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Frontier Markets: Wachstumsmärkte der Zukunft

Das Wachstum in den Emerging Markets entwickelt sich nicht mehr so dynamisch wie noch vor einigen Jahren. Damals investierten Anleger große Summen in die Unternehmen dieser sich schnell entwickelnden Länder.

Einige dieser Länder, wie die BRIC-Staaten Russland, China, Indien und Brasilien, zählen längst nicht mehr zu den Emerging Markets. Auch Südkorea, Mexiko, Südafrika und Taiwan sind über den Status der Emerging Markets hinausgewachsen. Deren Volkswirtschaften sind schon eher mit denen der Industrienationen in Nordamerika oder Europa zu vergleichen.

Dazu kommt, dass sich die Wachstumsraten in den Emerging Markets Nationen normalisieren. Waren vor einigen Jahren Zuwachsraten um annähernd 10 % möglich, hat sich das Wachstum abgeflacht.

Grenzstaaten sind an der Reihe

Auf der Suche nach dynamischen Investmentideen rücken die Länder, die bislang an den globalen Finanzmärkten keine große Rolle eingenommen haben, in den Fokus. Zu diesen Nationen zählen Länder aus Südostasien wie Laos, Kambodscha, Myanmar, Bangladesch, aus Afrika wie Angola und Simbabwe oder Südamerika mit Uruguay und Bolivien.

Sie zählen zwar zu den Emerging Markets, sind in der volkswirtschaftlichen Entwicklung jedoch noch einen Schritt hinter diesen und die Finanzmärkte verfügen generell über eine geringere Marktkapitalisierung und niedrigere Liquidität.

Daher werden sie auch Frontier Markets, also Grenzstaaten von Entwicklungsländern zur den Emerging Markets, genannt. Ihnen wird zukünftig ein ähnlich starkes Wachstum wie den BRIC-Staaten prophezeit.

Beeindruckendes Wachstum

Immer mehr institutionelle Investoren entdecken diese attraktiven aufstrebenden Wachstumsmärkte für sich. 2012 wuchsen Frontier Markets wie Laos und Kambodscha um rund 7 %, afrikanische Staaten südlich der Sahara um rund 5 %.

Im mittleren Osten und Nordafrika waren es sogar über 5 %, wohingegen das industrialisierte Europa auf weniger als 1% Wachstum kam. Ökonomen der Weltbank prognostizieren, dass die Volkswirtschafte dieser Frontier Markets auch zukünftig 4- bis 5 mal so stark zulegen wie Industriestaaten.

Hohe, langfristige Renditen

Investoren, die in diese Märkte investieren, haben generell einen langfristigen Anlagehorizont. Sie suchen hohe Renditen und gehen dafür entsprechende Risiken ein. Bislang blieb der Markt meist nur institutionellen Anlegern wie Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen vorbehalten.

Sie versuchen über ausgewählte Aktieninvestments in diesen Märkten am hohen Wachstum zu partizipieren. Doch über Fonds und Indexinvestments erschließen sich diese Anlageklassen nun langsam auch Privatinvestoren.

Risiken bleiben hoch

Doch woher sollten Sie als Privatanleger die Chancen und Risiken einzelner Unternehmen in diesen Märkten adäquat einschätzen können? Klar ist, dass sich die Kapitalmärkte in den Frontier Markets erst nach und nach entwickeln müssen und geringe Publikationsvorschriften für börsennotierte Unternehmen noch ein großes Problem darstellen.

Denn viele dieser Länder entwickeln nach Jahren im Bürgerkrieg gerade erst den Gedanken freier Märkte. Einige Länder, wie das kommunistischen Laos, sind davon sogar noch weit entfernt. Die große Entfernung und die fremden Märkte und Kulturen erschweren Ihnen eine gezielte und faire Unternehmensbewertung zusätzlich.

Geringe Transparenz

Festzuhalten bleibt also, dass die neuen Wachstumsmärkte voraussichtlich auch in Zukunft starke Wachstumsraten aufweisen werden. Doch fraglich bleibt, ob sich dieses Wachstum auch in Renditen für die Aktionäre widerspiegeln wird. Anders gesagt, ob die Gewinne damit am Ende auch bei den Aktionären landen.

Eine hohe Schwankungsbreite weist auch der S&P Frontier Extended 150 auf. Der Index beinhaltet 150 Werte aus 36 Frontier Markets. Auf Sicht von einem Jahr legte der Index um rund 30 % zu. In den letzten fünf Jahren verlor der Index jedoch 42 % seines Wertes.

Daher sollten Sie die Risiken genau abwägen. Zur geringen Transparenz können sich auch noch weitere Probleme wie Korruption und politische Risiken gesellen. Probleme, die Sie bei einer Anlage in transparente und verständliche Geschäftsmodelle deutscher, mittelständischer Unternehmen sicher nicht vortreffen werden.

4. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.