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Freistellungsauftrag: Eine Definition, die Sie kennen sollten

Der Freistellungsauftrag ist die Anweisung eines Steuerpflichtigen an seine Bank, anfallende Zinseinnahmen vom automatischen Steuerabzug freizustellen. Wird kein solcher Auftrag erteilt, ist das Kreditinstitut laut Abgeltungssteuer dazu verpflichtet, 25% Einkommenssteuer aus jeglichen Zinserträgen an das Finanzamt abzutreten.

Dieser Prozentsatz wird direkt von den Banken einbehalten und gar nicht erst ausbezahlt. Liegt der persönliche Steuersatz des Kontoinhabers unter 25%, kann der zu viel entrichtete Betrag in der Steuererklärung am Ende des Jahres zurückgeholt werden. Auch ein Solidaritätszuschlag von 5,5% sowie eine eventuell zu zahlende Kirchensteuer fallen unter die Kapitalertragssteuer.

Der Freistellungsauftrag per Definition: Gesetzliche Grundlagen

Gemäß § 43 I EStG richtet der Gläubiger seinen Auftrag an die auszahlende Stelle, um innerhalb des ihm zustehenden Freistellungsvolumens Kapitaleinnahmen von der Kapitalertragssteuer freizustellen. Damit wird der Zinsabschlag nach dem Zinsabschlaggesetz (§ 44a II Nr. 1 EStG) umgangen.

Der Kunde erteilt dem Kreditinstitut die Berechtigung, ihm den vollen Betrag seiner Zinseinkünfte auszuzahlen. Die Obergrenze hierfür ist im entsprechenden Freistellungsauftrag verankert. Gibt es keinen solchen Auftrag, können die vorab gezahlten Steuerbeträge erst mit der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden (EStG §§ 44a, 44b und §§ 36b, 36c). Ein Freistellungsauftrag kann befristet oder unbefristet erteilt werden. Zudem ist eine Abänderung der Vertragsdaten oder ein Widerruf jederzeit kostenlos möglich.

Keine Freistellung für gewerbliche Einnahmen

Ein Freistellungsauftrag kann per Definition nur auf private Kapitaleinnahmen angewendet werden. Kapitalerträge, die unter dem Sparer-Pauschbetrag liegen, sind einkommensteuerfrei und bleiben somit von der Kapitalertragssteuer unbehelligt.

Da der Sparer-Freibetrag nicht für betriebliche Einnahmen und Einkünfte aus Vermietungen oder Verpachtungen gilt, kann der Freistellungsauftrag für diese Einkunftsarten nicht erteilt werden.

Das Freistellungsvolumen

Seit dem 1. Januar 2007 beträgt das Freistellungsvolumen für Alleinstehende 801 €. Für zusammen veranlagte Eheleute handelt es sich um 1.602 €. Der Antragsteller kann entscheiden, ob er über den gesamten Freistellungsbetrag verfügen möchte oder nur über einen Teil davon.

Außerdem kann das Gesamtvolumen auf mehrere Konten verschiedener Kreditinstitute verteilt werden. Es steht in der Pflicht des Auftraggebers, die Ausschöpfung seiner individuellen Freistellungsgrenze zu überwachen.

Zusammenveranlagung: Was bedeutet das konkret?

Laut Auffassung der Finanzverwaltung konnten gemeinsam veranlagte Eheleute nur einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen. Seit 2010 ist diese Regelung jedoch hinfällig. Nun können die Eheleute wählen, ob sie einen gemeinsamen Vertrag abschließen wollen oder getrennte Freistellungen ihrer eigenen Konten bevorzugen.

Nach einer Scheidung oder bei dauernder Trennung der Eheleute ist der Freistellungsauftrag zu ändern, da der Höchstbetrag von 1.602 € nur bei einer gemeinschaftlichen Veranlagung gilt. Der Auftrag endet – wenn nicht anders vereinbart – mit dem Tod des Auftraggebers.

Freistellungsauftrag: Welche Kapitalerträge können begünstigt werden?

Der Freistellungsauftrag kann sich laut Definition auf alle Kapitalerträge beziehen, die von Kreditinstituten gutgeschrieben werden.

Das heißt auch Erträge aus Wertpapiergeschäften, aus einer stillen Beteiligung, aus einem partiarischen Darlehen sowie aus einer Lebensversicherung können auf Wunsch von der Abgeltungssteuer befreit werden.

10. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.