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Geldanlage-Roboter: digitale Deppen oder bessere Berater?

Wer ein erfolgreiches Anlagedepot zusammenstellen will, steht vor der Frage, welche Wertpapiere für welche Anlageziele infrage kommen. Auf der Suche nach Tipps orientieren sich einige etwa an Social-Trading Plattformen im Netz, andere bevorzugen den persönlichen Rat und Sachverstand von Vermögensberatern.

Anlagetipps von Robotern helfen Vermögensberatern

Was vielen dabei nicht bewusst ist: Vielfach kommen schon heute die Anlagetipps von Robotern. Auch Vermögensberater greifen längst auf algorithmische Suchsysteme im Computer zurück. Hat ein Berater im Gespräch das Anlegerprofil des Kunden herausgearbeitet, filtert der Rechner aus den abertausenden Angeboten die entsprechenden Wertpapiere samt Konstellationsvarianten heraus.

Dabei bekommt der Kunde oft auch nur das präsentiert, was zugleich dem Berater und dessen Bank möglichst einträglich erscheint. Wer stattdessen lieber auf eigene Faust sucht, riskiert, dass er überfordert ist und bei Auswahl eigenen Emotionen unterliegt. Will man die ausschalten, bietet sich wiederum ein nüchternes System an, das rein mit Daten, Zahlen, Fakten arbeitet.

Anlagetipps von Robotern stehen vermehrt auch Privatanlegern zur Verfügung. In den USA gibt es schon seit einigen Jahren internetbasierte Fintech-Anbieter, auf deren Seiten man zunächst seine Ziele, Bedürfnisse und finanziellen Spielräume eingibt. Danach werden weitere Angaben etwa zu Risikoneigung, Anlagezeitraum oder Sparraten eingetragen. Der Rechner ermittelt dann das Chance-Risiko-Profil und stellt aus dem weltweiten Angebot verschiedene Portfoliovarianten zusammen.


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Robot Advisory für Privatanleger

Derartige Anlagetipps von Robotern laufen unter dem Schlagwort Robot Advisory – Beratung auf Basis künstlicher Intelligenz von Computersystemen. Auch wenn es sich nicht um Hausroboter in Stil eines R2D2 aus der Science Fiction-Serie Star Wars handelt, so ist das robotische System in Sachen Schnelligkeit, Verfügbarkeit und Genauigkeit jedem menschlichen Berater überlegen.

Künftig werden Anlagetipps von Robotern das gesamte Wissen im Netz inklusive Social-Trading Aktivitäten oder Finanzforen einbeziehen. Doch damit nicht genug.

So wie bereits Facebook Persönlichkeitsprofile sammelt und Ebay oder Amazon das Suchverhalten im Netz als Grundlage für maßgeschneiderte Werbung hernehmen, könnten auch höchstpersönliche Anlagetipps von Robotern auf den Displays erscheinen. Eingeschränkt wird das Ganze allerdings durch die gesetzlichen Vorgaben in Sachen Finanzberatung.

Nicht blind auf digitale Angebote verlassen

Bislang beschränkt sich das Angebot vorwiegend noch auf Portfolioangebote mit ETFs – der Einfachheit halber, denn die Indexfonds bilden jeweils komplette Indizes ab und erlauben dem Anleger eine gewisse Übersicht. Mit Detaildaten zu sämtlichen Einzelaktien, Anleihen oder Rohstoffen wären die meisten Interessenten vermutlich überfordert. Da ETFs zudem extrem günstig sind, können die Anbieter bei der Masse der Anleger mit niedrigen Kosten punkten.

Was fehlt, sind gezielte Hinweise auf Papiere mit Potenzial. Außerdem unterscheiden sich die Depotangebote meist nur in der Gewichtung der einzelnen Anlageklassen. Letztlich sind es derzeit Massenprodukte, auch wenn sie wegen der persönlichen Eingaben maßgeschneidert erscheinen.

Nur scheinbar ist aber auch die Neutralität der nüchternen Roboter. Denn programmiert werden sie immer von Menschen, die mit ihrem Produkt weder Altruismus noch reine Menschenliebe betreiben, sondern eigene Geschäftsinteressen verfolgen. Anleger sollten also auch digitalen Angeboten mit gesundem Misstrauen begegnen, so hilfreich sie bei der Erstauswahl sein mögen.

Menschliche Kompetenz vs. Rechnersystem

Der Vorteil solcher Systeme: Es entfallen etliche manuelle Zwischenschritte, die Kosten verursachen. Und nur sie finden sich im Dschungel der überwältigenden Angebotsvielfalt zurecht. Andererseits ist noch nicht absehbar, welches Eigenleben sie auf den Finanzmärkten entwickeln werden. Dass Computer auch Gefahrpotenzial mit sich bringen, haben nicht zuletzt verschiedene Flash-Crashs gezeigt, die durch vollautomatische und teils manipulierte Handelssysteme die Börsen lahm legten.

Auch Roboter sind nicht unfehlbar. Sie werden zwar zunehmend provisionsgetriebene Berater ersetzen, doch gerade aus Sicht unerfahrener Erstanleger wird es darauf ankommen, eine sinnvolle Verbindung zwischen menschlicher und maschineller Beratung zu herzustellen. Reine Rechensysteme haben weder Einfühlungsvermögen noch Instinkt für persönliche Lebenslagen. Ein kompetenter Berater hakt unter Umständen gezielt nach, der Rechner indes orientiert sich nur an einem starren Abfrage- und Datensammelsystem.

18. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.