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Führen Leerverkäufe zu Finanzkrisen?

Spätestens seit der letzten Finanzkrise 2007 bis 2009 ist die Debatte über Sinn und Zweck von Leerverkäufen wieder neu entbrannt. Dabei ist diese Debatte keinesfalls neu.

So verkauften bereits 1609 Spekulanten die Aktien der Ostindien-Handelskompanie leer. 1610 reagierte die Amsterdamer Börse und schränkte Leerverkäufe ein.

Aber was sind Leerverkäufe eigentlich? Kann man sie für Finanzkrisen verantwortlich machen? Eine genaue Betrachtung von Leerverkäufen wird diese Fragen beantworten.

Spekulation auf fallende Kurse

Bei einem Leerverkauf veräußert ein Anleger eine Aktie, die er gar nicht besitzt. Es gibt gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe.

Bei gedeckten Leerverkäufen leiht sich ein Anleger die Aktie für einen bestimmten Zeitraum von einer Bank aus. Die ausgeliehene Aktie verkauft der Anleger zum aktuellen Kurs.

Wenn die Leihfrist abläuft, kauft er dieselbe Aktie am Markt und gibt sie der Bank zurück. Je stärker die Aktie im Leihzeitraum gefallen ist, desto höher ist der Gewinn des Anlegers.

Falls die Aktie im Leihzeitraum an Wert gewonnen hat, macht der Anleger aber Verlust.

Ungedeckte Leerverkäufe: Besitzloser Verkauf

In der zweiten Variante verkauft der Anleger eine Aktie, die er zum Zeitpunkt des Verkaufs überhaupt nicht besitzt. Ungedeckte Leerverkäufe sind nur für institutionelle Investoren möglich.

Sie bieten riesige Gewinnmöglichkeiten, da die Investoren bei ihren ungedeckten Leerverkäufen nur einen Bruchteil des Aktienwertes hinterlegen müssen. Am Ende der Laufzeit des Geschäftes kauft der Investor die leerverkaufte Aktie wieder zurück, um das Geschäft zu schließen.


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Bei einem ungedeckten Leerverkauf besteht allerdings immer das Risiko, dass der Investor die Aktie nicht rechtzeitig zurückkaufen kann.

Lösen Leerverkäufe Finanzkrisen aus?

An dieser Frage scheiden sich die Geister.

Viele Hedgefonds spekulierten in der letzten Finanzkrise auf sinkende Aktienkurse in dem sie in konzentrierten Aktionen Anteile von angeschlagenen Unternehmen leerverkauften.

Durch die massiven Leerverkäufe gerieten die Aktien der betroffenen Unternehmen noch stärker unter Druck als dies normal der Fall gewesen wäre.

Die deutlich gesunkenen Aktienkurse erhöhten die Refinanzierungskosten der leerverkaufen Unternehmen.

Die Verwalter von Hedgefonds wurden daher von der Öffentlichkeit für die erhöhten Volatilität, die deutlich fallenden Aktienkurse und die kritische Lage vieler börsennotierter Unternehmen verantwortlich gemacht.

Bei vielen Menschen setzte sich die Meinung durch, dass Leerverkäufe Finanzkrisen zumindest begünstigen.

Leerverkäufe haben auch ihr gutes

Anders als viele glauben, haben Leerverkäufe durchaus positive Auswirkungen.

Leerverkäufe erhöhen die Liquidität der an der Börse gehandelten Aktien. Die höhere Liquidität führt zu einer Verringerung der Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs.

Dies ist im Interesse der Anleger, denn ein liquider Markt sorgt in den meisten Fällen für einen angemessenen Aktienkurs.

Zusätzlich wirken Leerverkäufe Spekulationsblasen entgegen, denn wenn eine Aktie überwertet ist, kann sie bei ungedeckten Leerverkäufen auch von Anlegern verkauft werden, die nicht im Besitz der Aktie sind.

Andernfalls könnte nur die die winzige Minderheit der Aktienbesitzer durch einen Verkauf korrigierend auf den Kurs einwirken.

Differenzierte Betrachtung ist wichtig 

Leerverkäufe sollte man daher nicht per se verteufeln.

Allerdings können Leerverkäufe von den Marktakteuern missbraucht werden. Es gab immer wieder Fälle, in denen falsche Gerüchte in die Welt gesetzt wurden, um die Aktie eines Unternehmens auf Talfahrt zu schicken.

Die Hedgefonds-Verwalter hatten die Aktien vorher leerverkauft und machten dank des Kurseinbruches große Gewinne.

Da es nicht immer leicht ist, die Quelle eines bösen Gerüchtes auszumachen, steht der Gesetzgeber in der Pflicht, die betreffenden Unternehmen vor Kursmanipulationen zu schützen.

In der EU hat sich daher mittlerweile bei den politisch Verantwortlichen die Meinung durchgesetzt, ungedeckte Leerverkäufe in Zukunft verbieten zu wollen.

Trotz des angestrebten Verbots ist längst nicht bewiesen, dass Leerverkäufe Finanzkrisen verursachen.

Mehr zum Thema: Historische Finanzkrisen auf einen Blick

30. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.