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Geht uns bald das Erdöl aus?

Was wäre, wenn von heute auf morgen das Erdöl ausginge? Blieben unsere Autos in der Garage und welche Arbeitsplätze gäbe es überhaupt noch? Okay, inzwischen wird intensiv nach Alternativen gefahndet. Dennoch möchten viele wissen, wann es mit dem Erdöl zu Ende geht.

Zum ersten Mal wurde die Frage nach dem Ende des Öls unter wissenschaftlichen Aspekten beantwortet, als es Erdöl scheinbar noch im Überfluss gab – nämlich bereits 1956. Und es war ein US-amerikanischer Geophysiker namens Marion King Hubbert, der die so genannte peak oil Theorie entwickelte.

Dieser Theorie zufolge nimmt die Produktion für jedes geografische Gebiet bis zu einem bestimmten Punkt des Fördermaximums (peak = Gipfel) zu und danach in gleichem Maße wieder ab. Das entsprechende Diagramm hat die Form einer „Glockenkurve“.

Damals prognostizierte der ehemalige Chefgeologe von Shell auf diese Weise das Fördermaximum der USA für die späten 60er und frühen 70er und erwischte damit einen Volltreffer. Spätere geologische Gutachten bauten auf Hubberts Theorie auf.


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Die peak oil Theorie – erste Kritikpunkte

Schon früh meldeten sich erste Stimmen anderer Geologen, die sich mit Hubberts Theorie kritisch auseinandersetzten. Und das obwohl Hubberts Theorie als Standardwerk galt. Hierin blieb unter anderem die Entwicklung des Ölpreises unberücksichtigt.

Denn, wenn der Ölpreis infolge eines sinkenden Angebots steigt, wirkt sich dies negativ auf die Nachfrage aus. Und das nicht nur, weil sich einige potenzielle Kunden den Rohstoff Erdöl nicht mehr leisten können. Sondern auch, weil die Entwicklung von energiesparenden Lösungen oder auch von alternativen Energien wie Atomkraft oder Windenergie vorangetrieben wird.

Darüber hinaus hatte Hubbert völlig außer Acht gelassen, dass die Beschränkung der Fördermengen (Quotenregelung) beispielsweise durch die OPEC-Staaten in der Golfregion nicht in die peak oil Theorie einzubeziehen ist.

Somit können Hubberts Thesen keine gültigen Aussagen hinsichtlich der zur Neige gehenden weltweiten Erdölreserven geben.

20062007200820092010
Erdölreserven weltweit in Mio. barrel1.209.5501.219.4701.293.9901.336.3151.467.012

Weitere Unsicherheitsfaktoren der peak oil Theorie

Besonders in den zurückliegenden Jahren hat sich herausgestellt, dass die Erdölreserven eher zu- als abnehmen. Dies liegt vor allem an der fortschreitenden technologischen Entwicklung. Diese hat zum einen verbesserte Methoden des Abbaus mit sich gebracht und zum anderen den Abbau neuer, unkonventioneller Lagerstätten ermöglicht.

Bei den effizienteren Abbauverfahren ist insbesondere die Methode des durchaus umstrittenen frackings zu nennen. Dabei wird Wasser mit einigen Beimischungen dazu benutzt, öl- bzw. gashaltige Gesteinsschichten aufzubrechen. Auf diese Weise kann aus bestimmten Lagerstätten deutlich mehr Öl gewonnen werden.

Während zur Zeit der Entstehung der peak oil Theorie das Nordseeöl und dessen Förderung durch Bohrinseln völlig unbekannt war, hatten die Geologen damals von dem im jüngsten Jahrzehnt so sehr in den Fokus gerückten nordamerikanischen Ölschiefer noch nicht einmal einen blassen Schimmer.

Obwohl Marion King Hubbert den Gipfel der US-Erdölförderung mit seiner peak oil Theorie relativ genau vorhersagte, kann niemand mit Gewissheit sagen, wann die Vorräte des „schwarzen Goldes“ zur Neige gehen.

Für einige konventionelle Lagerstätten mögen diese Thesen wohl zutreffend sein, verallgemeinern darf man sie indes nicht. Anleger sollten bei ihren Investitionsentscheidungen Theorien wie die peak oil Thesen nur mit großer Vorsicht begegnen. Ebenso könnte es sich als Fehler erweisen, diese komplett zu ignorieren.

16. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.