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Geringe Zinsmarge bei Banken: Das Wichtigste auf einen Blick

Das anhaltend niedrige Zinsniveau hat zwar die Finanzmärkte beruhigt und die Börsen in Schwung gehalten, Finanzinstitute aber geraten zunehmend in Bedrängnis. Die Banken klagen über geringe Zinsmargen.

Finanztitel-Anleger sollten hellhörig werden, denn Margen spielen eine entscheidende Rolle bei der Rentabilität. An ihr erkennt ein Aktionär den Wert seines Investments. Je höher die Margen, desto rentabler das Geschäft. Das gilt für Gewinn- und Handelsmargen genauso wie für Zinsmargen.

Bei der Definition einer Marge geht es zunächst um die Differenz zwischen Erlös und Aufwand. Was etwa im Handel die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ist, ist bei Banken die Differenz zwischen Zinsaufwand und Zinserlös.

Zinsmarge als Erfolgsindikator

Für den Aktionär ist die Zinsmarge ein wichtiger Indikator für den Geschäftserfolg einer Bank, die ihre Erlöse vor allem aus Zinsen erwirtschaftet. Dies tut sie mit Geld, das ihr die Zentralbank und Kunden bzw. Anleger zur Verfügung stellen.

Liegen die Zinsen, die sie dafür zahlt unter den Zinsen, die sie mit Kreditvergaben und zinsähnlichen Provisionen einnimmt, ist der Zinsertrag höher als der Zinsaufwand. Je mehr Zinsen Bankkunden zahlen, desto höher der Zinsertrag.

Er ist mit dem Umsatz bei anderen Unternehmen zu vergleichen und führt zu einem Zinsüberschuss, dem Gewinn.

Zinsmarge – Definition und Berechnung

Um diesen Wert mit den Vorjahresergebnissen und anderen Banken vergleichbar zu machen, wird er ins Verhältnis zur Bilanzsumme im Jahresergebnis gesetzt. Die Bilanzsumme ist das Ergebnis der addierten Aktiv- oder Passivwerte in der Bilanz.


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Der so errechnete Prozentsatz ist dann die Zinsmarge bzw. Zinsspanne. Eine Zinsmarge von beispielsweise 3% zeigt an, dass pro 100 € aller eingelegten Gelder im Schnitt 3 € erwirtschaftet wurden.

Die Zinsmarge lässt sich in zwei Etappen berechnen. Zunächst werden vom Zinsüberschuss rein nur die Zinskosten abgezogen. Im Verhältnis zur Bilanzsumme ergibt das die Bruttoszinsmarge.

Wenn man nun im nächsten Schritt den Saldo aller übrigen Kosten und Erlöse abzieht, ergibt sich – wiederum im Verhältnis zur Bilanzsumme – die Nettozinsmarge.

Für beide Rechenschritte gibt es eine Formel:

(Zinsüberschuss * 100) / Bilanzsumme = Zinsmarge

Die Bruttozinsmarge zeigt den Beitrag des Zinsgeschäfts zum Unternehmensgewinn. Alle Risikokosten wie Abschreibungen oder Wertberichtigungen bleiben außen vor. Anders bei der Nettozinsmarge, die auch die Stückkosten wie Personal und Verwaltung berücksichtigt.

Wenn Zinsmargen unter Druck geraten

Für den Anleger sind die Nettozinsmargen interessant. Geraten die unter Druck, wirkt sich das in der Regel auch auf den Aktienkurs aus. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld liegen die Zinsmargen der Kreditinstitute im Schnitt bei nur 2% und darunter.

Bei Lebensversicherern zeigen sich zum Teil sogar negative Zinsmargen, weil sie ihre Garantiezinsen wegen der niedrig verzinsten festverzinslichen Kapitalanlagen nicht mehr erwirtschaften können.

Niedrige Zinsmargen sind mit ein Grund für sinkende Eigenkapitalrenditen. Wenn sich das Eigenkapital schlechter verzinst, ist auch die Aktie weniger Wert. Eine niedrigere Eigenkapitalrendite kann schließlich zu einer Börsenbewertung unter Buchwert führen.

Beim Kurs-Buchwert-Verhältnis geht es um den Aktienkurs im Abgleich zum substanziellen Wert eines Unternehmens. Liegt der Kurs darunter, wird es unter seinem Wert gehandelt. Damit steigt die Gefahr, dass es zum Übernahmekandidaten wird.

Geringe Zinsmargen mischen Bankenwelt auf

Aktuell sind viele Banken unterbewertet und die allermeisten verdienen mit mickrigen Zinsmargen wenig Geld. Im verschärften Wettbewerb sind höhere Zinsen beim Kunden kaum durchsetzbar.

Weil das Kerngeschäft lahmt, muss die Struktur optimiert werden. Gerade Kostensenkungen haben die Gewinne etlicher Banken gerettet. Synergie- und Einspareffekte lassen sich auch mit Übernahmen erzielen.

Und so beschäftigt sich die Deutsche Bank genauso mit Übernahmephantasien wie die Comdirect Bank, die an der DAB-Bank interessiert ist. Doch bei Übernahmen sollten Anleger vorsichtig sein. An der Dresdner Bank knabbert die Commerzbank noch heute. Auch deren Zinsmarge leidet erheblich.

5. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.