Am Freitag werden sich die G20 in Bercy, Paris treffen.
Im Mittelpunkt werden die Reformen des Weltfinanzsystems stehen.
Die Finanz- und Wirtschaftswelt im Wandel
Dieses befindet sich auch drei Jahre nach der Finanzkrise 2008 noch im Aufruhr. Das Epizentrum der aktuellen Turbulenzen ist Europa, wo kein Ende der Staatsschuldenkrise absehbar ist.
Laut einer aktuellen Untersuchung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben die 18 größten Mitgliedsländer der OECD im Schnitt Schulden in Höhe von 93% des Bruttoinlandsprodukts.
Bruttoinlandsprodukt im Fokus
Dieser Wert steigt bis auf 140% in Griechenland und 129% in Italien. Deutschland liegt demnach bei 77%. Ab 85% des Bruttoinlandsprodukts, so schätzt die BIZ, beginnen zusätzliche Schulden das Wirtschaftswachstum zu bremsen.
Italienische, spanische und französische Banken haben die meisten Staatsanleihen von Randländern der Eurozone im Portfolio. Kommt es zu einer Staatspleite, ist das Bankensystem in einigen Ländern akut gefährdet.
Neue Kredite durch EZB
Das ist der Grund, warum die Europäische Zentralbank am vergangenen Donnerstag die Geldschleusen mit zusätzlichen Krediten für Geschäftsbanken weiter geöffnet hat.
Die Angst vor Bankenpleiten ist so groß geworden, dass sich die Kreditinstitute auch gegenseitig immer weniger ausleihen. Stattdessen deponieren sie ihre Liquidität lieber bei der EZB.
Deren Einlage-Fazilität ist am vergangenen Freitag mit 221 Mrd. Euro so hoch gewesen wie seit Juli 2010 nicht mehr. Dieses Angstbarometer ist seit Mitte September um 33% geklettert.
Merkel und Sarkozy wollen Lösung der Euro-Krise
Am Wochenende trafen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin, um die Vorgehensweise im Kampf um die Stabilisation der Euro-Zone abzustimmen.
Klare Ergebnisse soll es auf dem G20-Gipfel in Cannes im November geben. Das Treffen in Bercy ist dabei eine Generalprobe. Es sollen die letzten Vorbereitungsmaßnahmen und Absprachen vor Cannes getroffen werden.
Auch Präsident Barack Obama forderte im Vorfeld des Gipfels einen konkreten Aktionsplan aufzuzeigen. Der Präsident zeige sich jedoch zuversichtlich, dass die Herausforderungen gemeistert werden können.
Die Euro-Zone stelle eine starke Belastung für die Weltwirtschaft dar, auch für die USA, doch er vertraue Frankreichs und Deutschlands Regierungschefs, die sich der wichtigen Aufgaben bewusst seien.
Das Finanzsystem ganz oben auf der Tagesordnung
Bei der Zusammenkunft in Paris steht die Debatte um die Sicherheit des Währungssystems ganz oben auf der Tagesordnung. Mängel des internationalen Wirtschaftssystems sollen erkannt und Lösungen diskutiert werden.
Als Ergebnis sollen die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer die Weichen für weltweites nachhaltiges Wachstum stellen.
Die Geschichte der G20
Seit 1999 kommt die Gruppe der G20 zusammen, um die Herausforderungen und Chancen des internationalen Finanzsystems zu besprechen. Am 3.und 4. November dient Cannes als Konsultationsort, im letzten Jahr fanden Gipfel in Toronto und Seoul statt.


