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Fremdwährungskonto: Trotz schwachem Euro nicht empfehlenswert

Gehören Sie auch zu den Menschen, die allmählich die Nase voll haben von Griechenlands taktischen Spielchen?

Und sorgen Sie sich auch massiv um die künftige Kaufkraft des Euro?

Die Sorgen sind berechtigt. Nicht aber die Lösungen, die geschäftstüchtige Finanzberater jetzt als vermeintlich ideale Lösung aus dem Hut zaubern:

Sie werben für Fremdwährungskonten, z. B. in Schweizer Franken. Ein angeblich sicherer Parkplatz fürs Geld soll das sein.

Was ist von solchen Angeboten zu halten? Um es gleich klar und deutlich zu sagen: gar nichts!

Als Kunde sind Sie oft der Gelackmeierte mit solchen Konten, was gleich mehrere Gründe hat:

Grund 1: Unberechenbare Wechselkurs-Schwankungen

Die Zukunft mag noch so düster aussehen für den Euro.

Wie er sich gegenüber dem Schweizer Franken, der Norwegischen Krone, dem US-Dollar oder dem englischen Pfund entwickelt, ist nicht vorhersehbar.

Dazu müssen Sie wissen, dass die täglichen Devisengeschäfte rund um den Globus die weitaus größten Zahlungs-Ströme auslösen.

Tag für Tag wandern da Billionen von Euro bzw. Dollar um den Globus. Die Akteure sind Noten- und Geschäftsbanken, Hedgefonds, Rückversicherer, Versicherer und sonstige institutionelle Anleger.

Und dabei sind nicht wenige Spekulanten, die von überraschenden Kurs-Ausschlägen profitieren und viel dafür unternehmen, dass der Devisenmarkt sich anders entwickelt, als die Marktteilnehmer erwarten.

Auch vermeintlich feste Zusagen können von einem Tag auf den anderen nicht mehr gültig sein.

Erinnern Sie sich noch an das Bekenntnis der Schweizer Notenbank, den Frankenkurs gegenüber dem Euro stabil halten zu wollen?

Monatelang kaufte sie Euro ein, um dieses Versprechen einzuhalten und den Franken billig zu halten, um die Schweizer Exporte nicht zu schwächen.

Dann merkte sie: Dieser Kurs kam sie extrem teuer zu stehen und ließ sich nicht durchhalten. Auf einen Schlag gab sie die Euro-Stützungskäufe auf, und der Frankenkurs schnellte in die Höhe.


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Wer als Bewohner der Euro-Zone ein Fremdwährungskonto in Schweizer Franken hatte, konnte damals jubilieren über seine Wechselkurs-Gewinne. Genauso gut hätte es aber auch andersherum sein können.

Die weltweit meistgehandelten Devisen sind übrigens:

  1. US-Dollar
  2. Euro
  3. Japanischer Yen
  4. Britisches Pfund
  5. Australischer Dollar
  6. Schweizer Franken

Merken Sie sich das: Die Wechselkurse von Währungen sind absolut unberechenbar!

Weil extrem viel Spekulation im Spiel ist, müssen Sie jederzeit mit extremen Schwankungen rechnen – und v. a. auch mit Schwankungen, die ihr Fremdwährungskonto blitzschnell um 20 oder 30 % im Wert sinken lassen.

Grund 2: Fremdwährungskonten – oft keine Einlagensicherung

Sie wissen: Banken mit Sitz in der Euro-Zone müssen die Einlagen der Bankkunden bis zu 100.000 € pro Kunde absichern.

Einlagen im Sinne dieser Vorschrift sind Guthaben auf Giro-, Tagesgeld-, Spar- und Festgeldkonten.

Aber raten Sie mal, was mit Fremdwährungskonten los ist! – Genau: Diese unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung.

Zugegebenermaßen gibt es viele Banken, die auch Fremdwährungskonten absichern – auf freiwilliger Basis, und das sogar über die Grenze von 100.000 € pro Bankkunde hinaus.

Sicher sind solche Konten bei Genossenschafts-Banken, Sparkassen und auch bei vielen Privatbanken – aber eben nicht bei allen…

Bei Privatbanken gilt ein Schutz nur, wenn das betreffende Kreditinstitut Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungs-Fonds des Bundesverbands Deutscher Banken ist.

Ob das der Fall ist, können Sie online überprüfen:

  • Gehen Sie auf diese Website des Bankenverbands: http://verbraucher.bankenverband.de/einlagensicherung/
  • Klicken Sie auf „Sicherungsgrenze abfragen“.
  • Ganz oben öffnen Sie das Klappmenü per Klick auf den kleinen Pfeil rechts neben dem Eingabefeld. Ist Ihre Bank dabei, besteht ein Schutz für Fremdwährungskonten. Wenn nicht, dann empfiehlt sich ein solches Konto bei der betreffenden Bank auf keinen Fall!

Wann ein Fremdwährungskonto unumgänglich ist

Ein Fremdwährungskonto empfiehlt sich nur, wenn Sie als Grenzgänger in Deutschland wohnen und beispielsweise in der Schweiz arbeiten und Ihr Gehalt in Franken bekommen.

Da Sie üblicherweise auch etwa Krankenversicherung und Teile der Altersvorsorge in Schweizer Franken zahlen müssen, ist es hier sinnvoll, das Geld nicht gleich in Euro umtauschen zu lassen.

Sonst müssten Sie das Geld zurücktauschen, um Ihre Schweizer Rechnungen zu begleichen. Und Sie hätten weitaus mehr Wechselkurs-Risiken als ohne dieses Konto.

Zudem bieten einige grenznahe Banken hier auch recht günstige Wechselkurse an. Hier sollten Sie aber vor einem Abschluss sorgfältig die Konditionen der ortsansässigen Banken überprüfen, bevor Sie ein Fremdwährungskonto eröffnen.

In allen anderen Fällen heißt es für Privatanleger bzw. Privatleute: Finger weg!

Falls Sie das Risiko einer Inflation im Euro-Raum wirklich vermeiden wollen, empfehle ich Ihnen, Ihrem Depot Aktien aus anderen Währungsräumen beizumischen, etwa von börsennotierten Schweizer, US-amerikanischen und norwegischen Unternehmen.

Davon haben Sie mehr, wenn Sie solide Werte auswählen. Und durch eine solide Mischung verschiedener Währungsräume halten sich auch die Risiken in Grenzen.

12. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.