MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Geldanlage in Kunst: auch heute noch sinnvoll?

Wer seine Geldanlage praktisch dauerhaft im Auge behalten möchte, sollte in Kunst investieren. Denn ein Bild an der Wand ist ja nicht zu übersehen.

Je nach Motiv und Ausführung der Arbeit wird der Eigentümer ganz nebenbei von Besuchern seiner Räume auch noch reichlich Bewunderung einheimsen. Unzweifelhaft aber ist, dass mit Kunst Geld verdient werden kann.

Ob ein solches Investment auch eine Rendite einbringt, wird Anlegern erst dann offenbar, wenn der Verkauf des Kunstwerks ansteht. Abgesehen davon, dass sich Käufer von Bildern, Skulpturen oder anderem eine Fälschung haben andrehen lassen, unterliegen Kunstgegenstände häufig wechselnden geschmacklichen Trends.

Daher ist in vielerlei Hinsicht Vorsicht geboten. Grundsätzlich gilt, dass sich der Markt für Kunst eher für langfristige Investments eignet. Es sollte kein Geld in Kunst investiert werden, dass kurzfristig wieder benötigt wird.

Was Sie beim Kauf von Kunst beachten sollten

Der Kunstmarkt hat seine eigenen Gesetze. Er ist nicht in der Art transparent wie Rohstoff- oder Finanz-Börsen. Wer sich selbst gar nicht auskennt, sollte kompetente Beratung in Anspruch nehmen.

Achtung: Galeristen möchten manchmal unbedingt ein Kunstwerk verkaufen. Ihr Rat kann teuer werden.

Kunst ist nicht billig. Vor allem wenn der Sammler qualitativ hochwertige Einzelstücke (Unikate) bevorzugt. Experten setzen die Mindestinvestitionssumme für ein Kunstwerk zwischen 100.000 und 1 Million € an.

Laien können oft auch die Echtheit eines Kunstwerkes nicht beurteilt. Dabei kommt es vor allem auf die Herkunft des Werkes und die Seriosität des Anbieters an. Kunst unterliegt modischen Strömungen. Was einmal „in“ und damit entsprechend teuer war, kann bald darauf niemand mehr interessieren.

Auch Namen bekannter Künstler garantieren keine zufriedenstellenden Renditen. Ein Maler, dessen Bilder zu einer bestimmten Zeit einen massiven Hype erlebt haben, kann kurz darauf in eine Flaute geraten.

Dagegen sind Investitionen in Werke völlig unbekannter Künstler am Anfang ihrer Laufbahn nicht empfehlenswert. Bei diesen ist das Risiko zu groß, dass ihnen der Durchbruch nicht gelingt. Schließlich schafft es nur einem Bruchteil der Nachwuchskünstler – weniger als 10 % – nachhaltig am Kunstmarkt Fuß zu fassen.

Wo Kunst gehandelt wird

Kunstwerke sind erhältlich auf Kunstmessen, bei Auktionshäusern, im Kunsthandel, in Kunsthallen, bei Kunstvereinen, auf Online-Marktplätzen und direkt beim Künstler im so genannten Atelierverkauf. Kommerzielle Galerien vertreten oft nur wenige Künstler, die diese allerdings in der Regel exklusiv vertreten.

Höchstens als Beimischung empfehlenswert – und das eher für Kenner

Wer nicht wirkliches Interesse und Verständnis mitbringt, sollte von einer Geldanlage in Kunst eher Abstand nehmen. Anders als Wertpapiere sind Kunstwerke oft nicht sofort wieder zu verkaufen. Die Angebotsphase hierfür kann Monate oder Jahre dauern.

Wegen dieses Umstands und den genannten Gründen sollten Anleger keinesfalls ihr komplettes Vermögen in Kunst investieren. Wer aber ansonsten bereits über ein ausgewogenes Portfolio mit einer Reihe von Wertpapieren und hinreichende Kenntnisse über den Kunstmarkt verfügt, kann über Kunst als Beimischung zu seinen Kapitalanlagen nachdenken.

7. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.