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Futures: Cost of Carry als zusätzliche Kosten beachten

Der Futures-Handel gilt unter Tradern als Königsdisziplin. Auch im institutionellen Bereich werden hier große Summen gehandelt. Um jedoch an diesem Markt teilzunehmen, bedarf es eines direkten Börsenzugangs sowie einer Sicherheitsanforderung in Form einer finanziellen Rücklage.

Diese Rücklage muss groß genug sein, um Verluste ausgleichen zu können, da Futures täglich abgerechnet werden. Als privater Trader sollte man auch die Kosten im Blick behalten, die beim Handel mit Futures entstehen. Neben den üblichen Order- und Limit-Gebühren existiert noch eine andere Größe: Bereithaltungskosten bzw. Lagerungs- oder Versicherungskosten – die Cost of Carry.

Futures: Was beinhalten die Cost of Carry?

Bei den Cost of Carry wird zwischen Kosten bei Warenkontrakten und Finanzkontrakten unterschieden. Sie umfassen alle Finanzierungskosten inklusive Depotgebühren und sämtliche Erträge wie etwa Zinseinnahmen. Bei Warenkontrakten fallen häufig Lagerkosten und Versicherungskosten an.

Eine Spekulation auf eine positive Entwicklung des Goldpreises kann beispielsweise auf 2 unterschiedlichen Wegen durchgeführt werden. Entweder kauft der Händler am Terminmarkt einen Future oder er kauft den Goldbestand und lässt ihn sich liefern.

Für den Future-Kontrakt muss lediglich die finanzielle Sicherheit hinterlegt werden und es fallen Zinskosten an. Für den effektiven Goldbestand muss unter Umständen ein Kredit aufgenommen werden und es fallen Lager-, Versicherungs- sowie Lieferkosten an.

Opportunitätskosten durch Zinsverluste

Der Erwerber eines Verkauf-Futures müsste theoretisch den zu verkaufenden Goldbestand lagern und versichern, bis es zur effektiven Auslieferung, dem Verkauf, kommt (in der Praxis kommt es selten zu einer Auslieferung und öfter zu einer Glattstellung der Position).

Bei Finanztermin-Geschäften entstehen opportune Zinskosten. Das Kapital, welches in dem Future-Kontrakt gebunden ist, kann nicht zum gängigen Geldmarktzins verzinst werden, weshalb diese Art von Opportunitätskosten zu berücksichtigen sind.

Cost of Carry werden in den Future eingepreist – ein Praxisbeispiel

Der Future-Preis orientiert sich im Regelfall am Kassapreis des jeweiligen Basiswertes korrigiert um die Cost of Carry. Durch den Kauf eines Futures kann sich ein Unternehmer bereits frühzeitig den Preis für den Kauf eines bestimmten Basiswertes am Erfüllungstermin sichern.

Dies macht dann Sinn, wenn ein Warenimporteur Güter aus dem Währungsausland importiert und sich keiner Währungsspekulation aussetzen möchte. Ein Beispiel: Wenn der Unternehmer Herr Hammer weiß, dass er in 5 Monaten für 500.000 US-$ eine Werkmaschine aus den USA erhält, so kann er sich den Gegenwert in Euro bereits heute über einen Future absichern.

Der faire Wert eines solchen Futures entspricht der Summe aller Kosten zur Absicherung des Preises. Herr Hammer müsste sich heute also entweder 500.000 US-$ kaufen und diese anlegen, oder er sichert sich den heutigen US-$ Preis für den Auslieferungstermin der Maschine.

Für private Trader ist es wichtig, die Cost of Carry bei Futures nicht aus den Augen zu verlieren und diese stets zu bedenken. Das ist eine der Voraussetzungen für einen lukrativen Future-Kontrakt.

10. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.