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Geldumtausch – So entstehen die Wechselkurse

Vor Einführung des Euros war es eine nahezu alltägliche Verfahrensweise: der Geldumtausch. Französische Franc, holländische Gulden, polnische Zlotty – Ein Grenzübertritt erforderte stets eine andere Währung im Portemmonaie.

Seit Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung wurde der binneneuropäische Geldumtausch, zumindest für viele der klassischen Reiseländer, überflüssig – und ist oft nur für Fernreisen notwendig.

Dieser Geldumtausch erfolgt anhand des jeweiligen Wechselkurses. Im Folgenden ein Beispiel dazu.

Nomineller und Realer Wechselkurs

Angenommen Sie planen mit Ihrem Partner einen vierwöchigen Westküstentrip in die USA und haben ein Taschengeld-Budget von 1500 Euro. In den Staaten kommen Sie mit Euros nicht weit – Sie brauchen Dollars in der Tasche.

Also schauen Sie nach, wie viele Dollar sie für den Euro bekommen – in der Wirtschaft nennt man dies Mengennotiz.


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Nehmen wir an, der Dollar ist 1,30 Euro wert, so halten Sie nach dem Geldumtausch also 1950 US-Dollar zu Händen. Ihr pfiffiger Partner hat jedoch weiter recherchiert und herausgefunden, dass die Preise für Hotelübernachtungen und Grundnahrungsmittel jeweils billiger sind als in ihrem Heimatland.

Dieses Preisverhältnis zweier Güter in unterschiedlichen Währungsräumen nennt man „realer Wechselkurs“. Nun überdenken Sie die Budgetplanung. In Anbetracht des realen Wechselkurses sollte ein Budget von 1500 US-Dollar ausreichen.

Also berechnen Sie anhand des nominellen Wechselkurses, wie viel Euro sie brauchen um 1500 US-Dollar zu tauschen. Bei dem genannten Werteverhältnis, bräuchten Sie hierbei gut 1154 Euro – dies nennt man Preisnotiz.

Sowohl Mengennotierung – also wie viel Auslandswährung bekomme ich für eine bestimmte Menge Inlandswährung – als auch Preisnotierung – wie viel Inlandswährung brauche ich für eine bestimmte Menge Auslandswährung – sind zusammengefasst als „nomineller Wechselkurs“.

In der Eurozone ist die Mengennotierung üblich.

Wer legt die Kurse für den Geldumtausch fest?

Wechselkurse werden am sogenannten Devisenmarkt gebildet. Devisen sind Einheiten einer ausländischen Währung und der Wechselkurs nicht mehr als der Preis einer einzelnen Devise. Deren Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage der betreffenden Währung.

Ist die Nachfrage hoch, so steigt dieser und die Währung erfährt eine Aufwertung. Sinkt die Nachfrage, so sinkt auch der Preis und es handelt sich um eine Abwertung. Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt – es werden täglich Billionen umgesetzt.

Eine Börse gibt es jedoch nicht – der Handel vollzieht sich größtenteils außerbörslich zwischen den Banken über Online- oder Telefonhandel. So können Spekulation, Direktinvestitionen, unterschiedliche Inflationsniveaus, aber auch psychologische Faktoren die Devisenkurse beeinflussen.

Wechselkurse sind daher einer Vielzahl von Einflussfaktoren unterworfen, weswegen Voraussagen darüber nur schwer zu treffen sind. Gerade die hohe Abhängigkeit von psychologischen Einflüssen lässt sie geradezu unvorhersehbar schwanken.

So können politische Krisen ebenso in einem bedeutsamen Zusammenhang damit stehen wie die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten oder andere besondere Ereignisse. Die Gefangennahme Saddam Husseins 2003 etwa führte zu einem kurzfristigen Dollaraufschwung.

In jedem Falle ist der Wechselkurs nicht nur für Privatpersonen bedeutsam, die sich im Zuge Amerika-Reise über den Geldumtausch informieren wollen – er gibt allgemein Aufschluss über die Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes.

Mehr zum Thema: Devisen Cross Rates – die Bedeutung der Wechselkurse

12. Juni 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.