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Fresenius Medical Care: „Wir wollen den Umsatz bis 2020 verdoppeln“

Wer Spannung an der Börse sucht, schaut meist über die Aktie von FMC hinweg: Die Fresenius Medical Care AG gilt unter den Bluechips am deutschen Aktienmarkt als einer der konservativen Werte.

Jüngst macht das Unternehmen aber vermehrt Schlagzeilen: Fresenius Medical Care kaufte in den USA Firmen im Wert von 600 Millionen € hinzu, dann sammelten die Bad Homburger 400 Millionen € über die Platzierung einer Wandelanleihe ein. Viele Analysten haben die Aktie von FMC nun zum Kauf empfohlen.

GeVestor sprach mit Mike Brosnan, dem Finanzvorstand von Fresenius Medical Care, über die Zukäufe, das Sparprogramm und die Expansionspläne des Unternehmens.

GeVestor:  Fresenius Medical Care hat mit den jüngsten Quartalszahlen überrascht. Umsatz und Gewinn fielen höher aus als erwartet. Auf das Halbjahr gerechnet bleibt aber ein operativer Verlust. Wie will das Unternehmen diesen noch ausgleichen?

Mike Brosnan: Wir sind auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Mit Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen haben wir auch unseren Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Wir rechnen demnach mit einem Umsatz von rund 15,2 Milliarden US-Dollar.

Das operative Ergebnis soll bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar liegen, das wäre in etwa das Niveau vom Vorjahr. In der jüngsten Vergangenheit haben Kürzungen für die Dialysevergütungen für staatlich versicherte Patienten in den USA unser Ergebnis belastet. Inflationsbedingte Kostensteigerungen werden nicht mehr vollständig aufgefangen. Eine hohe Behandlungsqualität ist aber nur mit angemessenen Erstattungssätzen zu gewährleisten.

Die neuesten Ankündigungen der U.S.-Regierung deuten aber darauf hin, dass wir in den kommenden Jahren wieder mit Vergütungen rechnen können, die auch Preissteigerungen durch Inflation stärker berücksichtigen.

GeVestor: Mit dem Sparprogramm sollen schon in 2014 bis zu 60 Millionen US-$ vor Steuern und Kosten eingespart werden. Trotz des Sparprogramms stieg die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr um 6.400 Stellen an. Wie sollen die Sparziele trotz steigender Mitarbeiterzahl erreicht werden?


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Brosnan: Mit unserem Effizienzprogramm werden wir unsere Arbeitsprozesse weltweit effizienter machen. Gleichzeitig verfolgen wir konsequent unsere kürzlich vorgestellte Wachstumsstrategie. Da wir im letzten Jahr gewachsen sind – sowohl organisch als auch durch Zukäufe – sind natürlich auch unsere Mitarbeiterzahlen gestiegen. Derzeit beschäftigen wir rund 94.000 Mitarbeiter.

Im ersten Halbjahr konnten wir durch das Effizienzprogramm bereits 15 Millionen US-Dollar vor Steuern einsparen. Wir halten uns weiterhin an unser Ziel und werden die Effizienzgewinne in den nächsten Jahren weiter steigern – ab 2017 rechnen wir mit jährlichen Einsparungen von rund 300 Millionen US-Dollar vor Steuern.

GeVestor: Durch die Mehrheitsbeteiligung an Sound Inpatients Physicians, Inc. und der Übernahme von MedSpring Urgent Care Centers hat Fresenius Medical Care seine Position in Nordamerika weiter verstärkt. Was macht den hart umkämpften US-Markt für Fresenius Medical Care so interessant, dass die Investition von über 600 Millionen US-$ für die Übernahmen gerechtfertigt sind?

Brosnan: Nordamerika ist für Fresenius Medical Care der mit Abstand größte Markt. Zwei Drittel unseres Umsatzes erwirtschaften wir in dieser Region. Unser Umsatz mit Dialysedienstleistungen ist hier zuletzt um sieben Prozent gewachsen.

In den nächsten Jahren wollen wir den Bereich der koordinierten Versorgung weiter ausbauen. Damit verbessern wir die Behandlung chronisch kranker Patienten, beispielsweise Dialysepatienten, erheblich. Der Anteil dieses Geschäftsfelds am Gesamtumsatz soll bis 2020 auf 18 Prozent ansteigen, im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres lag er bei rund fünf Prozent.

Durch die Mehrheitsbeteiligung an Sound Inpatients Physicians, Inc. und dem Erwerb von MedSpring Urgent Care Centers haben wir diesen strategisch wichtigen Ausbau bereits entscheidend vorangetrieben.

Wir glauben, dass wir durch eine stärkere Koordination der Versorgung unserer Patienten bessere Behandlungsergebnisse erzielen können. Dazu müssen wir uns stärker mit Ärzten vernetzen, nicht nur mit Nephrologen, sondern auch mit Ärzten aus anderen Fachgebieten.

Wir müssen wissen, wie Krankenhäuser arbeiten, um unseren Patienten eine bessere Versorgung zu ermöglichen. Letztlich profitiert nicht nur der Patient davon – indem wir die Behandlungsdauer verkürzen, reduzieren wir auch mögliche Kosten für das Gesundheitssystem.

GeVestor: Wie steht es um die Integration der Neuerwerbungen und kann die Erstattungskürzung für Dialysebehandlungen in den USA diesen Plan gefährden?

Brosnan: Die Integration der Neuerwerbungen läuft gut. Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr zusätzliche Umsätze aus Akquisitionen in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar. Da sowohl Sound Inpatients Physicians, Inc. als auch MedSpring Urgent Care Centers nicht im Bereich der Dialyse tätig sind, sind sie auch von den dialysespezifischen Erstattungskürzungen nicht betroffen.

Sie bieten vielmehr ergänzende Dienstleistungen in der stationären Pflege und der Notfallmedizin an.

GeVestor: Für weitere Akquisitionen plant das Unternehmen, in 2014 ca. 1 Milliarde US-$ ein. Gibt es schon konkrete Pläne für weitere Zukäufe und kann Fresenius Medical Care trotz dieses hohen Investitionsvolumens die Ziele beim Umsatz und Gewinn erreichen?

Brosnan: In den veranschlagten eine Milliarde US-Dollar sind die Transaktionen, die wir im Bereich der Versorgungskoordination getätigt haben, bereits enthalten. Wie angekündigt, wollen wir diesen Bereich weiter ausbauen. Daneben konzentrieren wir uns auf den Erwerb weiterer Dialysekliniken weltweit.

Neben einem gesunden organischen Wachstum sind gezielte Akquisitionen ein wichtiger Faktor in unserer Wachstumsstrategie. Diese Investitionen sind also kein Hindernis, sondern tragen im Gegenteil dazu bei, unsere Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen.

Erst vor kurzem haben wir uns ein ambitioniertes langfristiges Ziel gesetzt: Bis 2020 wollen wir unseren Umsatz von 14,6 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2013 auf rund 28 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln. Wir sind davon überzeugt – das Wachstum von Fresenius Medical Care geht weiter.

26. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.