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Geld und Geldpolitik – die Zentralbank hat das Wort

Ohne Geld müssten wir Waren tauschen – hundert Brote gegen ein Smartphone. Doch dies hat den Nachteil, dass wir für unsere Waren nicht immer den passenden Tauschpartner finden, der auch das anbietet, was wir selbst benötigen. Geld überbrückt diese Diskrepanz. Daher ist Geld vor allem ein optimales Tausch- und Zahlungsmittel, mit dem fast alles bezahlt werden kann.

Darüber hinaus ermöglicht Geld, Waren und Vermögenswerten eine Bezugsgröße zuzuordnen, wodurch diese vergleichbar gemacht werden können. Damit erhält Geld die Funktion der Recheneinheit. Zusätzlich bietet Geld die Möglichkeit, einen gewissen Wert zu speichern, der später wieder verwendet werden kann. Denn Kauf und Verkauf können zeitlich auseinanderliegen. Doch wer kontrolliert das Geld, in welchem Zusammenhang steht es mit der Geldpolitik und was ist die Geldpolitik?

Was ist Geldpolitik?

Geldpolitik wird in erster Linie von der Zentralbank der jeweiligen Währung ausgeübt. Die Geldpolitik ist daher ein Bündel an wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die eine Zentralbank umsetzt, um ihre in den Statuten festgelegten Ziele zu erreichen.Diese kann die Zentralbank unter anderem mit ihrem wichtigsten Instrument – dem Leitzins – beeinflussen. Erhöht sie den Leitzins, verteuert sich die Aufnahme von Krediten.

Diese kann die Zentralbank unter anderem mit ihrem wichtigsten Instrument – dem Leitzins – beeinflussen. Erhöht sie den Leitzins, verteuert sich die Aufnahme von Krediten. Daraufhin lohnt es sich eher, das Geld zu höheren Zinsen anzulegen, anstatt es für Investitionen auszugeben. Damit wird die gesamtwirtschaftliche Nachfrage gebremst und die Konjunktur vor einer möglichen Überhitzung beziehungsweise zu hohen Inflation gedämpft.

Im umgekehrten Fall kann die Zentralbank den Leitzins senken und so mit niedrigen Zinsen die Aufnahme von Krediten attraktiver gestalten. Unternehmen geben nun mehr Geld für Investitionen aus, was die Konjunktur belebt. Ein weiteres Instrument der Geldpolitik ist die Verknappung beziehungsweise die Erweiterung der Geldmenge: Die Zentralbank entscheidet, wie viel Geld sie den Geschäftsbanken zur Verfügung stellt.

Ziele der Geldpolitik

Jeder Währungsraum hat seine eigenen geldpolitischen Ziele. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat als oberstes Ziel die Preisniveaustabilität, die zur Einführung des Euros stark von der Deutschen Bundesbank eingefordert wurde. Denn Inflation hat negative Auswirkungen auf Kapitalbildung und Wachstum. So entwertet hohe Inflation gespartes Geld, wodurch es real immer weniger wird. Darüber hinaus müssen Schuldner von Jahr zu Jahr real immer weniger Geld dem Gläubiger zurückzahlen.

Diese Szenarien der Inflation kennen die Deutschen aufgrund der Hyperinflation in den 1920er-Jahren nur zu gut. Daher sollte die Europäische Zentralbank über den Leitzins vor allem eine zu hohe Inflation bekämpfen. Die amerikanische Zentralbank (Fed) hat hingegen ein anderes oberstes Ziel: das Wachstums- und Beschäftigungsziel. Damit unterstützt die Fed in erster Linie die Wirtschaftpolitik.

Grenzen der Geldpolitik

Die Zentralbank kann zwar über ihre Instrumente das Preisniveau versuchen zu stabilisieren, jedoch kann sie beispielsweise bei Tarifverhandlungen nicht verbieten, höhere Löhne auszuhandeln. Wenn diese dann durch Preiserhöhungen des Unternehmens finanziert werden, entsteht eine Spirale der Inflation, gegen die die Zentralbank kurzfristig nicht vorgehen kann.

Des Weiteren sind auch Staaten selbst am Markt tätig und beeinflussen die Konjunktur. Sie können die Preise durch höhere Steuersätze erhöhen oder eine neue Gebührenordnung festlegen.

Ebenfalls finanziert der Staat Brücken, Autobahnen und vieles mehr, das starken Einfluss auf die Konjunktur und damit auf das allgemeine Preisniveau nehmen kann, ohne dass die Zentralbank kurzfristig gegensteuern könnte.

28. August 2013

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Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.