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Freistellungsauftrag: Bei Ehepaaren reichen schon 0 € aus

Viele Ehepaare führen getrennte Konten – sei es aus historischen Gründen, aus persönlichen oder einfach, um verschiedene Anlageklassen und Einkunftsarten zu trennen. Wichtig: dieser kleine Steuertrick hilft auch diesen Ehepaaren, Verluste noch steuerlich anerkennen zu lassen.

Es geht einfach nur darum, formal einen Freistellungsauftrag gestellt zu haben. So sieht es das Bundesministerium für Finanzen in einem internen Schreiben. Sofern ein Ehepaar Konten bei einem Institut hat, werden ohne Freistellungsauftrag Verluste nicht gegenseitig anerkannt.

Freistellung über 0 €

Es reicht daher, einen Freistellungsauftrag über 0 € einzureichen. Die Gewinne werden mit den Verlusten des Ehepartners dann automatisch verrechnet. Wer dies nicht beantragt, riskiert, dass die Bank zunächst die Abgeltungssteuer von 25% plus Soli-Zuschlag + Kirchensteuer auf die Gewinne einbehält.

Fazit: Auf jeden Fall nutzen. Diese Formalie ist bis dato a) nicht üblich gewesen und b) auch nicht bekannt. Mit Beginn des neuen Steuerjahres 2010 können Sie diesen 0-Euro-Freistellungsauftrag stellen.

Freistellungsaufträge anpassen –  Vorteile sichern

Darüber hinaus ist wichtig: Wenn Sie bei verschiedenen Banken und Brokern Kunde sind, sollten Sie Ihre Freistellungsaufträge anpassen. Im genannten Fall benötigen Sie bereits mehrere Freistellungsaufträge. Richten Sie diese überall dort ein, wo Sie Konten haben, etwa auch Festgelder. Denken Sie bei der Festlegung der Höhe daran, wie hoch Ihre Erträge etwa ausfallen werden. Konkret: Sie sollten die Beträge der einzelnen  Freistellungsaufträge anpassen je nach dem, wie viele Kapitalerträge Sie beim einzelnen Kreditinstitut erwarten. Die Summe von 801 € beziehungsweise 1.602 € dürfen Sie dabei nie überschreiten.

Beispiel: Angenommen Sie haben Ihr Tagesgeldkonto bei einer Volksbank, darauf erhalten Sie aktuell 1,5% Zinsen pro Jahr. Rund 10.000 € liegen dort. Die freigestellte Summe liegt bei 500 €. Daneben haben Sie noch ein Depot bei  Cortal Consors. Die freigestellte Summe liegt bei 301 €. Was Sie an Dividenden, Zinsen und Kursgewinnen aus Ihren Wertpapieren erhalten, wissen Sie nicht genau, aber die Einnahmen dürften sich 2011 auf ungefähr 2.000 € belaufen.

Geld sparen mit dem Freistellungsauftrag

Klug ist jetzt eine Anpassung der Freistellungsaufträge: Beim Tagesgeldkonto  kassieren Sie maximal 150 € (1,5 Prozent von 10.000 €). Mehr brauchen Sie dort also nicht freistellen zu lassen. Dafür können Sie die freigestellte Summe bei  Cortal Consors erhöhen, nämlich auf 651 €. Das bedeutet: Erst, was darüber hinausgeht, nämlich 1.349 €, unterliegt der Abgeltungssteuer. Die Bank führt entsprechend 355,80 € an Abgeltungssteuer inklusive  Solidaritätszuschlag ab, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich noch die Kirchensteuer.

Zum Vergleich: Hätten Sie die Freistellungsaufträge nicht angepasst, blieben bei der Volksbank 350 € der Freistellungssumme ungenutzt. Bei  Cortal Consors würden entsprechend 1.699 € direkt besteuert, und der Steuerabzug läge bei 448,11 €, also fast 100 € darüber. Wer das Anpassen der Freistellungsaufträge versäumt, kann sich die zu viel gezahlte Steuer zwar über die Einkommensteuererklärung wieder zurückholen. Aber seien wir ehrlich: Besser ist es doch, der Staat bekommt von vornherein nicht mehr, als ihm von Gesetzes wegen zusteht.

25. November 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.