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Freie Liquidität in Unternehmen – Geldreserven freilegen und sichern

Freie Liquidität bezeichnet die verfügbaren Zahlungsmittel, die über das hinausgehen, was zur Deckung von Verbindlichkeiten notwendig ist. Freie Liquidität stärkt die Finanzkraft sowie die Bonität eines Unternehmens und schafft Spielraum für weiteren Erfolg.

Notwendig ist sie allein schon für unvorhergesehene Ausgaben, die nicht in den Bestand der planbaren Verbindlichkeiten gehören. Für freie Liquidität finden sich in dem meisten Unternehmen Potenziale, etwa in Form von unnötig gebundenem Kapital, das freigesetzt werden könnte.

Freie Liquidität im Kontext

Ausreichende Liquidität ist für Unternehmen die Voraussetzung, mit liquiden Zahlungsmitteln den laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

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Wie es um die Liquidität bestellt ist, lässt sich anhand von Liquiditätskennziffern erkennen. Diese zeigen auch, ob etwa eine Unterliquidität vorliegt, die im schlimmsten Fall zu Zahlungsunfähigkeit und damit zur Insolvenz führt.

Mehr zum Thema: Einzugsbedingte Liquidität – wichtigste Liquiditätskennzahl

Liquiditätsplanung ist also eine der wichtigsten Aufgaben des Finanzmanagements. Durch langfristige Planung und eine vernünftige Kapitalstruktur wird ein Unternehmen in die Lage versetzt, seine Verpflichtungen jederzeit jederzeit in voller Höhe zu erfüllen.

Das Ziel ist einerseits, Unterliquidität zu vermeiden und andererseits zu beachten, dass zu viel gehortete geldnahe Mittel unter Umständen mit der Rentabilität kollidieren. Gleichzeitig jedoch können sich genügend Reserven bzw. freie Liquidität als wichtig erweisen.

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Freie Liquidität schützt zum Beispiel vor Überraschungen wie unvorhersehbaren Ausgaben. Sie gleicht Liquiditätsschwankungen aus, stärkt zugleich die eigene Finanzkraft und erhöht die Bonität gegenüber Banken. Freie Liquidität erleichtert somit den Zugang zu externen Finanzmitteln.

Schaffung freier Liquidität durch effektives Management

Bei der freien Liquidität geht es auch um den Free Cash Flow, also das, was in der Kasse übrig bleibt, nachdem Schulden und Zinsen getilgt wurden. In vielen Unternehmen findet sich genügend Potenzial, um Liquidität freizusetzen. Stichwort: Gebundenes Kapital, Umlaufvermögen und ein effektives Working Capital Management.

Das Working Capital ergibt sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Damit ist es der Teil des Kapitals, der für das Unternehmen operativ arbeitet. Und hier gibt es Möglichkeiten der Optimierung.

So wäre zum Beispiel zu überprüfen, ob die Warenbestände und Vorräte zu hoch sind. Je höher, desto mehr Kapital ist gebunden und desto mehr steigt das Risiko, dass ein Teil eventuell nicht verkauft werden kann. Auch lässt sich unter Umständen Anlagevermögen durch Umstellung auf Leasing zu Geld machen. Ebenso kann ein optimierter Betriebsablauf Kapital freisetzen.

Das gleiche gilt für Forderungen, die sich im Wege des Factoring verkaufen lassen. Bei Verbindlichkeiten könnten beispielsweise neu ausgehandelte Zahlungsziele die Liquidität erhöhen.

Freie Liquidität durch intelligente Lösungen

Freie Liquidität lässt sich sogar auch dort schaffen, wo es finanziell eng wird. Wenn etwa die Kreditlinie ständig überzogen ist, wird durch die überhöhten Zinsen unnötig Kapital gebunden. Ein Auffangkredit kann hier spürbar die Kosten reduzieren. Zumindest gibt er Luft für die vereinbarte Laufzeit, nach der erst das tilgungsfrei gestelle erste Darlehen in Raten abgezahlt wird. Die reduzierten Kosten und die vorläufig nicht notwendigen Abzahlungsraten sind die freie Liquidität.

Die genannten Beispiele sind eine Art der Kapitalfreisetzung, die zum Bereich der Innenfinanzierung von Unternehmen gehört. Gebundenes Kapital wird einfach in Geld umgewandelt.

Mehr zum Thema: Innenfinanzierung Definition: Geld aus eigener Kraft generieren

Freie Liquidität – Reserven richtig bewirtschaften

Freie Liquidität sollte als Reserve dienen und schnell verfügbar sein. Deshalb muss es richtig angelegt werden. Da es auf einem Kontokorrent kaum Zinsen bringt, empfehlen sich besser verzinste Anlagen in möglichst geldmarktnahe Investments, die eine tägliche Verfügbarkeit garantieren.

24. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.