MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 – Tipps für die Steuererklärung

Die Steuergesetzgebung in Bezug auf geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) hat in den letzten Jahren einige Veränderungen durchgemacht und mehrere Abschreibungsvarianten ermöglicht. Das ist vor allem für Freiberufler und Gewerbetreibende interessant, die prozentual am meisten über geringwertige Wirtschaftsgüter in der Büro-Ausstattung verfügen.

Nachdem im Jahr 2007 die Begrenzung für die sofortige Abschreibung auf den Wert von 150 € reduziert wurde, können geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 wieder bis zu einem Wert von 410 € im Jahr ihrer Anschaffung vollständig bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Möglich gemacht hat dies die Änderung des Einkommensteuergesetzes 2010. Da gleichzeitig die 2007 eingeführte Poolbildung für geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Gesamtwert von 1.000 € weiter besteht, gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, GWG über 5 Jahre zu 20% abzuschreiben.

GWG unterhalb eines Wertes von 150 € gehen ohne Dokumentation in die Jahresbilanz ein und können als Ausstattungs- oder Werbungskosten zum Gewinn gegengerechnet werden. Alle Preise werden ohne Mehrwertsteuer bilanziert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 – die GWG-Definition gilt weiter

Am Sachbestand, was als geringwertiges Wirtschaftsgut einzuschätzen ist, hat sich in der Gesetzgebung jedoch nichts geändert. Langlebige Geräte und Ausstattungsobjekte im Wert von über 410 € werden nach AfA abgeschrieben.

Für die Definition von GWG gelten weiterhin die Kriterien des § 6 Abs. 2 EStG, wonach geringwertige Wirtschaftsgüter eigenständig einsetzbar, beweglich und abnutzbar sein müssen – und eben Anschaffungs- oder Herstellungskosten von 410 € nicht übersteigen.

Ersatzteile für Maschinen, selbst wenn sie im Preislimit für GWG liegen, können also nicht sofort abgeschrieben werden – sie sind nicht selbständig funktionsfähig. Die z.T. schnelle Abnutzbarkeit von GWG wird vom Gesetzgeber vorausgesetzt.

Selbst wenn ein Gerät im „1.000-Euro-Pool“ gelistet ist und vor dem Ablauf von 5 Jahren entsorgt werden muss, kann es doch über den vollständigen Abschreibungszeitraum geführt werden. In den Anschaffungspreis können im Übrigen auch Liefer- und Versandkosten eingehen. „Beweglich“ bedeutet nichts weiter, als dass ein GWG nicht im Sinne einer Immobilie bewertet werden kann. Dafür gelten andere Abschreibungsvorschriften.

Geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 – Vorteile für Freiberufler und Gewerbetreibende

Mit der vollen steuerlichen Absetzbarkeit von GWG im Jahr ihrer Anschaffung sparen sich Unternehmer einiges an Zeit bei der Steuererklärung. Da seit 2010 die 410-Euro-Grenze wieder gilt, können geringwertige Wirtschaftsgüter 2012 in größerem Umfang abgeschrieben werden.

Das einfache Verfahren ist besonders Steuerpflichtige hilfreich, die ihre Buchhaltung selbst bewerkstelligen müssen. Freiberufler und Gewerbetreibende verfügen in der Regel nicht über eine eigene Buchhaltungsabteilung. Von der Reduzierung des Aufwandes für die Steuererklärung profitieren gerade 1-Personen-Betriebe.

Das muss diese Wirtschaftsgruppe jedoch nicht davon abhalten, GWG mit steuerlichem Augenmaß zu behandeln. Die Poolbildung von GWG mit der Abschreibung über 5 Jahre kann z.B. sinnvoll sein, wenn die aktuelle Ertragslage nicht günstig ist. Dann können Ausgaben noch steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Gewinn wieder gestiegen ist.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.