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Freistellungsauftrag für Eheleute: 1.602 € können Sie jährlich sparen

Mit einem Freistellungsauftrag können Sparer ihre Bank beauftragen, die Zinsen privater Kapitalerträge ohne Abzug der Abgeltungssteuer gutzuschreiben. Dies funktioniert allerdings nur bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages.

Wird ein solcher Auftrag nicht erteilt, steht das Kreditinstitut laut Abgeltungssteuer in der Pflicht, 25% Einkommenssteuer plus 5,5% Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls Kirchensteuer aus jeglichen Zinserträgen an das Finanzamt abzutreten.

Der Sparer-Pauschbetrag: Für Eheleute gilt das Doppelte

Das Freistellungsvolumen, also der Sparer-Pauschbetrag, beträgt für Alleinstehende 801 € jährlich. Für zusammen veranlagte Eheleute gilt eine Obergrenze von 1.602 €.

Zusammenveranlagung bedeutet im Klartext, dass beide Ehepartner auf Antrag gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden (§ 26 EStG). Für eingetragene, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gilt diese Regelung steuerrechtlich nicht.

Freistellungsauftrag für Eheleute: Welche Auswirkungen haben Scheidung und Todesfall?

Leben die Eheleute dauerhaft getrennt oder lassen sich scheiden, wird der Freistellungsauftrag ungültig, da die 1.602 € nur für eine Zusammenveranlagung vorgesehen sind. Verstirbt einer der beiden Ehegatten, wird der gemeinsam gestellte Auftrag ebenfalls ungültig.

Allerdings geschieht dies nur dann, wenn es sich um Gemeinschaftskonten der Eheleute handelt oder das betreffende Konto auf den Namen des Verstorbenen geführt wird. Ist der überlebende Ehepartner jedoch alleiniger Gläubiger kann der Freistellungsauftrag noch für das laufende Kalenderjahr angewendet werden.

Freistellungsauftrag gemeinsam oder allein? Eheleute können entscheiden

Bis zum Jahr 2010 konnten gemeinsam veranlagte Eheleute laut Auffassung der Finanzverwaltung nur einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen. Diese Regelung ist inzwischen hinfällig geworden.

Nun können die Eheleute wählen, ob sie einen gemeinsamen Vertrag abschließen wollen oder getrennte Freistellungen ihrer eigenen Konten bevorzugen. Allerdings gelten diese dann nicht für gemeinsame Konten der Ehegatten, sondern nur für die Einzelkonten bis zu einer Höhe von 801 €. Einzel-Freistellungsaufträge kommen vor allen Dingen dann in Betracht, wenn die Eheleute getrennt steuerlich veranlagt sind.

Zwei Konten – Zwei Banken: Wo und wie wird der Freistellungsauftrag für Eheleute beantragt?

Zusammen veranlagte Eheleute verfügen gemeinsam über ein Freistellungsvolumen von 1.602 €. Wie sie dieses verwalten beziehungsweise aufteilen, liegt allerdings in ihrem Ermessen.

Zum Beispiel kann der gesamte Freistellungsauftrag auf mehrere Kreditinstitute aufgeteilt werden.

Hierzu müssen die Eheleute jeder Bank, an welcher sie ein Konto führen, einen gemeinsamen Antrag auf Freistellung erteilen.

Seit 2010: Antrag auf ehegattenübergreifende Verlustverrechnung

Seit dem Jahr 2010 haben Ehepartner zusätzlich die Möglichkeit, eine ehegattenübergreifende Verlustverrechnung durchzuführen. Im Klartext verrechnet das zuständige Kreditinstitut hierbei realisierte Verluste aus Kapitalanlagen mit den Erträgen des jeweils anderen Ehegatten. Ziel dieser gemeinschaftlichen Verlustverrechnung ist eine Vereinfachung für die Eheleute.

Ob sie sich in der Steuererklärung für die Zusammenveranlagung oder die getrennte Veranlagung entschieden haben, spielt hierbei keine Rolle.

10. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.