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Gemeinschaftskonten: Geld vor dem Fiskus schützen

Kennen Sie die kleine Raupe Nimmersatt? In diesem bunt illustrierten Kinderbuch-Klassiker knabbert sich eine Raupe so lange durch Apfel, Birnen, Pflaumen, Tortenstücke und Lollys, bis sie sich schließlich dick und fett verpuppt.

Danach dauert es nicht mehr lange, und sie verwandelt sich, dick und unförmig wie sie ist, in einen wunderschönen Schmetterling.

Staat frisst Vermögen

So ähnlich ist es mit unserem Staat. Nur dass es da mit der Verwandlung in einen schönen Schmetterling noch etwas hapert.

Der Fiskus ist noch im Fressstadium. Dabei „frisst“ er nicht Obst, Tortenstücke und Lollys, sondern Vermögen. Und macht im Erbfall auch vor Gemeinschaftskonten und Gemeinschaftsdepots nicht halt.

Erbschaftssteuer schlägt zu

Konkret: Stirbt ein Ehepartner unterliegt die Hälfte des Vermögens auf gemeinschaftlichen Kontos oder Depots der Erbschaftssteuer.

Das gilt zumindest, wenn die persönlichen Freibeträge bereits ausgeschöpft sind. Zum Glück sind diese Freibeträge im Rahmen der Erbschaftssteuerreform deutlich angehoben worden.

Dem Ehepartner steht neuerdings ein Freibetrag von 500.000 Euro zu. Dazu kommt ein Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro.


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Freibetrag für GbR-Konto

Schlimmer wirken sich Gemeinschaftskonten bei nicht verheirateten oder nur entfernt Verwandten aus, beispielsweise bei zwei Geschäftspartnern, die zusammen eine GbR betreiben und ihr Einnahmenkonto gemeinsam betreiben. Hier gilt nur ein Freibetrag von 5.200 Euro.

Was über diesen Freibetrag hinausgeht, muss versteuert werden. Und zwar mit einem Steuersatz von 30 Prozent, so will es das neue Erbschaftssteuergesetz.

Ein Rechenbeispiel: Auf einem gemeinschaftlichen Konto zweier Musiker liegen 40.000 Euro. Als der eine stirbt, meldet die Bank die Existenz des Kontos und das Guthaben darauf dem Finanzamt – denn das muss sie.

Das Finanzamt rechnet so: Die Hälfte des Guthabens, also 20.000 Euro, entfallen auf den überlebenden Kontoinhaber. Davon abgezogen wird der Freibetrag von 5.200 Euro.

Es verbleiben 14.800 Euro, die unter die Erbschaftssteuerpflicht fallen. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent sind das immerhin 4.440 Euro, die der Staat kassiert.

Tipp: Am besten keine Gemeinschaftskonten, …

Mein Tipp: Eine andere Aufteilung akzeptiert das Finanzamt, wenn Sie nachweisen können, dass Sie mehr eingezahlt haben als der verstorbene Mit-Konteninhaber.

Aber seien wir ehrlich: Gemeinschaftskonten sind unter Nicht-Eheleuten einfach keine praktische Sache. Trennen Sie Ihre Einnahmen lieber gleich und ordnen Sie sie den Einzelnen richtig zu.

… denn Ihre Konten werden ans Licht kommen

„Erfährt der Fiskus beim Tod eines Bankkunden denn überhaupt von dessen Konten?“, ist eine Frage, die Sie sich jetzt stellen könnten.

Die Antwort ist ein klares Ja! Die Bank muss sämtliche Konten und Depots dem Finanzamt melden, wenn der Konteninhaber stirbt. Diese Anzeigepflicht besteht nach den Vorschriften des Erbschaftssteuergesetzes.

Sie können sich vorstellen, was das bedeutet: Auf entsprechend hohe Bankvermögen wird Erbschaftssteuer fällig, sofern sie nicht zusammen mit dem restlichen Nachlass unter die einschlägigen Freibeträge fallen.

Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang: Richten Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Bankvollmacht auf den Todesfall oder eine Bankvollmacht über den Tod hinaus ein.

Dann hat sie Zugriff auf Ihr Konto, falls Ihnen etwas passiert und muss nicht wochenlang warten, bis endlich der Erbschein ausgestellt oder das notarielle Testament eröffnet ist.

Denn ohne einen solchen Erbnachweis erlaubt die Bank Ihnen nicht, auf ein Konto oder Depot des Verstorbenen zuzugreifen.

1. April 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".