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Geldschöpfung durch die EZB – wie das Geld in Umlauf kommt

Geldschöpfung aus dem Nichts? Geht das, fragen sich nicht nur viele Laien, sondern auch Ökonomen, wenn man die letzten Jahre der Finanz- und Schuldenkrise Revue passieren lässt.

Der Grund: Geldschöpfung durch die Europäische Zentralbank (EZB) gehört zu den zentralen Grundbausteinen unseres Geldsystems. Verlieren die Zentralbanken die Kontrolle über die Geldschöpfung, kann dies zu exzessiven Übertreibungen an den Finanzmärkten führen – und dies betrifft auch alle Anleger.

Wie funktioniert die Geldschöpfung durch die EZB?

Doch zunächst ist zu klären, wie die Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank (EZB) überhaupt funktioniert. Dabei steht insbesondere die zentrale Frage im Raum, wie aus Zentralbankgeld überhaupt Buchgeld bzw. Giralgeld (Papiergeld, Münzen) wird.

So dürfen nur Zentralbanken (EZB in der EU, FED in den USA) Bargeld erschaffen und drucken. Die Zentralbanken geben an Geschäftsbanken wie die Deutsche Bank oder Commerzbank einen Kredit. Die Geschäftsbank muss für diesen Kredit Sicherheiten bzw. Wertpapiere hinterlegen. Zudem verpflichtet die EZB Geschäftsbanken für die Einlagen der Kunden eine sogenannte Mindestreserve vorzuhalten.

Diese Mindestreserve ist seit 2012 mit 1% verhältnismäßig klein. Dies bedeutet: Wenn eine Geschäftsbank Einlagen erhält und einen Kredit über 10.000 € an den Kunden vergeben will, muss diese in der Theorie eine Mindestreserve von 100 € bei der Zentralbank hinterlegen. In der Praxis ist hier noch die Eigenkapitalquote von mindestens 8% zu berücksichtigen, die Banken erfüllen müssen.


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Geldschöpfung durch die EZB – ein Praxisbeispiel

Ein Kunde (A) einer Bank erhält einen Kredit von 10.000 € von seiner Bank. Der Kunde (A) schafft für diese Summe eine kleine Solaranlage beim Lieferanten (B) an. Der Lieferant (B) zahlt die Summe von 10.000 € bei seiner Geschäftsbank ein. Der Einfachheit halber wird in diesem Beispiel eine Mindestreserve von 10% unterstellt.

Die Geschäftsbank muss also für diese 10.000 € Einlage nunmehr 1.000 € bei der EZB als Sicherheit hinterlegen. Das heißt, die Geschäftsbank kann einen weiteren Kredit in Höhe von 9.000 € an den Kunden (C) vergeben. Kunde (C) begleicht mit den 9.000 € eine Rechnung beim Lieferanten (D).

Der Lieferant (D) legt das Geld (9.000 €) wieder bei seiner Geschäftsbank an, die erneut einen Kredit (8.100 €) in Höhe abzüglich der Mindestreserve (900 €) vergibt. Damit sind bereits 1.900 € bei der EZB hinterlegt und bei der nächsten Kreditvergabe beginnt das Spiel von vorne, bis die Mindestreserve die Kreditvergabe schließlich begrenzt.

Insgesamt entsteht durch diesen Multiplikator-Effekt eine ungeheure Geldschöpfung der EZB durch die Kreditvergabe, wodurch letztendlich in diesem Beispiel aus einem einfachen Kredit über 10.000 € am Ende eine Geldschöpfung von 100.000 € steht.

Geldschöpfung durch Geschäftsbanken

Geld entsteht heute bei Geschäftsbanken auch durch eine sogenannte Bilanzverlängerung bei der Kreditvergabe. Dies geschieht durch einen einfachen Buchungssatz, wodurch der Kreditbetrag sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite der Bank erscheint.

Bei dieser Kreditvergabe werden keine Reserven der Bank oder Sparguthaben anderer Kunden herangezogen. Vielmehr werden durch diesen Vorgang sowohl die Verbindlichkeit (Passivseite) als auch die Forderung (Aktivseite) an die gleiche Person gestellt: dem Kreditnehmer.

Fazit: Geldschöpfung erfolgt immer über Kreditvergabe

Insgesamt ist festzuhalten, dass Geldschöpfung – sowohl bei der EZB wie auch bei Geschäftsbanken – immer über Kreditvergabe erfolgt. Auf diese Weise sprechen viele Finanzexperten bereits von einem Schuld-Geldsystem, wodurch die Schuldenberge der privaten Haushalte, aber auch der Staaten zwangsläufig immer höher werden.

Die EZB kann zwar über den Mindestreservesatz und über den Leitzins den Geldschöpfungsprozess in gewisser Weise steuern, doch die Instrumente der Notenbanken sind letztendlich begrenzt. Eine deutliche Zinsanhebung scheint aufgrund der hohen Schulden eher unwahrscheinlich.

Für Anleger bedeutet dies, dass das Zinsniveau bis auf absehbare Zeit weiter niedrig bleiben dürfte. Dies bedeutet: Günstige Kredite, aber auch Mini-Zinsen für Einlagen (Tagesgeld, Festgeld).

3. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands