur je 4 Posten besetzen. Um auch den 5. Mann zu besetzen, muss man warten, bis eine 5. Frau gefunden ist.

Bei einer weichen absoluten Quote kann man in jedem Fall schon in Bewerbungsrunde Nummer 1 alle Männerposten besetzen.

Eine relative Frauenquote hingegen schreibt vor, dass man bei gleicher Qualifikation Frauen Vorrang geben muss – solange, bis ein festgelegter Anteil mit Frauen besetzt ist.

Frauenquoten gesetzlich festgeschrieben – für den öffentlichen Sektor

Es gibt zahlreiche gesetzliche Regelungen für Frauenquoten. In der Regel beziehen die sich jedoch auf den öffentlichen Sektor.

Im europäischen Recht ist die Gleichbehandlung von Mann und Frau durch die Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie vom November 2000 verankert.

Relative Frauenquote im öffentlichen Dienst

Das Bundesgleichstellungsgesetz sieht eine relative Quotenregelung für den deutschen öffentlichen Dienst vor.

Diese Frauenquote gilt auch für Sozialversicherungsträger, Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie für die Bundesagentur für Arbeit.

Die Grünen waren Vorreiter

Zahlreiche deutsche Parteien haben ihre eigenen Frauenquoten.

Vorreiter waren die Grünen, die schon bei ihrer Gründung 1979 eine absolute Frauenquote von 50% einführten.

Die Linke hingegen hat nicht nur eine 50-prozentige Quotenregelung eingeführt. In Versammlungen und Gremien sprechen Frauen und Männer abwechselnd.

Die CDU hat seit 1996 ein sogenanntes Frauenquorum – die Partei strebt also einen Anteil von 30% an weiblichen Führungskräften an, eine Verpflichtung dazu gibt es allerdings nicht.

Die CSU schließlich führte im Oktober 2010 eine Frauenquote von 40% für die Landes- und Bezirksebene ein.

Keine privatwirtschaftliche Frauenquote

Jedoch konnten sich deutsche Politiker bisher nicht auf eine gesetzliche Frauenquote für die Privatwirtschaft einigen.

Gegner einer solchen Regelung sagen, sie würde zu einer Einschränkung des Eigentumsrechts und der Vertragsfreiheit führen.

Schließlich könnten die Eigentümer von Unternehmen nicht mehr frei über die Besetzung der Gremien entscheiden.

Zudem befürchten Gegner von Frauenquoten, dass durch diese Männer wegen ihres Geschlechts diskriminiert würden. So stelle man nicht mehr den bestmöglichen Kandidaten für den jeweiligen Job ein.

Befürworter argumentieren, Frauen in Führungspositionen würden das Unternehmensresultat verbessern. Wissenschaftlich konnte dies bisher jedoch nicht belegt werden.

31. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.