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Geldmarkt und Kapitalmarkt: Beide Märkte kennen und nutzen können

In Finanznachrichten stößt man immer wieder auf die Begriffe Geldmarkt und Kapitalmarkt.

Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über beide Begriffe, erklärt Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Märkte, sowie die Möglichkeiten an beiden Märkten teilzuhaben.

Je nach Marktphase fällt es einem Anleger dann leichter, sich für den einen oder anderen Markt zu entscheiden.

Geldmarkt und Kapitalmarkt: Beide Begriffe kurz erklärt

Geldmarkt und Kapitalmarkt sind zwei Teile des Finanzmarkts. Zum Finanzmarkt gehört auch noch der Devisenmarkt, den wir in diesem Artikel aber unbetrachtet lassen.

Als Finanzmarkt bezeichnet man alle Institutionen und Instrumente zum Handel von Kapital. Beim Handel auf dem Finanzmarkt geht es also nie um den Handel von Gütern, sondern immer nur um den Handel von Kapital und den dazu gehörigen Eigentumsrechten und Sicherheiten.

Geldmarkt und Kapitalmarkt existieren beide um Angebot und Nachfrage von Kapital in Ausgleich zu bringen. Beim Ausgleich ergibt sich der Marktzins als der aktuelle „Preis“ für die Verfügbarkeit von Geld. Sowohl Geldanlage als auch Finanzierungen finden auf diesen beiden Märkten statt.

Die genaue Grenzlinie zwischen den beiden Märkten ist unscharf und verändert sich im Laufe der Zeit und je nach Perspektive. Die Wirtschaftsliteratur definiert und unterscheidet Geldmarkt und Kapitalmarkt anhand der Teilnehmer im Markt und der Laufzeit des eingegangenen Handels.

Wie Geldmarkt und Kapitalmarkt sich in der Praxis unterscheiden

In der Praxis haben sich wegen der unterschiedlichen Teilnehmer und Fristigkeiten bedeutsame Unterschiede herausgebildet, die auch für Anleger wichtig sind.

Der Geldmarkt umfasst in einer breiten Definition alle kurzfristigen Geschäfte. Konkret sind das also Kredite, die nach maximal 1 oder 2 Jahren wieder getilgt werden müssen, häufig jedoch nur für wenige Tage oder Wochen abgeschlossen werden.

Diesen Markt nutzen vor allem Geschäftsbanken untereinander und Großunternehmen um sehr kurzfristig Geld anlegen oder Liquiditätsengpässe überbrücken zu können.

Und ausschließlich auf diesem Markt agieren die Zentralbanken, wenn sie den Finanzmärkten Geld zur Verfügung stellen oder entziehen wollen. Der Handelspartner sind dann die Geschäftsbanken.

Aufgrund der hohen Mindestsummen für diese Geschäfte können Privatpersonen und kleinere Unternehmen eigentlich nur indirekt am Geldmarkt teilnehmen. Dies geschieht dann über Geldmarktfonds und Geldmarktkonten.

Der Kapitalmarkt umfasst nun alle Kapitalgeschäfte, die länger als 1 oder 2 Jahre laufen, z.B. langfristige Kredite oder gar keine Laufzeit haben, z.B. Aktienkäufe und -verkäufe.

Auf dem Kapitalmarkt finden sämtliche Unternehmen, Privatpersonen und auch Staaten die richtigen Instrumente für ihre mittel- und langfristigen Kreditaufnahmen und Geldanlagen. Staats- und Unternehmensanleihen, Aktienemissionen und Aktienhandel sind Bestandteile des Kapitalmarktes.

Was für Anleger in Geldmarkt und Kapitalmarkt wichtig ist

Aus den unterschiedlichen Teilnehmern und ihren unterschiedlichen Motiven am Markt ergeben sich zwei weitere bedeutende Unterschiede zwischen Geldmarkt und Kapitalmarkt für Investoren. Das sind Zins- und Risikounterschied.

Das Angebot auf dem Geldmarkt ist vor allem politisch motiviert. Hier werden Zinsen durch das Geldangebot der Zentralbanken beliebig gesteuert, um die Liquidität von Banken zu gewährleisten und in der Hoffnung indirekt die Zinsen für Kredite auf dem Kapitalmarkt zu beeinflussen.

Das Ausfallrisiko hielt und hält man bei den Banken daher meist für vernachlässigbar. Die Stützung zahlreicher Geschäftsbanken in den letzten Jahren hat dieses Empfinden nur noch verstärkt. Den Geldmarkt charakterisieren also meist verhältnismäßig niedrige Zinsen und niedrige Risiken.

Das Angebot auf dem Kapitalmarkt hingegen ist vor allem risikoorientiert. Steigen die Ausfallrisiken von Schuldnern und die Risiken in der Wirtschaft, so steigen die entsprechenden Zinsen auf jegliche Kredite und fallen die Kurse der betroffenen Aktiengesellschaften.

Fazit: Wählen Sie je nach Marktlage zwischen Rendite und Sicherheit

Als Anleger können Sie mit den oben genannten Instrumenten sowohl am Geldmarkt als auch am Kapitalmarkt partizipieren. Wer sein Geld kurzfristig und relativ sicher anlegen will, der kann über Geldmarktkonten im Geldmarkt fündig werden.

Auch in einer Phase steigender Zentralbankzinsen, die das Geldangebot verknappen und die Wirtschaft damit neuen Risiken aussetzen, kann der Geldmarkt eine sichere Wahl für den Kapitalerhalt sein.

Solange jedoch Zentralbanken den Geldmarkt zu Niedrigst-Zinsen mit beliebig viel Geld versorgen, bietet eine gute Auswahl von Anlagen auf dem Kapitalmarkt  das bessere Chance-Risiko-Verhältnis.

29. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sven Eltzschig
Von: Sven Eltzschig. Über den Autor

Sven Eltzschig beschäftigt sich mit den Themen Unternehmertum, Wirtschaft, Politik und Kapitalanlage. Als Ingenieur mit einem Master in Business Excellence übernimmt er Rollen in Beratung, Aufbau, Transformation und Führung von Unternehmensbereichen in der IT, Industrie und Dienstleistungsbranche. Unternehmertum und Kapitalanlage sind für Sven Eltzschig das Investieren von Ressourcen in Ideen, welche die Welt von morgen noch besser machen.