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Freistellungsbescheinigung: So überprüfen Sie die Echtheit im Internet

Seit Anfang 2002 bindet der Staat Sie als Bauherrn beim Kampf gegen die illegale Betätigung im Baugewerbe mit ein. Er verlangt von Ihnen, einen Steuerabzug für Bauleistungen vorzunehmen, damit dem Staat kein Geld durch Schwarzarbeit verloren geht. Letztlich kann es Ihnen egal sein: Ob Sie dem Unternehmer den vollen Rechnungsbetrag zahlen oder ob Sie den Rechnungsbetrag zum Teil dem Unternehmer und zum Teil dem Finanzamt zahlen – insgesamt wird die Bauleistung für Sie nicht teurer.

Unter dem Strich zahlen Sie denselben Betrag. Auch der leistende Bauunternehmer hat keinen Nachteil: Der von Ihnen einbehaltene Steuerbetrag wird bei seiner Einkommensteuerveranlagung angerechnet. Geschoren werden also nur die „schwarzen Schafe“. Voraussetzung ist allerdings, dass die Freistellungsbescheinigung echt ist.

Warum muss man Freistellungsbescheinigungen überprüfen?

Der Grund: Das Finanzamt stellt die Freistellungsbescheinigung lediglich einmal aus. Das Original bleibt beim Handwerker, der Ihnen als seinem Auftraggeber nur eine Kopie zur Verfügung stellen kann und muss. So kann es passieren, dass das Finanzamt die Freistellungsbescheinigung bereits widerrufen hat, die Kopien aber immer noch im Umlauf sind. Machen Sie deshalb von der Möglichkeit Gebrauch, im Internet kostenlos zu überprüfen, ob die Ihnen in Kopie vorliegende Freistellungsbescheinigung echt ist. Die meisten Bauunternehmen und Handwerker arbeiten mit einer so genannten „Freistellungsbescheinigung“.

Das bedeutet: Der Handwerker legt Ihnen eine Bescheinigung des Finanzamts vor, aus der sich ergibt, dass Sie für ihn keine Steuer einbehalten und anmelden müssen.

Der Vorteil für Sie: Sie können den gesamten Rechnungsbetrag an den Handwerker überweisen; der Papierkrieg mit dem Finanzamt entfällt. Drucken Sie das Prüfprotokoll aus dem Internet aus. Nehmen Sie den Ausdruck zusammen mit der Kopie der Freistellungsbescheinigung des Handwerkers zu Ihren Untelagen. Dann können Sie gegenüber dem Finanzamt nachweisen, dass Sie die Echtheit der Freistellungsbescheinigung sorgfältig geprüft haben und eine Haftung Ihrerseits für die Abzugsteuer ausscheidet.

Wie Sie das Prüfprotokoll im Internet ausfüllen

Ob die Freistellungsbescheinigung echt ist, können Sie leicht im Internet prüfen. Entscheiden Sie sich auf der Website für die Option „Bestätigung von Freistellungsbescheinigungen (§ 48 € EStG)“. Es erscheint eine Seite mit den folgenden Eingabemöglichkeiten. Bitte wählen Sie zunächst Ihr Bundesland und das Bundesland des Bauunternehmers/Handwerkers (Leistenden) aus. Dann erscheint eine Eingabemaske.

Nachdem Sie die entsprechenden Bundesländer ausgewählt haben, klicken Sie auf „Zur Eingabemaske“. Danach erscheint folgende Eingabemaske: EIBE Abfrage Eingabemaske

Steuernummer Abfragender: / Steuernummer Leistender: 28 0 / Sicherheitsnummer (nur die letzten 8 Stellen!!!) starten

Tragen Sie nun Ihre Steuernummer ein Tragen Sie anschließend die Steuernummer des Bauunternehmers ein Tragen Sie die letzten acht Stellen der Sicherheitsnummer ein, die auf der Freistellungsbescheinigung des Bauunternehmers ausgewiesen ist. Drücken Sie anschließend auf „starten“.

Warten Sie auf die Antwort der Datenbank. Ist die Freistellungsbescheinigung echt, erhalten Sie die entsprechende Rückmeldung der Datenbank. Ist die Bescheinigung in der Datenbank nicht bekannt, wird Ihnen das ebenfalls mitgeteilt. Dann bleiben Ihnen weitere Nachfragen beim Bauunternehmer und beim Finanzamt nicht erspart. Im Zweifelsfall müssen Sie die Bauabzugsteuer einbehalten. Nur so sind Sie auf der sicheren Seite.

18. Oktober 2002

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.