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Freibetrag: Kapitalerträge ohne Abzug von Abgeltungssteuer

Bis 2008 bezeichnete der Sparer-Freibetrag den Betrag der Einkünfte aus Kapitalvermögen, die steuerfrei waren und demnach nicht mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert wurden. Im Zuge der kompletten Überarbeitung der Besteuerung von Kapitalerträgen und der Einführung der pauschalen Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 wurde der Sparer-Freibetrag zum Sparer-Pauschbetrag.

Seit dieser Reform sind Einkünfte aus Kapitalvermögen bis zu 801 € für Alleinstehende und bis zu 1.602 € für zusammenveranlagte Ehegatten steuerfrei.

Freibetrag für Kapitalerträge in der Praxis – der Freistellungsauftrag

Damit der Anleger die Vorteile des Sparer-Pauschbetrags nutzen kann ist es wichtig, sämtliche Geldanlagen und Zinsquellen im Auge zu behalten. Nur wer den Freibetrag für Kapitalerträge sinnvoll verteilt und wenn erforderlich den Freistellungsauftrag anpasst, kann die Steuerlast optimieren und sparen.

Als Freistellungsauftrag für Kapitalerträge bezeichnet man die Vereinbarung zwischen einem Steuerpflichtigen und seinem Kreditinstitut, Kapitalerträge vom automatischen Steuerabzug der Kapitalertragsteuer freizustellen.

Verzichtet der Anleger auf Erteilung eines Freistellungsauftrags oder liegen seine Kapitaleinkünfte über dem Sparer-Pauschbetrag fallen Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch Kirchensteuer an. Diesen Betrag führt das Kreditinstitut sofort an das Finanzamt ab.

Freibetrag: Jährliche Anpassung

Die jährliche Anpassung der Freistellungsaufträge erfolgt am Einfachsten mittels Durchsicht der Jahressteuerbescheinigungen. Diese wird kostenlos vom Kreditinstitut zur Verfügung gestellt und beinhaltet sämtliche Informationen über die abgeführten Beträge und Hinweise zur Angabe in der Steuererklärung. Die Höhe der Erträge aus Ersparnissen ist immer abhängig von der Höhe des jeweiligen Zinssatzes.

Die Erteilung eines Freistellungsauftrags unter Angabe der Steueridentifikationsnummer ist immer kostenlos und gültig bis auf Widerruf. Um sicherzustellen, dass Anleger die Höchstsumme der freigestellten Kapitalerträge nicht überschreiten, meldet das Kreditinstitut die Steueridentifikationsnummer an das Bundeszentralamt für Steuern. Hier werden die Freibeträge abgeglichen. Auch wenn hier eine Überprüfung stattfindet, so ist der Anleger dennoch angehalten seine Freistellungsaufträge selbst im Auge zu behalten.

Die Aufteilung der Freistellungsaufträge – gleich mehrfach profitieren

Der Sparer-Pauschbetrag kann mittels verschiedener Freistellungsaufträge auf mehrere Kreditinstitute, Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften verteilt werden. Ein gestellter Freistellungsauftrag gilt grundsätzlich für alle Konten und Depots beim jeweiligen Institut und kann daher nicht auf einzelne Konten oder Depots beschränkt werden.

Auch wenn der Sparer-Pauschbetrag bereits ausgeschöpft ist und keine weiteren Freistellungsaufträge mehr beantragt werden können, kann der Anleger mit kleinen Tricks den ein oder anderen Euro Steuer sparen.

Steuern und geringes Einkommen

Ist es abzusehen, dass im kommenden Veranlagungszeitraum aufgrund des geringen Einkommens des Steuerpflichtigen keine Einkommensteuer anfallen wird, so kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden. In diesem Fall werden Einkünfte aus Kapitalvermögen auch über dem Sparer-Pauschbetrag steuerfrei ausgezahlt.

Auf Antrag können Ehegatten die Erträge und Verluste bei einem Kreditinstitut gegeneinander aufrechnen lassen und sparen so Abgeltungssteuer. Für die Beantragung dieser ehegattenübergreifenden Verlustverrechnung kann ebenfalls das Formular für Freistellungsaufträge genutzt werden. Die Formulare zur Antragstellung gibt es bei der jeweiligen Bank – meistens auch gleich zum Download.

17. April 2013

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Melanie Alibrandi
Von: Melanie Alibrandi. Über den Autor

Melanie Alibrandi arbeitet als Office Manager bei einem internationalen Unternehmen und schreibt als freie Autorin Texte für verschiedene Projekte. Aufgrund Ihrer Ausbildung als Steuerfachangestellte und dem weiterführenden Studium im selben Bereich gilt ihr Interesse den privaten Finanzen - speziell den privaten Steuern und der Vermittlung ihres Wissens an ihre Leser.