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Freistellungsauftrag: So füllen Sie ihn für Kapitalerträge aus

Zunächst ist einmal zu klären, wer überhaupt einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erteilen kann. Wenn Sie Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben und/oder der unbeschränkten deutschen Einkommensteuerpflicht unterliegen, können Sie als Einzelperson oder als Eheleute einen Freistellungsauftrag erteilen.

Die Erteilung eines Freistellungsauftrags ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn weder Ihr Wohnsitz noch Ihr gewöhnlicher Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland ist. Es gilt zu beachten, dass ausschließlich der Kontoinhaber einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erteilen kann.

Falls Eheleute einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen, führt dies am Jahresende zu einer Verrechnung der Verluste des einen Ehegatten mit den Gewinnen und Erträgen des anderen Ehegatten. Weiterhin kann der Freistellungsauftrag nur für sämtliche Depots oder Konten bei einem Kreditinstitut oder einem anderen Auftragnehmer gestellt werden. Ein Widerruf des Freistellungsauftrags ist lediglich zum Kalenderjahresende möglich.

Die Höhe der Freibeträge

Bei Alleinstehenden liegt der Freibetrag bei rund 801,00 €. Bei Ehegatten liegt der Freibetrag bei 1.602,00 €. Wenn Sie mehrere Konten unterhalten, darf die Summe der von Ihnen gestellten Freibeträge diesen jährlichen Betrag Euro nicht übersteigen. Kinder, welche das achtzehnte Lebensjahr noch nicht abgeschlossen haben, haben einen Anspruch auf einen eigenen Freistellungsauftrag in Höhe von 801,00 €.

Dieser Betrag wird nicht bei den Eltern angerechnet. Somit wird deutlich, dass ein separater Freistellungsauftrag erforderlich wird. Dieser ist von dem/den gesetzlichen Vertreter(n) zu unterschreiben.

Die Gültigkeit des Freistellungsauftrags

Falls Sie Ihren Freistellungsauftrag nicht befristen wollen, sollten Sie wissen, dass dieser jedes Jahr mit der gleichen Summe in das folgende Jahr übernommen wird. Dies geschieht solange, bis er geändert oder widerrufen wird. Wenn Sie Ihren Freistellungsauftrag befristet haben, gilt dieser bis zu dem von Ihnen angegebenen Datum beziehungsweise bis Sie ihn widerrufen oder ändern.

Sie sollten weiterhin beachten, dass bei Heirat, Trennung oder Scheidung der bisherige Freistellungsauftrag seine Gültigkeit verliert, auch wenn Sie alleiniger Vertragsinhaber sind. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Sie dann einen neuen Auftrag erteilen.

Die Erteilung eines Freistellungsauftrags

Ein Freistellungsauftrag ist schriftlich und nur mit dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck zu erteilen. Nur vollständig ausgefüllte und unterschriebene Freistellungsaufträge können bearbeitet werden. Beachten Sie, dass der Freistellungsauftrag bei Eheleuten grundsätzlich von beiden Personen zu unterschreiben ist.

Dies gilt auch, wenn Sie alleiniger Depot-/Kontoinhaber sind.

Bei dauernd getrennt lebenden Ehegatten ist eine Ausnahme zu beachten. Die Unterschrift des Ehegatten ist dann nicht notwendig. Vermerken Sie dies auf dem Freistellungsauftrag. Bitte beachten Sie, dass der Freistellungsauftrag nur mit Ihrer Steueridentifikationsnummer berücksichtigt werden kann.

28. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.