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Geregelter Markt: nicht alle Aktien werden zugelassen

Der geregelte Markt war bis 2007 neben dem sogenannten amtlichen Handel und dem Freiverkehr ein Teilmarkt der Börse. Doch dieses Marktsegment existierte lediglich bis ins Jahr 2007.

In diesem Jahr wurde der geregelte Markt in den regulierten Markt überführt. Die nochmal verschärften Zulassungsvoraussetzungen und Folgepflichten für Unternehmen machten diesen Teilmarkt der Börse noch transparenter und sicherer für Anleger.

Aktienunternehmen am geregelten Markt

Während am amtlichen Markt umfangreiche Pflichten Voraussetzung zum Börsenhandel waren, wurden diese am geregelten Markt weniger streng gehandhabt. Beide Marktsegmente zusammen bildeten den Gegensatz zum börsenregulierten Freiverkehr, der fast keine Zulassungsbestimmungen erforderte.

Die Zulassungsbestimmungen des geregelten Marktes waren jedoch ebenfalls nicht sehr umfangreich. Für den Handel mit Aktien am geregelten Markt musste ein Unternehmen lediglich eine Mindeststückzahl an Aktien (10.000 Stück) besitzen. Zudem waren die Veröffentlichung des Jahresabschlusses sowie eines vollständigen Unternehmensberichtes vorgeschrieben. Weitere Publizitätspflichten bestanden auf dem geregelten Markt nicht.


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Diese wenigen Voraussetzungen vereinfachten insbesondere mittelständischen Unternehmen den Zugang zum geregelten Markt. Nicht nur der Aufwand zur Zulassung war geringer, auch die Kosten waren überschaubar.

Überführung in den regulierten Markt

20 Jahre bestand der geregelte Markt. 1987 wurde er an den Börsen eingerichtet, 2007 wurde er jedoch, zusammen mit dem amtlichen Markt, durch den regulierten Markt ersetzt. Alle Aktien, die Teil des geregelten Marktes waren, wurden in den regulierten Markt übernommen.

Diese Überführung diente nicht nur der Vereinheitlichung der Zulassungsvoraussetzungen, sondern sollte auch für mehr Transparenz der Unternehmen für Anleger und andere Investoren sorgen.

Was sich änderte: die Pflichten des amtlichen Marktes werden seit 2007 auch am regulierten Markt angewandt. Dies bedeutet zwar strengere gesetzliche Bestimmungen für die Aktien des geregelten Marktes, aber auch mehr Informationen für Anleger.

Seit 2007 sind nicht nur Jahresabschlüsse zu veröffentlichen, sondern auch Zwischenberichte während des Jahres. Auch muss ein Unternehmen 3 Jahre existieren sowie ein Eigenkapital von 1,25 Mio. € nachweisen, um zum Handel zugelassen zu werden.

Die Pflicht zur Ad-hoc-Publizität und die Mitteilungspflicht bei bestimmten Beteiligungen ist ebenfalls neu für den Aktienhandel auf dem regulierten Markt. Anleger werden so von den Entscheidungsprozessen eines Unternehmens rechtzeitig in Kenntnis gesetzt und können ihr Wissen nutzen.

Mehr Transparenz auf dem regulierten Markt

Die Aufnahmebedingungen für den geregelten Markt waren zwar weniger streng ausgelegt als für den amtlichen Markt (und somit auch kostengünstiger für Unternehmen), jedoch mussten auch hier einige Bedingungen erfüllt sein, um am Börsengeschehen teilhaben zu können.

Mit der Überführung der beiden Teilmärkte in den regulierten Markt wurden jedoch die strengeren Zulassungsvoraussetzungen und Pflichten des amtlichen Marktes auf die Aktien des geregelten Marktes übertragen.

Für Anleger bedeutet dies mehr Transparenz und Vertrauenswürdigkeit in die emittierenden Unternehmen. Das regelmäßige Vorlegen der Geschäftszahlen ermöglicht Anlegern, Unternehmen vor der Kapitalanlage gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Die Publizitätspflichten stellen zudem sicher, dass richtungsweisende Entscheidungen von Unternehmen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

2. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.