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FTSE – eine der größten Indexschmieden der Welt

Anleger, die in ETFs investieren oder auf Aktien international führender Energie- und Ölkonzerne setzen, haben es in der Regel mit einem Index von FTSE zu tun.

Rund 200.000 größere und kleinere Spezialindizes, die als Marktbarometer und Basiswert für zahllose Finanzinstrumente dienen, kommen aus dem Haus FTSE. Die Geschichte begann in den 1980er Jahren mit der Kooperation zwischen der Financial Times und der Börse London Stock Exchange.

Die Anfangsbuchstaben von Financial Times und Stock Exchange ergaben den Namen des 1984 aufgelegten FTSE 100. Der gilt seither als führender britischer Leitindex und wird wegen seines Kürzels auch „Footsie“ genannt. FTSE steht zugleich für das Joint Venture, das 1995 gegründet wurde. Heute firmiert es unter FTSE Group als ein Tochterunternehmen der Londoner Börse.

Geschichte des FTSE 100: energie- und finanzlastiger Leitindex

Bezogen auf britische Unternehmen sind die Leitindizes FTSE 100 und FTSE 250 von Bedeutung. Der FTSE 100 enthält die 100 größten Aktienkonzerne Großbritanniens. Dazu gehören etwa Shell, HSBC Vodafone aber auch TUI, das als deutsches Unternehmen die Mehrheit an der britischen TUI Travel hält.

Im März dieses Jahres schrieb der FTSE 100 Geschichte: Erstmals übersprang er die 7.000-Punkte-Marke. Dieses Niveau wurde aber nicht lange gehalten. Im August folgte, wie an den anderen internationalen Börsen, eine herbe Kurskorrektur.

Das Problem beim FTSE 100: Im Vergleich zu anderen großen Indizes dominieren in der Gewichtung Finanzunternehmen sowie Öl- und Gasproduzenten, die sich derzeit schwer tun. Danach folgen die Sektoren Konsumgüter, Rohstoffe und Pharma.

FTSE 250 mit Potenzial

Wer Technologieaktien und andere Titel mit Potenzial sucht, wird indes beim dynamischeren FTSE 250 fündig. Der Index mit den 250 mittelgroßen Unternehmen erweist sich als extrem attraktiv und zieht seit Jahren Investments aus aller Welt an. Als der FTSE 100 über 7.000 Punkte kletterte, lag der FTSE 250 gar bei 17.600 Punkten. Interessant ist auch der eigene Dividendenindex FTSE UK Dividend, der die 50 größten Dividendenzahler listet.

Neben Großbritannien berechnet FTSE eine Reihe weitere Leitindizes etwa für die Börsen in Mailand, Athen, Malaysia oder Süd-Afrika.

Zur weltweiten Nummer drei unter den führenden Indexanbietern neben MSCI und Dow Jones stieg die FTSE Group jüngst nach zwei Schritten auf: 2012 wurde FTSE von Vanguard, einem der größten US-Vermögensverwalter, zum Indexlieferanten für sechs internationale Indizes bestellt. Damit gewann die Marke auch in den USA an Bedeutung. Letztes Jahr übernahm dann FTSE den amerikanischen Mitbewerber Russel Indices.

Zahllose Spezialindizes für alle Anlageformen

So wie andere Anbieter liefert auch FTSE immer mehr Spezialindizes, vor allem als Basiswerte für ETFs, Zertifikate, Optionen und andere Derivate. Doch nicht nur exotische Investments, auch für klassische Märkte werden Alternativen geboten.

Beispielsweise RAFI-Indizes, bei denen nicht die Marktkapitalisierung der in ihnen gelisteten Unternehmen zählt, sondern deren Fundamentaldaten wie Umsatz, Cash-Flow oder Dividendenrendite. Anleger konnten mit ETFs auf derartige FTSE RAFI-Indizes erheblich mehr Rendite einfahren als bei klassischen Aktienindizes.

Wettbewerb drückt Gebühren

Geld verdient die FTSE Group mit Lizenzen. Letztes Jahr betrug der Umsatz über 160 Mio. €. Insgesamt ist die Preisgestaltung für Indizes sehr komplex. Hinzu kommen unterschiedliche Handhabungen.

So gibt es etwa in Europa, anders als in den USA, eine eingeübte Praxis der Mehrfachlizenzierung auf einzelne Indizes. Das wiederum führt zu einem schärferen Wettbewerb unter den ETF-Anbietern, wovon letztlich Anleger mit niedrigeren Gebühren profitieren.

22. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.