Die Notenbanken haben es in dieser Woche geschafft, die Finanzmärkte zu überraschen.
Mit einer völlig unerwarteten, international abgestimmten Aktion haben an den Börsen zur Wochenmitte einen kräftigen Kursschub ausgelöst.
Kurzfristig hat die Ankündigung, die Märkte mit Geld zu fluten, Wirkung gezeigt. Nun stellt sich für Anleger aber die Frage, welche Auswirkungen die angekündigten Maßnahmen auf längere Sicht haben.
Inflation: ein Weg aus der Schuldenkrise
Erst vor rund zwei Wochen hatte ich Ihnen in Rendite Trends geschrieben, dass eine schleichende Inflation ein möglicher Weg – vielleicht der einzige – ist, um dem Schuldenproblem Herr zu werden. Ich schrieb Ihnen: „Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass ein Schuldenberg weginflationiert wird.
Die Notenbanken öffnen die Schleusen
Genau das ist nach den angekündigten Maßnahmen nun zu erwarten. Was am Mittwoch passierte, war schon bemerkenswert. Zunächst kündigte die chinesische Zentralbank an, dass die Mindestreserveanforderungen für die Banken gesenkt werden. Das bedeutet, dass die Banken weniger Kapital als Reserve halten müssen und dementsprechend mehr Geld in Form von Krediten in die Wirtschaft gepumpt werden kann.
Am gleichen Tag – etwas später – kam dann der große „Hammer“. Die wichtigsten Zentralbanken der Welt, die US-Notenbank Fed, die EZB und die Notenbanken aus Großbritannien, der Schweiz, Kanada und Japan teilten mit, dass die Finanzmärkte mit zusätzlicher Dollar-Liquidität versorgt werden sollen. Diese Vereinbarung gilt vorerst bis Februar 2013.
Börsen reagieren mit einer Kursexplosion
Die Börsen reagierten auf diese Ankündigung mit einer Kursexplosion. Der DAX legte von seinem Tagestief um mehr als 400 Punkte zu. Dieser drastische Kurssprung ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass Anleger, die auf der Short-Seite engagiert waren, ihre Positionen auflösen und Aktien zurückkaufen mussten, was den Kursanstieg zusätzlich verstärkte.
Die Notenbanken geben den Kampf gegen die Inflation auf
Die negative Charttechnik hat sich mit dem Anstieg der vergangenen Woche etwas entspannt. Was aber bedeuten die Maßnahmen der Notenbanken auf mittlere und längere Sicht? Klare Antwort: Die Notenbanken legen ihren Fokus jetzt darauf, die schwächelnde Konjunktur zu stützen und geben den Kampf gegen die Inflation auf. Es ist damit zu rechnen, dass die Inflationsraten über kurz oder lang weiter anziehen werden.
Darauf müssen Sie sich als Anleger einstellen. Staatsanleihen, die nach wie vor für viele als sicherer Hafen gelten, sind vor diesem Hintergrund tabu. Zinsen deutlich unterhalb der Inflationsrate führen unweigerlich zu einem Kaufkraftverlust.
Gold bleibt aussichtsreich
Eine Alternative bleibt in dem zu erwartenden Szenario Gold. Das gelbe Edelmetall hat seit dem massiven Anstieg im September ein wenig Luft abgelassen, dabei die langfristige, seit Oktober 2008 gültige Aufwärtstrendlinie aber mehrfach bestätigt. Gold bleibt damit mittel- und langfristig aussichtsreich.
An Aktien kommen Sie nicht vorbei
Daneben kommen Sie an Aktien weiterhin nicht vorbei. Interessant sind vor allem fundamental starke Unternehmen mit funktionierenden Geschäftsmodellen, die zum einen auch in Krisenzeiten in der Erfolgsspur bleiben und weiter wachsen und die auf der anderen Seite aufgrund wertvoller Marken in der Lage sind, inflationsbedingt steigende Kosten über Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben.
Für Aktien-Investitionen auf breiter Front ist es derzeit jedoch zu früh. Bislang ist die Markttechnik noch negativ. Daher ist es ratsam, sich zunächst auf trendstarke Werte zu konzentrieren, die auch in dieser Marktphase Stärke zeigen. Ich werde Ihnen in Rendite Trends auch künftig aussichtsreiche Titel vorstellen, die sich weiter in einem intakten Aufwärtstrend bewegen.



