MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Geldwäschegesetz: Banken sind nicht die einzigen, die achtgeben müssen

Geldwäsche ist ein sträfliches Vergehen, mit dem versucht wird, Geld aus kriminellen Handlungen zurück in den regulären Wirtschaftskreislauf zu schleusen. Ziel des Ganzen ist, das Geld wieder frei verfügbar zu machen. Das organisierte Verbrechen betreibt teilweise einen großen Aufwand, um dieses Ziel zu erreichen.

Dem entgegen steht das Geldwäschegesetz, das Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (kurz GwG).

Meldepflicht für Banken im Geldwäschegesetz

Um zu verhindern, dass Geld aus kriminellen Handlungen einfach auf ein Bankkonto eingezahlt und dann dem Kontoinhaber zur freien Verfügung steht, haben Banken in Deutschland eine Meldepflicht für Verdachtsfälle.

Generell ist jede Bank laut Geldwäschegesetz verpflichtet, Bareinzahlungen, die einen Betrag von 15.000 € überschreiten, zu protokollieren. Hierzu wird der Einzahlende einer Identitätsprüfung unterzogen und der Vorgang wird mindestens 5 Jahre gespeichert.

Banken sind verpflichtet, jeden Verdachtsfall auf Geldwäsche zur Anzeige zu bringen. Als besonders verdächtig gelten:

  • mehrere Konten, über die regelmäßige hohe Beträge eingehen,
  • sich wiederholende Bareinzahlung an der Grenze der Meldepflicht,
  • Lagerung und Mitführen von sehr hohen Barbeständen sowie
  • Akzeptanz auffallend schlechter Konditionen für große Anlagebeträge.

Identitätsprüfung für Banken laut Geldwäschegesetz

Nicht nur bei der Einzahlung größerer Barbeträge sind die Banken laut Geldwäschegesetz verpflichtet, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Schon bei der Eröffnung eines Kontos hat die Bank die Person zu identifizieren, die dieses Konto eröffnet und führt.

Für Privatpersonen wird die Prüfung in der Regel durch Vorlage des Personalausweises oder des Reisepasses durchgeführt. Bei der Eröffnung von Konten oder Depots bei Onlinebanken kommt hier das Postident-Verfahren zur Anwendung. Juristische Personen wie Firmen, Vereine, Stiftungen und andere müssen sich mit amtlichen Papieren ausweisen, die durch das Amtsgericht,das Land oder den Regierungsbezirk ausgestellt werden.

Geldwäschegesetz: Banken, Zoll und andere Branchen

Betroffen vom Geldwäschegesetz sind aber nicht nur Banken und deren Kunden. Auch Versicherungen und Immobilienmakler unterliegen der Gesetzgebung, genau wie Steuerberater und Anwälte.

Wer Summen von mehr als 10.000 € in die EU ein- oder ausführt, hat dies vorher beim Zoll anzumelden. Auch hier ist ein entsprechender Nachweis über die Herkunft des Geldes zu erbringen.

Branchen, die dem Bankwesen nicht nahestehen, haben gleichfalls in einem gewissen Rahmen ihre Nachweispflichten zu erfüllen. Dies betrifft besonders Branchen, in denen die Übergabe größerer Barbeträge üblich ist – so etwa bei Kfz-Händlern, Juwelieren und Antiquitätenhändlern.

Geldwäschegesetz: Banken und Internet

Der oben beschriebene Sachverhalt bezieht sich eher auf „traditionelle“ Geschäftsfelder, die zur Geldwäsche eingesetzt werden könnten. Seit einiger Zeit sieht sich der Gesetzgeber jedoch in diesem Zusammenhang einer weiteren, täglich wachsenden Herausforderung gegenüber.

Immer mehr sogenannte Internetbanken lassen sich im Web finden. Gemeint sind hier nicht die Onlineangebote solider Geldhäuser, sondern eher fragwürdige Unternehmen mit Sitz in Ländern, die kaum einer Finanzregulierung unterliegen.

Die große rechtliche Herausforderung besteht darin, das Geldwäschegesetz auch für solche „Banken“ und ihre Kunden immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen, damit illegalen Geldflüssen nicht eine Hintertür sperrangelweit offensteht.

13. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.