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Freistellungsbescheinigung: Ab welchem Betrag sie vorliegen muss

Wenn Unternehmen oder auch Vermieter Reparaturen an Immobilien durchführen lassen, dann muss für das bezahlte Handwerksunternehmen eine Freistellung vorliegen. Diese muss geprüft werden, damit gewährleistet ist, dass Bauunternehmen keine Schwarzarbeit betreiben.

Liegt keine Freistellungsbescheinigung vor, so muss der Auftraggeber 15% der Summe an das Finanzamt überweisen, die dem Bauunternehmen allerdings auf seine Steuern angerechnet wird. Doch für Unternehmen, die nur kleine Aufträge ausführen, gilt diese Regelung nicht.

Die Bauabzugssteuer

Schwarzarbeit ist insbesondere im Baugewerbe ein großes Problem. Hier entgehen dem Staat jährlich wichtige Steuereinnahmen und formelle Arbeitsplätze gehen durch Schwarzarbeiter verloren. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung in 2002 das „Gesetz zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe“ erlassen. Dadurch verspricht sich der Staat bessere Kontrolle von Bauunternehmen.

Auftraggeber von Bauleistungen (auch reine Vermieter) sind verpflichtet, sich von dem angeheuertem Bauunternehmen eine Freistellungsbescheinigung zeigen zu lassen. Tun sie dies nicht, müssen sie 15% des Bruttobetrages als Bauabzugssteuer an das Finanzamt überweisen, zahlen in der Gesamtsumme aber nicht mehr.

Letztlich zahlen durch die Bauabzugssteuer weder Auftragsgeber noch Auftragsnehmer mehr, denn der Auftragsgeber zahlt einen geringeren Betrag, während der Auftragsnehmer, die Steuern bei seiner Einkommensteuerveranlagung zurückerhält.

Was sind Freistellungsbescheinigungen?

Freistellungsbescheinigungen befreien Unternehmen von der Pflicht, die Bauabzugssteuer abzuführen. Die Freistellungsbescheinigung wird von dem Unternehmen beantragt, das die Bauarbeiten ausführt.

Dafür muss das zuständige Finanzamt kontaktieren werden. Danach wird diese Bescheinigung dem Unternehmen vorgelegt, welches die Bauarbeiten in Auftrag gibt. Dadurch entfällt der Papierkrieg mit dem Finanzamt für beide Seiten.

Freistellungsbescheinigungen müssen geprüft werden

Das Unternehmen, welches den Aufrag erteilt, erhält von dem Bauunternehmen allerdings nur eine Kopie der Freistellungsbescheinigung. Um zu wissen, ob diese Kopie gültig ist, muss der Auftraggeber diese prüfen lassen.

Neben den Unternehmen, die Freistellungsbescheinigungen einfordern, gibt es noch eine andere Gruppe von Unternehmen, die von der Bauabzugssteuer befreit sind. Das sind Unternehmen, die nur im kleinen Maße baulich tätig sind. Dafür dürfen die Handwerksleistungen, die sie in einem Jahr einkaufen,  5.000 € nicht überschreiten. Für Vermieter, die sonst keine unternehmerischen Tätigkeiten ausführen, gibt es sogar einen Freibetrag von 15.000 €.

Dieser Freibetrag wird als Bagatellgrenze bezeichnet. Der Unternehmer muss schon bei der ersten Rechnung veranschlagen, ob er diese Grenze überschreiten wird. Tut er dies wider Erwarten, muss er auf einen Schlag rückwirkend für alle Rechnungen 15% an das Finanzamt überweisen und sich das Geld von den Handwerksunternehmen rückerstatten lassen.

24. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.