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Freistellungsauftrag: Steuern sparen bei getrennter Veranlagung

Einen Freistellungsauftrag kann jeder steuerpflichtige Bundesbürger stellen. Mit der Beauftragung verpflichtet sich das Kreditinstitut, Zinseinkünfte aus Kapitaleinnahmen ohne Abschlag an das Finanzamt an den Kontoinhaber auszuzahlen.

Somit entfallen 25% Einkommenssteuer plus 5,5% Solidaritätszuschlag und eine eventuell zu entrichtende Kirchensteuer, welche ohne einen Freistellungsauftrag automatisch an das Finanzamt übergehen würde.

Neuregelung seit 2010: Ein gemeinsamer Freistellungsauftrag für Eheleute ist nicht länger verpflichtend

Bis vor kurzem war es Auffassung der Finanzverwaltung, dass Eheleute – gemeinsam veranlagt oder nicht – nur einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen können. Diese Regelung besitzt seit dem Jahr 2010 keine Gültigkeit mehr. Nun können Eheleute entscheiden, ob sie einen gemeinsamen Auftrag stellen oder getrennte Freistellungen bevorzugen.

Wählen sie getrennte Freistellungsaufträge gelten diese jedoch nicht für Gemeinschaftskonten des Paares. Ausschließlich die Zinseinkünfte der getrennten Konten werden bis zu einer Höhe von 801 € von der Steuer befreit. Rein steuerlich werden die Ehegatten also als alleinstehend betrachtet und der Freistellungsbetrag von 1.602 € wird hinfällig. Zwei einzelne Freistellungsaufträge kommen vor allen Dingen dann in Betracht, wenn die Eheleute getrennt steuerlich veranlagt sind.

Getrennte Veranlagung in der Steuererklärung berechnen

Haben sich die Ehepartner zu einer getrennten Veranlagung entschieden, müssen sie dementsprechend auch getrennte Einkommenssteuererklärungen abgeben. Hierzu müssen die Kapitaleinkünfte den jeweiligen Besitzern zugeordnet werden. Noch einmal zur Erinnerung: Nur der gemeinsame Freistellungsauftrag gilt sowohl für Gemeinschaftskonten/- depots als auch für Konten oder Depots, die auf den Namen eines einzelnen Ehegatten geführt werden.

Privileg der gemeinsamen Veranlagung: Antrag auf ehegattenübergreifende Verlustverrechnung

Das Formular für einen gemeinsamen Freistellungsauftrag gilt auch als „Antrag auf ehegattenübergreifende Verlustverrechnung“. Seit dem Jahr 2010 können Ehepartner ihre Gewinne und Verluste im Rahmen einer gemeinsamen steuerlichen Veranlagung gegenrechnen, ohne auf die Steuererklärung am Ende des Jahres warten zu müssen.

Allerdings nur dann, wenn sie gemeinsam steuerlich veranlagt sind. Werden die Konten und Depots des Paares bei derselben Bank geführt und liegt ein gemeinsamer Freistellungsauftrag vor, dann führt das betreffende Institut ganz automatisch die übergreifende Verlustverrechnung durch.

Getrennte oder gemeinsame Veranlagung: Eine nicht ganz einfache Entscheidung

Ehepaare stehen vor einer nicht ganz einfachen Entscheidung, sofern sie die Möglichkeit haben auch die getrennte steuerliche Veranlagung zu wählen. Gemeinsamer Auftrag oder doch getrennte Freistellungen? An dieser Stelle kann es sich lohnen den Rat eines Steuerberaters einzuholen.

Denn auch wenn die ehegattenübergreifende Verlustverrechnung erst einmal verlockend klingt, nicht immer ist sie die richtige Wahl. Wenn sich ein Paar für die Verlustverrechnung auf Bankebene entschieden hat, kann es daran später im Rahmen einer getrennten steuerlichen Veranlagung für das abgeschlossene Jahr nichts mehr ändern.

Wollen Sie sich also in puncto gemeinsamer Veranlagung für Kapitalerträge noch nicht festlegen, können getrennte Freistellungsaufträge durchaus sinnvoll sein.

22. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.