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Geldkurs und Briefkurs: Der Unterschied

Selbst die größten Anleiheexperten müssen manchmal Eselbrücken bauen, um sich die Fachbegriffe, die ja auch im Anleihebereich zunehmen, schnell merken und einordnen zu können.

Zwei der wichtigsten Fachbegriffe im Rahmen der Anleihenotierung sind der Geldkurs und der Briefkurs.

Viele Finanzseiten, die in der Kursdarstellung auch Anleihen einbeziehen, weisen in der Regel beide Kurse aus.

Gleichzeitig kommt aber vielfach die Frage auf, welcher dieser beiden Kurse nun beim Kauf oder Verkauf der Anleihe heranzuziehen ist.

Briefkurs und Geldkurs: Die Eselsbrücke

Folgende Eselsbrücken können Ihnen weiterhelfen:

Der Geldkurs ist der Kurs, der von derjenigen Person bestimmt wird, welche das Geld noch nicht besitzt. Daher handelt es sich hierbei um den Nachfragekurs.


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Im Gegensatz hierzu ist der Anbieter, der demnach die Aktien oder Anleihen und damit ein verbrieftes Recht besitzt, derjenige, der den Briefkurs bestimmt. Damit handelte es sich beim Briefkurs um einen Angebotskurs.

In der Regel weist dieser ein höheres Niveau als der Geldkurs auf, da der Verkäufer einen möglichst hohen Preis erzielen will. Der Käufer hingegen möchte möglichst wenig bezahlen.

Auf dieser allgemeingültige Tatsache basierend entstehen die so genannten Kursspreads, also der Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs.

Die Spreads können, je nach Transaktionsvolumen oder Marktlage, erhebliche Größenordnungen einnehmen.

In der Regel ist dabei ein hoher Spread ein Indikator für einen Wert, der eine geringe Liquidität aufweist. Im Anleihebereich können diese zum Teil sogar bei über fünf Prozent liegen.

Spreads von über 2,0 % nichts Ungewöhnliches

Am Beispiel der Solarwatt-Anleihe kann man erkennen, dass der aktuelle Geldkurs, also Nachfragekurs im Oktober 2011 bei 79,0 Prozent lag. Der dazugehörige Briefkurs, also Angebotskurs, lag mit 81,0 Prozent um 2,0 Prozent höher.

Derjenige Verkäufer also, der seine Solarwatt-Anleihe für 81,0 Prozent veräußern wollte, konnte auf Basis der aktuellen Nachfragesituation keinen Verkauf tätigen.

Erst wenn ein Investor dazu bereit war, den Angebotspreis zu bezahlen, würde eine Transaktion stattfinden.

Illiquide Werte, also Werte, für die ein nur geringes Transaktionsvolumen beobachtet werden, können demnach doppelt betroffen sein.

Denn diese weisen ohnehin in der Regel die höheren Spreads auf und darüber hinaus finden sich einfach weniger Anleger, die bereit sind, ihre Angebots- und Nachfragekurse aneinander anzugleichen.

Darunter leidet wiederum die Liquidität des Wertpapiers.

Das Wesen des Geld- und Briefkurses lässt sich dabei auch auf andere Bereiche ausweiten.

Weiter Gebiete, in denen Geld- und Briefkurse eine hohe Bedeutung einnehmen wären der Handel mit Aktien, Fremdwährungen oder Finanzderivaten. Hier gelten die gleichen, eben beschriebenen Mechanismen.

6. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.