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Freistellungsbescheinigung: Ihre Bedeutung und Erklärung

Es gibt bestimmte Steuerbereiche, für die eine Freistellung beantragt und bescheinigt werden kann. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehrere Arten der Besteuerung, von denen man sich durch sein zuständiges Finanzamt freistellen lassen kann.

Wie so vieles im deutschen Steuerrecht ist natürlich festgeschrieben, für welche Steuerarten unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen eine Freistellung für wen möglich ist.

Freistellung von einer Besteuerung: Das sind 2 praktische Beispiele

Die Bedeutung der Freistellungsbescheinigung lässt sich am besten anhand von zwei Beispielen erläutern.

In Deutschland ist eine Freistellungsbescheinigung besonders in den beiden Bereichen des Baugewerbes sowie für sogenannte Grenzgänger und Deutsche mit Auslandstätigkeit möglich.

So funktioniert die Freistellung von der Bauabzugssteuer

Im Rahmen von Bautätigkeiten kann eine Freistellung von der Bauabzugssteuer erfolgen. Allgemein besagt die Bauabzugssteuer, dass der Empfänger einer Bauleistung 15% des Rechnungsbetrags einbehalten und an das Finanzamt abführen muss.

Dies bedeutet für das Unternehmen, welches die Bauleistung ausübt, zwangsläufig eine Entgelteinbuße von 15% Prozent. Um dies zu verhindern, kann das Unternehmen bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Freistellung von der Bauabzugssteuer stellen.

Nach Erhalt der Freistellungsbescheinigung muss er diese dem Leistungsempfänger vorlegen, damit dieser dem leistenden Unternehmen die volle Rechnungssumme zahlt. Der Leistungsempfänger ist verpflichtet, die Echtheit der Bescheinigung zu überprüfen.

Freistellung für in Deutschland tätige Grenzgänger und Deutsche mit Auslandstätigkeit

Ebenso können sich sogenannte Grenzgänger bezüglich der Lohnsteuer freistellen lassen. Unter Grenzgängern versteht man Personen, die im Grenzbereich von zwei Staaten wohnen und dabei in einem Staat ihren Wohnsitz und im anderen ihren Arbeitsplatz haben.

Wohnt jemand im Grenzgebiet eines Nachbarstaates und arbeitet in Deutschland, so kann er zum Beispiel einem Doppelbesteuerungsabkommen unterliegen. Grundsätzlich ist der Staat, in dem der Grenzgänger seinen Wohnsitz hat, für dessen Besteuerung zuständig. Arbeitet der Grenzgänger in Deutschland, so ist er hier Lohnsteuerpflichtig.

Hier kann unter gewissen Voraussetzungen eine Freistellung von der beschränkten Steuerpflicht sinnvoll sein, weil bei einer unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland Werbungskosten und Ähnliches geltend gemacht werden können.

Arbeitet man als Deutscher für seinen Arbeitgeber längere Zeit im Ausland, so kann man sich auf Antrag beim zuständigen Betriebsstättenfinanzamt von der deutschen Lohnsteuer freistellen lassen, um einer Doppelbesteuerung zu entgehen.

Fazit: Freistellungsbescheinigung prüfen

Eine Freistellungsbescheinigung kann also von Bedeutung sein, wenn es um Ihre Lohnsteuer oder um Ihren Entgelt als Erbringer von in Auftrag genommenen Bauleistungen geht. Da sich eine Freistellung für Sie finanziell deutlich spürbar und lohnenswert sein kann, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall immer zu prüfen, ob eine Freistellung erstens möglich und zweitens auch sinnvoll und profitabel ist.

24. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.