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Der Freistellungsauftrag – ein Vordruck zum Steuersparen

Mit einem Freistellungsauftrag geben Sie Ihrer Bank die Anweisung, anfallende Kapitalerträge vom automatischen Steuerabzug freizustellen. So können dadurch den sogenannten Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen.

Vordrucke für den Freistellungsauftrag hat jede Bank

Der Freistellungsauftrag gilt jeweils rückwirkend zum 1. Januar des laufenden Jahres. Sie können ihn bis zum 31. Dezember desselben Jahres einreichen. Dabei kommt es unter Umständen zur Erstattung von bereits entrichteten Steuern.

Vordrucke für einen solchen Freistellungsauftrag können Sie bei Ihrer Bank anfordern. Sie können diese meist online abrufen oder telefonisch bestellen. Um einen solchen Antrag stellen zu dürfen, müssen Sie einen Wohnsitz in Deutschland haben.

Dabei müssen Sie persönliche Daten wie Namen und Adresse angeben, aber auch die Vertragsnummer für den Sparvertrag und die Steuer-Identifikationsnummer.

Freistellungsauftrag befreit von über 30% Steuer

Ohne einen Freistellungsauftrag hält das Geldinstitut von Ihren Erträgen 25% Kapitalertragssteuer und 5,5% Solidaritätszuschlag ein und leitet diese Beträge an das Finanzamt weiter. Gegebenenfalls kommt da noch Kirchensteuer hinzu.

Zu den Erträgen zählen Zinsen, Kursgewinne und Dividendenzahlungen. Die Abzüge erfolgen am Jahresende oder auch am Laufzeitende von Festgeld oder bei der Realisierung von Kursgewinnen.

Unterschiedliche Obergrenzen für Alleinstehende und Ehepaare

Die gesetzliche Obergrenze für die Freistellung sind Kapitalerträge von 801 € bei Alleinstehenden und 1.602 € bei Ehepaaren. Diese Beträge setzen sich aus dem ehemaligen Sparerfreibetrag in Höhe von jeweils 750 € und einer Werbekostenpauschale von 50 € zusammen.

Dabei können sie den Freistellungsauftrag auf verschiedene Banken aufteilen. Jede Bank hat für den Antrag einen gesonderten Vordruck. Sie geben an, in welcher Höhe Sie Sparbeträge von der Steuer befreien lassen wollen.

Insgesamt dürfen Sie sich nur Beträge innerhalb Höchstgrenze freistellen lassen. Dabei ist es nicht möglich, bestimmte Konten bei einer Bank von der Freistellung ausschließen zu lassen.

Neuer Freistellungsauftrag im Falle der Scheidung

Kommt es zur Scheidung, müssen sie einen neuen Freistellungsantrag stellen – auch wenn Sie alleiniger Vertragsinhaber sind. Im Jahr der Scheidung haben Sie die Wahl zwischen der gemeinschaftlichen oder der gemeinsamen Freistellung.

Ähnliches gilt beim Todesfall eines Ehepartners. Bei Namensänderung müssen Sie ebenfalls einen neuen Freistellungsauftrag stellen. Lösen Sie ihre Konten auf, müssen Sie auch den Freistellungsauftrag löschen lassen.

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung anstelle des Freistellungsauftrags

Bestimmte Personengruppen wie Studenten oder Rentner können auch eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen. Diese bekommt man, wenn man zum Beispiel nur sehr geringe Beträge verdient und daher keine Einkommenssteuer zahlen muss. Ein solches Formular ist beim Finanzamt erhältlich. Die Bescheinigung gilt für maximal 3 Jahre.

Minderjährige verfügen ebenfalls über einen Sparer-Pauschbetrag. Den Vordruck für den Freistellungsauftrag müssen alle gesetzliche Vertreter unterschreiben.

1. Juli 2013

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.