von Günter Hannich

Fremdwährungskredite führen zum Bankrott

Fremdwährungskrediten: Schwer kalkulierbare Risiken

Fremdwährungskrediten: Schwer kalkulierbare Risiken

An dieser Stelle habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass Auslandsschulden für ein Land fatal sein können.

Das abschreckende Beispiel ist hier ganz klar die Euro-Krise und den Problemen der ehemaligen Schwachwährungsländer.

Aber es geht auch noch schlimmer. Und damit meine ich Fremdwährungskredite. Das betrifft sowohl Staaten als auch Privathaushalte. Zunächst ein Blick auf den Aspekt der staatlichen Fremdwährungskredite. Dafür ist Ungarn ein abschreckendes Beispiel.

Die Hälfte der Staatschulden wurden dort in Fremdwährungen gemacht. Doch ist die einheimische Währung Forint dort seit Oktober 2010 um rund 20 Prozent gegenüber dem Euro gefallen. Damit hat sich mit einem Schlag auch der Schuldendienst um 20 Prozent erhöht. Ohne Not ist Ungarn also so in eine prekäre Lage geraten.

Ohne Hilfsgelder vom Internationalen Währungsfonds (IWF) wäre das Land schon 2008 in einen Staatsbankrott gestürzt.

Doch das ganze Desaster mit den Fremdwährungs-Krediten kann auch die Euro-Länder schon bald treffen: Vor allem Österreich hat die Hälfte seiner Kredite in Form von Fremdwährungs-Krediten in den ehemaligen Ostblock vergeben.

Kommt es hier zu Pleiten, dann wird das auch schnell auf Österreich durchschlagen. Und durch die engen Verflechtungen in der Euro-Zone halte ich dann auch tiefgreifende Folgen für die gesamte Euro-Zone für möglich.

Über die Gefahr dieser Kredite hört man kaum etwas

Daran sehen sie, dass der Euro nicht nur durch die internen Schulden, sondern auch durch die vergebenen Euro-Kredite weiter in Gefahr kommt. Aber dieser Aspekt der Krise wird in der öffentlichen Wahrnehmung völlig vergessen.

Klar ist aber auch, was für Staaten gilt, das gilt auch für Sie: Wenn sie vermeintlich „günstige“ Fremdwährungskredite aufnehmen, dann gehen Sie damit ein unkalkulierbares Risiko ein. Während sie in der einheimischen Währung kalkulieren können, ist der künftige Wechselkurs der Fremdwährung unbekannt.

Weil solche Fremdwährungs-Kredite bevorzugt bei Ländern mit niedrigem Zinsniveau aufgenommen werden, wird es besonders riskant: Gerade Länder wie die Schweiz haben ein niedriges Zinsniveau, weil solche Länder als Fluchtwährungs-Länder gelten.

Das hört sich zunächst einmal auch noch sehr sicher an, denn ein Kredit in der Schweiz hat einen guten Ruf.

Kommt es zu dann aber zu einem Crash, dann gehen vermehrt Fluchtgelder in dieses Land und die Währung wertet dort massiv auf. Und genau das ist in den vergangenen Jahren passiert. Der Schweizer Franken hat so schnell und so stark an Wert gewonnen, dass sich die Zentralbank sogar genötigt sah, eine Obergrenze festzulegen.

Daher mein Rat: Lassen Sie von solchen Fremdwährungs-Krediten unbedingt die Finger lassen. Noch besser ist es – am besten auf jegliche Form von Schulden zu verzichten.

 
 
Bildquelle: Gina Sanders - Fotolia

Autor:

Günter Hannich

Günter Hannich ist Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz. Wie Sie Ihr Geld sicher durch die nächste Welle des Crashs 2011 bringen, lesen Sie im kostenlosen Newsletter Hannich Vertraulich.