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„Garantie verkürzt“ – eine irreführende Behauptung

Erstaunlich, wie routiniert manche Elektronikmärkte es schaffen, ihre Kunden zu verschaukeln…!

Wollen Sie wissen, was mir einmal passiert ist? Ich wollte mir ein neues Notebook kaufen. Schnell fiel meine Entscheidung zugunsten einer bekannten Marke.

Dann allerdings machte mich der Verkäufer darauf aufmerksam:

„Der Hersteller hat leider die Garantie von 2 Jahren auf 1 Jahr verkürzt. Sie können aber für nur 49 € pro Jahr eine Garantie-Verlängerung bekommen.

Dann sind Sie abgesichert, falls mit dem Laptop was passiert.“

Jetzt könnte man glatt meinen, ich stünde nach einem Jahr gänzlich ohne Schutz da, nicht wahr!?

Wenn also das Notebook schon nach 366 Tagen den Geist aufgeben würde: Oje!


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Diese Befürchtung wollte der Verkäufer mit seinem Gefasel von der verkürzten Garantie wohl auch hegen. Indessen: Sie entbehrt jeglicher Grundlage!

Garantie ist nicht Gewährleistung – da gibt es wichtige Unterschiede

Wenn ein Verkäufer Ihnen Floskeln von „verkürzter Garantie“ und „empfehlenswerter Garantie-Verlängerung“ um die Ohren schlägt, seien Sie stets kritisch!

Denn die Elektronikmärkte setzen darauf, dass die Kunden sich in Rechts- und Finanzfragen nicht allzu gut auskennen – und diese Wissenslücke nutzen sie gnadenlos aus.

Das entscheidende Wort lautet hier: „Garantie“. Eine „Garantie“ ist etwas anderes als die „Gewährleistung“:

Erstere ist das, was der Händler freiwillig bietet, letztere gesetzlich vorgeschrieben. Bei Neuprodukten erstreckt sich die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung auf volle 2 Jahre, bei gebrauchten Produkten auf mindestens 1 Jahr.

So lange dürfen Sie bei (nicht selbst verursachten) Mängeln reklamieren – egal ob der Händler Ihnen für das Produkt freundlicherweise eine Garantie gibt oder nicht.

Eine Garantie ist dagegen oft eine Mogelpackung. Häufig erstreckt sie sich nur auf Teilbereiche:

So gibt es etwa eine Garantie auf die Teile, die nicht verschleißen (z. B. beim Auto).

Auch gibt es eine Garantie gegen Überhitzung, eine gegen Wasserschäden (besonders praktisch für Leute, die ihr Notebook ganz gerne in die Dusche mitnehmen…)

Sie können sicher sein: Gibt der Händler eine solche Garantie, dann ist ein Schaden innerhalb der Garantiezeit denkbar unwahrscheinlich.

Die Teile, auf die sich die Garantie bezieht, sind robust genug, um die Garantiezeit unbeschadet zu überstehen.

Zusatz-Garantie – ein Versicherungs-Vertrag ohne Kundennutzen

Sicher ist jedenfalls: Die für viel Geld angebotene Zusatz-Garantie brauchen Sie nicht. Denn das ist eine Versicherung mit sehr vielen Klauseln, die Sie als Verbraucher Geld kostet, Ihnen aber nichts bringt.

Oft bezieht sich eine solche Garantie nur auf Material- und Herstellungs-Fehler. Das aber ist durch die gesetzliche Gewährleistung schon abgedeckt – und die haben Sie 2 Jahre lang kostenlos.

Und ob die Versicherung bei späteren Schäden zahlt, ist höchst zweifelhaft. Denn Sie werden beim Durchlesen der Versicherungs-Bedingungen schnell feststellen: Es gibt viele Schäden, für die die Versicherung dann doch nicht aufkommt.

Fazit

Mein Spartipp für Sie: Kaufen Sie Notebook, PC, Flachbild-Fernseher, Digital-Kamera oder Smartphone lieber ohne Zusatz-Garantie bzw. Garantie-Verlängerung!

Mit der gesetzlichen Gewährleistung sind Sie 2 Jahre lang bestens versorgt. Das gesparte Geld stecken Sie dann lieber in technische Extras, von denen Sie wirklich etwas haben.

7. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.